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Jahrgang 19, Nr. 5 (May 15, 1966)

Aus der Rede von Otto Brenner in Essen,   pp. 8-9


Page 9

.;cnen twestantung aer iteseiiscnaTt 
iiedervereinigt werden kann. 
arum richten wir an diesem 1. Mai 
tärker und vertrauensvoller noch als 
i den Jahren zuvor unsere Blicke 
ber Zonengrenze, Stacheldraht und 
t auer und rufen den Arbeitnehmern 
rS anderen Teil unseres Landes zu: 
Wir kämpfen für Euch und mit Euch1 
Seid gewiß: Die Einheit der deutschen 
Arbeitnehmer, die Gemeinsamkeit 
hrer Interessen wird eines Tages 
iber die jahrzehntelange Spaltung 
tiumphieren. Wirgehören zusammen, 
ild wir bleiben zusammen, auch 
eenn wir heute noch getrennt sind. 
Lnsere Aufgabe aber liegt zunächst 
ier in der Bundesrepublik, und es 
leibt noch viel zu tun. Davon, daß 
vir unser Ziel schon erreicht haben, 
ann trotz aller Erfolge nicht die Rede 
ein. Die soziale Demokratie muß 
rst noch verwirklicht werden. 
Die Kräfte, die sich ihr entgegenstel- 
en, müssen bekämpft und entmach- 
et werden. Die Ewig-Gestrigen sind 
mmer noch unter uns. Das haben die 
N/ahlerfolge der National-Demokra- 
ischen Partei in einigen Bundeslän- 
lern gezeigt. Hier gilt es, die Augen 
ffen zu halten und den Anfängen zu 
tiehren! 
Wir sind jedenfalls fest entschlossen, 
ie Demokratie zu verteidigen und zu 
chützen. Wir werden die Rechte der 
Arbeitnehmer und der Gewerkschaf- 
en gegen alle Angriffe zu wahren 
Nissen. 
Nir müssen wachsam und aktiv sein! 
Kolleginnen und Kollegen! 
n diesem Jahrb begehen wieder viele 
"ausende ausländischer Kolleginnen 
md Kollegen aus allen Ländern Euro- 
as zusammen mit uns den Feiertag 
er Arbeit. Wir begrüßen sie bei uns, 
nd wir danken ihnen für die Soli- 
rarität, die sie uns durch ihre Teil- 
ahme beweisen. 
Nir erwidern diese Solidarität voll 
nd ganz. Nicht nur wollen wir mit 
hnen zusammenarbeiten, sondern 
mir wollen auch mit ihnen zusammen 
ür den sozialen Fortschritt kämpfen. 
>er 1. Mai ist und bleibt der Tag der 
nternationalen Solidarität! 
"r ist und bleibt der Kampftag der 
nternationalen Arbeiterbewegung! 
Wir werden nicht zulassen, daß dieser 
rag mißbraucht und sein Sinn ver- 
älscht wird! 
Nie Arbeitnehmer der ganzen Welt 
aben mehr gemeinsame Interessen 
Is Fragen, die sie trennen. Überall 
aben sie das gleiche Ziel. 
ie wollen: 
- den Frieden sichern 
- die Demokratie erhalten und aus- 
bauen 
- den Lebensstandard erhöhen und 
die soziale Gleichberechtigung 
verwirklichen! 
Gerhard Zwerenz las aus einem    Lolita sang eines ihrer neuen 
neuen Roman                      Chansons 
Martin Walser las ebenfalls aus 
einem neuen Roman 
Und da die Sonne es mit dem 1. Mai so gut meinte... 


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