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The History Collection

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Aufwärts
Jahrgang 5, Nr. 24 (November 27, 1952)

Brie, Peter
Märchen vom Fußball-Profi,   p. [8]


Das Schlußwort,   p. [8]


Kurz berichtet,   p. [8]


Page [8]

Millionen lauten Woche fta Woche auf die Fuß 
ballplitze ohne zu wluen, daß Fußballspieler 
edion meist zu einer andesware geworden 
sind.                         Foto,: Dick, dpa 
Gren wird nach Abschluß der Saison nadh Schwe- 
den zurückkehren. Liedholm wird ihm folgen. 
Nur der Tank Nordahl wird bleiben. Der einzige 
große Schwede,-der es mehrere Jahre lang aus- 
hält. 
Sigge Löfgren, Hälsingborgs junger Verbinder, 
wurde förmlich von Lazio Rom gejagt. Als er 
endlich den Vertrag unterschrieb, jubelte man 
in Rom und bereitete ihm einen feierlichen Emp- 
fang. Heute spielt er in der Reserve, und sein 
Klub will ihn verkaufen, Er ist ein blendender 
Spieler und hat auci nicht versagt, Aber er hatte 
einmal eine andere Ansicht als der Trainer- 
Diktator, und dies ist natürlich eine Todsünde, 
die auch bestraft wird. 
24 Schweden fuhren in den letzten Jahren ins 
Ausland. Von ihnen sind acht bereits In die Hei- 
mat zurückgekehrt. Enttäuscht und durch das 
gute Leben der Disziplin und Eintönigkeit, die 
ein bürgerlicher Beruf mit sich bringt, ein wenig 
entfremdet. Im nächsten Sommer wird sich die 
Zahl der Heimkehrer verdoppelt haben. 
Es ist weder ein Leben A la .Tausendundeine 
Nacht, noch wird man reich als Berufsspieler. 
Nur ganz wenige Spieler haben das große Glück, 
sich  ein  Vermögen  zusammenzuspielen. Die 
anderen aber, der Durchschnitt, schafft sich ein 
paar tausend Mark, und wenn sie nach Hause 
zurückkehren, beginnt für sie das Problem des 
Aufbaus ihrer Existenz. 
Es liest sich schön, das Märchen vom Fußball- 
Profi. Aber fragt die Spieler, die jetzt zurück- 
kommen, und ihr werdet Berichte hören, die 
leider nicht in den Zeitungen stehen. Man ver- 
kauft sich für eine einmalige Summe, aber von 
dem Augenblick an, da man den Vertrag unter- 
schreibt, hat man seine Freiheit aufgegeben. 
Und seine Individualität.          peter Brie 
Das Schlußwort 
ub biß e ewr4afte       spucken immer große 
Bogen Wnb was tin Sie?" 
Neulich wohnte ich einer Gewerkschaftsver- 
sammlung in der Straßenbahn bei. Die hatte sich 
ganz einfach so ergeben: 
Zwei Männer schimpften über die hohen Preise 
und die niedrigen Löhne, und ein dritter ischite 
sich ein: 
daß das aufhört. Dann bin ich schon zufrieden. 
Nee, nee, nur keine neuen Lohnerhöhungenl* 
Die Frau erhielt als Antwort überall beifälliges 
Kopfnicken. Und meine Nachbarin blickte zu 
ihr und den Männern auf: 
.Das sagt mein Mann ja auch immer. Aber man 
merkt ja nicht, daß die Gewerkschaften was 
gegen die Preiserhöhungen tun. Ich sag auch 
immer: Man ist schön dumm, wenn man da die 
Beiträge bezahlt. Es lohnt sich nicht. Helfen tut 
dir keiner.» 
Und der ganz schlaue Mann blickte bei ihren 
Worten triumpherend in die Runde und wollte 
gerade einen neuen Satz beginnen, als sich eine 
zunächst stockende, dann aber Immer energi- 
scher werdende Stimme bemerkbar machte. Sie 
gehört einem etwa 18jährigen Jungen ganz in 
aften haben ganz andere Aufgaben. Aber 
aere Hausfrauen und alle, die viel einkaufen, 
könnten wenigstens zum großen Teil die 
e der Preise regulieren. Man sollte doch 
entlich alle Lebensmittel da kaufen, wo sie 
besten und am preiswertesten sind. Im Kon- 
m zum Beispiel. Da sollte man ruhig mal 
en etwas weiteren Weg mit in Kauf nehmen. 
s tut meine Mutter auch. Oder man sollte mal 
Obst kaufen, das gerade reichlich da ist. 
nn kann man schon die Preise ganz gewichtig 
tbestimmen. Im übrigen...' er stockte erst 
wenig, fuhr dann aber tapfer fort.,. sollte 
in überhaupt für die Männer eines Wirt- 
iaftssystems  nicht  Leute  verantwortlich 
ichen, die nichts dazu können. Gestern abend 
der Gewerkschaftsschule hat noch einer ge- 
t: Man muß bei den Wahlen aufpassen und 
ti wirtschaftlidienGesd>tspunkten, nicht nach 
ltanschauungen wählen. Und ich glaube, der 
tte recht.' 
ach's, klemmte seine Aktentasche fester 
ter den Arm und stieg aus. 
auch ich mein Ziel erreicht hatte, sprach ich 
an: Das war aber ein gutes Schlußwort. 
d er meinte: Es war das erste in meinem 
en. Und er fügte nach einer Pause leicht 
legen - freundlich lächelnd hinzu: .Dabei 
te ich noch nicht einmal das Referat ge- 
ten.' 
Kruz auf der Wuitkugel 
Um  dem   Mißbrauch  des Zeichens der 
Evangelischen  Jugend    Deutschlands 
(Kreuz auf der Weltkugel) entgegenzu- 
wirken, hat die Jugendkammer der EKD 
ab sofort einen Stopp für die Anfertigung 
neuer Zeichen auf Wimpeln, Fahnen, 
Paramenten usw. erlassen. Alle bisheri- 
gen Varianten werden überprüft. Dann 
sollen neue Richtlinien für die Verwen- 
dung erlassen werden. 
Stundenlohnopfer 
Die Christliche Arbeiterjugend (CAJ) hat 
ihre Mitglieder aufgefordert, ein Stunden- 
lohnopfer für die besonderen Aufgaben 
der CAJ in Berlin und in der Sowjet- 
zone zu geben. 
Burg Hohensolms 
Die Jugendburg Ronneburg wird von der 
evangelischen Kirche von Hessen und 
Nassau aufgegeben. Statt dessen soll die 
zwischen Gießen und Wetzlar gelegene 
Burg Hohensolms gepachtet werden. Die 
Ausbauarbeiten sollen bis zum Sommer 
nächsten Jahres abgeschlossen werden. 
Vor 1933 war Hohensolms der Mittel- 
punkt der Arbeit des Bundes Christdeut- 
scher Jugend. 
OF6-Winterudaubsführer 1952/53 
.Die Deutsche Ferien-Gemeinschaft G, m. 
b. H. (DFG), Frankfurt/Main, legt Ihren 
neuen Winterprospekt vor, der in über- 
sichtlicher Anordnung ein Angebot von 
rund 130 Gesellschaftsreisen nach den be- 
kanntesten Urlaubsgebieten Bayerns, des 
Harzes und Schwarzwaldes sowie nach 
Italien, Osterreich und der Schweiz ent- 
hält. 
Der Urlaubsführer ist diesmal insofern be- 
sonders interessant, als darin auch .Einzel- 
reisen nach Bayern, dem Harz, Schwarz- 
wald, Württembergischen Allgäu, Schwä- 
bischen Wald, der Schwäbischen Alb dem 
Bergischen Land, Sauerland, der Rhön, 
Eifel, dem Vogelsberg, Taunus, Hunsrück 
und Westerwald schon ab DM 35.- für 
volle 7 Tage Unterkunft und Verpflegung 
(3 Mahlzeiten täglich) enthalten sind. 
Es versteht sich, daß für Gesellschafts- und 
Einzelreisen die DFG-Sparmarken zum 
vollen Nennwert In Zahlung gegeben wer- 
den können. Ebenso nehmen die meisten 
Gewerkschaftsheime - zu denen die Son- 
derzüge wie im vergangenen Sommer be- 
nutzt werden können - jetzt auch die 
Sparmarken für die Pensionsleistung in 
Zahlung. 
Die Prospekte sind ab Ende November bei 
allen DGB-Kreis- und Ortsauschüssen so- 
wie bei den Verteilungsstellen derjenigen 
Konsumgenossenschaften zu beziehen, die 
sich in  die Sparmarkenausgabe   ein- 
geschaltet haben.' 
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