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The History Collection

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Aufwärts
Jahrgang 5, Nr. 12 (June 12, 1952)

Unruhige Zonengrenze,   p. [2]


Unsere Meinung,   p. [2]


"Wenn wir jetzt nicht zum Opernplatz kommen, gibt es tote!",   p. [2]


Leser Schreiben,   p. [2]


Page [2]

leumdungen, wie einst die Nazis, in der vor- 
getäuschten Sprache des Arbeiters hinauszuschleu- 
dern. Der Bezirksverband Westfalen-Süd dieser 
Regierungspartei verbreitet ein Flugblatt, In dem 
es unter anderem heißt: 
.Wir ma hsdieren für unsere Funktionäret 
Wir iknen es nicht länger mit anhen, daß den 
Spitzenlunktionlren des DGB (ette-Bewegung) der 
Weg In die sehnlichst erstrebten Aufsichtsratusesei 
verwehrt wird.' 
Weiter heißt es: 
.Auf diesem Wege wollen wir weitennarsdieren, 
auch wenn aUes zusammenbrcht. Das Allgemein- 
wohl darf uns nicht interessieren. wenn unsere 
Funktionre rufen. 
Solange die Gewerkschaften die Last des Wieder- 
aufbaues auf ihre Schultern genommen haben, 
wurden sie als größte demokratische Kraft unse- 
res Landes gepriesen. In dem Augenblick, wo sie 
aber für die Sicherung der Rechte der Arbeit- 
nehmer kämpfen, von diesem Augenblick werden 
sie verleumdet, und man versucht die Arbeit- 
nehmer von den Gewerkschaften zu trennen. Das 
ist der ganze Sinn des Kampfes gegen die Gewerk- 
schaften. 
Kleine  reaktionäre  Gruppen  unseres Landes 
versuchen standig, das Parlament für ihre Zwecke 
zu mißbrauchen. Ihre Sonderinteressen sollen 
Gesetz und Recht werden. Das verstehen sie unter 
Allgemeinwohl. 
Die  politische  und  wirtschaftliche  Reaktion 
unseres Landes will genau wie 1933 einen Keil 
zwischen Arbeitnehmerschaft und   deren  frei 
gewählte  Funktionäre  treiben. Die  Gewerk- 
schaften sollen zerschlagen werden. 
Darum geht es! 
Dies wird ihnen niemals gelingen, wenn alle 
Arbeitnehmer, Männer und Frauen, Mädel und 
Burschen einig bleiben. 
sich hier 
Anzeige 
Wenn SW, 
spiele ausgetragen werde 
en miniature, vielleicht Das 
fach -, so muß man doc 
ziehung .fortschrittlichen» 
wendige Achtung und Az 
erster Linie hat man natürl 
des Sports gedacht und 
Gechäatsbelebung! 
Darum, Kollegen, werdet Hand 
Ballspieler! Schwänzt die Bea 
niert in der Spielstraße, wen 
vorhanden! Es wird sich ren 
später weit über Tarif bezahlt 
ihr den Friseurberuf wählt-n 
ballfäusten auf zarten Mädchenl 
legen und sportbegeisterten ä 
Kinn fassen und den Bart abnel 
Nur eines vermeidet unter 
richtet nicht über den K, 
gangenen Sonntags, denn 
gehen wie jener l1. Mittels 
Vehemenz demonstrierte, 
20 Meter Entfernung aufs 
knallte es wirklich - doch 
denn schließlich darf man 
gerade eingeseiften Kopf 
sportlichen Dingen leiderv 
Herrn -  für eben jenen 
aus 20 Meter Entfernung 
Bart war jedenfalls ab --aud 
pa aus Geismar 
der Sowjetzone 
Angehörigen in 
, nachdem die 
inisteriums für 
renzbewohnern 
i betr. Verord- 
ng der Demar- 
chen Demokra- 
tschland festge- 
48 Stunden nach Inkrafttreten dieser Verord- 
nung bei den für sie zuständigen Meldestellen 
der Deutschen Volkspolizei zu melden.' ( 5) 
.Innerhalb  des 500-Meter-Schutzstreifens ist 
der Aufenthalt auf Straßen und Feldern, der 
Verkehr aller Art von Transportmitteln und 
die Ausführung von Arbeiten aller Art außer- 
halb der Wohnung nur von Sonnenaufgang bis 
Sonnenuntergang gestattet.' (§ 10) <Die Aus- 
führung von Arbeiten in unmittelbarer Nähe 
eht auch durch die Grenzwlder. Baume und St 
mn rssische Traktoren, dief lr diese Arbeiten 
welchen. Ii 
worden sind 
ter-   Hesse; 
von    Tause 
an  der 
tmuß dam, 
Wenn die Frankfurter Bevölkerung dem Pfingst- 
treffen des Bundes deutscher Jugend mit Skepsis 
und Besorgnis entgegensah, zeigten die Vorfälle 
des 1. Juni, daß dies keineswegs übertrieben war. 
Die Leiterin der Pressestelle der Stadt Frank- 
furt a. M. hatte bereits am 27. Mai d. J. in einem 
Schreiben an den OB. Dr. Kolb Protest gegen die 
beabsichtigte Kundgebung auf dem Opernplatz 
erhoben und sehr deutlich darauf hingewiesen, 
daß .Frankfurts Einwohnerschaft keine Lust habe, 
siph die Hetztiraden bezahlter Provokateure an- 
zuhören oder in gefährlidm Sdlägereien ver- 
wickelt zu werden'. Diesem Protest folgte ein 
weiterer des DGB-Kreisausschusses Frankfurt, der 
an den Polizeipräsidenten gerichtet wurde. In der 
Begründung verwies der Kreisausschuß darauf, 
daß der BdJ die Gelegenheit zu Provokationen 
gegen demokratische Einrichtungen -  versteckt 
hinter Angriffen gegen den Kommunismus zur 
Tarnung nach außen - benutzen würde. Ein be- 
sonderer Beweis hierfür wäre auch die Anwesen- 
heit spanischer und faschistischer Abordnungen. 
Leider folgte man von seiten des Polizeipräsidiums 
diesem wohlwollenden Rat erst, als es fast wieder 
zu spät war. 
So kam es letzten Endes, wie es kommen mußte: 
Zwei Jugendliche waren in den Abendstunden des 
Pfingstsamstags in der Forsthausstraße damit be- 
schäftigt, von BdJ-Angehörigen wild geklebte 
Plakate zu entfernen, als ein Omnibus mit dreißig 
BdJ-Rowdys vorbeifuhr. Die Extremisten ließen 
den Bus halten und stürzten sich unter Gebrüll auf 
die beiden Jungen, Gummiknüppel schwingend und 
Schüsse aus einer Schreckschußpistole abgebend. 
Hierbei wurde der eine der Plakatentferner, Win- 
fried Schmidt, fünfzehn Jahre alt, wohnhaft in 
Frankfurt am Main, Bruchfeldstraße 123, in brutal- 
ster Weise niedergeschlagen. Nach dieser <Helden- 
tat zogen ihn die Gangster in den Bus und 
verschleppten ihn in das <Hauptquartier' des BdJ, 
das sich im Frankfurter Stadion befand, wo er 
nochmals einem .Verhör' unterworfen wurde. - 
Dieser Vorfall mutet wie ein Stück Mittelalter oder 
aber wie eine Szene der unrühmlichen SA-Radau- 
zeiten an. Aber um das Bild abzurunden, sei 
bemerkt, daß andere BdJler den zweiten Plakat- 
abreißer verfolgten. Diesem Treiben trat Polizei- 
meister Spielmann  entgegen, der sich  außer 
Dienst und in Zivil befand. Er trug sein fünf- 
zehn Monate altes Kind auf dem Arm. Auch 
er wurde mit Gummiknüppeln bearbeitet, so daß 
er mit einer schweren Gehirnerschütterung in das 
Krankenhaus eingeliefert werden mußte. Mit ihm 
sein Kind, denn selbst vor diesem hilflosen Wesen 
schreckten die Gangster nicht zurück, so daß es 
ebenfalls verletzt wurde. 
Was nutzt es, wenn die drei Haupttäter - 
18-, 22- und 37jährig - verhaftet wurden? Was 
nutzt es, wenn die Pressestelle des BdJ behauptet, 
daß der Hauptverantwortliche, Alfred Heyse aus 
Essen, aus dem Bund ausgeschlossen wtre? 
Was nutzt es, wenn der Frankfurter Polizei- 
präsident die Kundgebung auf dem Opernplatz erst 
.nach dem Vorfall verbot? Und was nutzt es letzten 
Endes, wenn die Führung des BdJ <bedauert', 
wenn sie sich gleidhzeitig verwundert, daß wegen 
eines .Einzelfalles' die Kundgebung verboten 
wurde? Das letzte klingt äußerst befremdend, 
wurden doch bei einer Lagerdurchsuchung ins 
Stadion weitere Schlagwerkzeuge und Pistolen 
gefunden. Außerst stark müssen wir uns jedoch 
von Herrn Bundestagsabgeordneten August Mar- 
tin Euler distanzieren, der als Hauptreferent der 
Kundgebung in seiner Rede vor fünftausend An- 
gehörigen d*ä BdJ, der Jungen Union, der Jung- 
demokraten und anderen sogenannten Jugend- 
organisationen erklärte, es ginge nicht an, daß die 
Polizei ,staatstreue Kräfte, die für Frieden und 
Freiheit kämpften', behindere. 
Wie dies aussah, haben wir oben geschildert. Es 
ging so weit, daß Teilnehmer des Treffens einen 
in der Otto-Fleck-Schneise stehenden Polizeilaut- 
sprecher mit Steinen bombardierten und das mit 
starken Polizeikräften besetzte Hauptportal des 
Stadions stürmten mit den Rufen: <Wenn wir 
jetzt nicht zum Opernplatz kommen, gibt es 
Tote! 
Wir möchten hier die Frage aufwerfen: Wann 
wird endlich diesen extremen Elementen das Hand- 
werk gelegt? Im <Aufwärts' Nr. 18/1951 wurdi 
dieser sonderbare .BdJ gekennzeichnet und ge 
fordert, das Dunkel um die geheimnisvollen Geld- 
geber zu prüfen. 
Es geschah bis heute nicht! Und warum nicht 
Weil etwa amtliche .Demokraten" und alliiertt 
Kreise hinter dem  BdJ stehen, der in Anti 
kommunismus macht und gleichzeitig gegen diE 
Demokratie arbeitet. 
Wann werden diese Dinge einer amtlichen Prü 
fung unterzogen?                        wak 
LIEBER AUFWXRTSI 
Wir haben Gelegenheit, 
als  Jugendleiter  des 
DGB an einem viertägi- 
gen Lehrgang in Eng- 
land teilzunehmen. Es 
hat uns sehr gefreut, 
hier die neuesten Exem- 
plare des Aufwärts vor- 
zufinden, die so einen 
engen Kontakt mit der 
gendleiter d. GdED In- 
golstadt;  Josef Groß, 
Jugendleiter der UTV 
München. 
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In der Nummer 8 der 
Jugendzeitschrift Auf- 
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