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The History Collection

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Aufwärts
Jahrgang 4, Nr. 18 (September 8, 1951)

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Page 6


KURZ UND BÐNDIG
14:13    fir Pr"gelsircd.         Irrtum
Die k–rperliche Zlchtilgung in den  Nicht It 217 083 weibliche Mitgile-
bayrischen Schulen wird beibehal- der geh–ren   dem  englischen Ge-
ten, nachdem  der Kulturpolittsche  werkschaftsbund an (Aufw"rts Nr.
Ausschuþ  des Landtages mit 14 15), sondern 1 200 000.
gegen 13 Stimmen einen entspre-
chenden Beschluþ gefaþt hat. Kultts-
minister Schwalber war der Auf. Ein d"slerer Weg
fassung, daþ die Abschaffung der Der Z¸richer Strafanstaltsdirektor
k–rperlichen Z¸chtigung unter den  Emil Reich-berichtet, daþ
Ihm auf-
derzeitigen  Verh"ltnissen   noch fallend viele junge Leute Im Alter
nicht m–glich' sei.               zwischen  20  und  30 Jahren  zu-
getfihrt werden. Er sagt: Ein Groþ-
teil von ihnen kommt buchst"blich
Kriegsflieger                      ¸ber den   Weg   von   Bars  und
Die Sammlung aller einsatzf"hlgen  Dancings direkt ins Zuchthaus.
Segelflieger bezeichnet Erich Hon-
neder, der F¸hrer der FDJ, ats
äeine der wichtigsten Friedensaut- Neuer Trick
gaben'. In der riesigen FDJ-Flie- Eine   britische  Schul"rztekommis.
gerschule Sch–nhagen sollen jeweils sion  hat  wochenlang  nach  den
300  Flieger  ausgebildet werden. Ursachen   geforscht,  warum  die
F¸r diesen Zweck stellen die So- sonst so munteren Knaben einer
wjets  motorisierte  Schulflugzeuge h–heren Schule w"hrend des Unter-
zur Verf¸gung,                    richtis st"ndig in Ohnmacht fielen.
Schlieþlich  kam  sie  auf  einen
neuen Penn"lertrick, durch dessen
Die h–chsten                       Anwendung jeder normale Mensch
Stundenl–hne          In 60 Sekunden   bewuþtlos wird:
man hockt sich hin, atmet zwanzig-
Die Gewerkschaft der Drucker In mal tief ein, steht dann ruckartig
Kalitornten  konnte  in  Lohnver- auf, h"lt sich die Nase zu und
handlungen die h–chsten L–hne f¸r versucht   auszuatmen.
  Ergebnis:
Ihre Mitglieder erzielen, die in eine   garantierte, aber ungef"hr-
den  Vereinigten  Staaten  gezahlt liche Bewuþtlosigkeit.
werden. Ein Druckergeselle ver-
dient jetzt in der Stunde 2,87
Dollar, und er hat auþerdem  An-
spruch auf einen weiteren bezahl- ErziehuUng zum         Haþ
ten Feiertag. n"mlich Washingtons Der SED-Volksbildungsminister der
Geburtstag.                       Sowjetzone, Wandel, hat s"mtliche
Mailandfahrer
Soeben erhalte ich Nr. 16 des Aufwarts und mochte
zum  Leserbrief der Kollegin Engeline Oimann wie
folgt antworten.
Mit groþer Freude und Anteilnahme haben wir die
Fahrt der Gewerkschaftsjugendgruppe des DGB zum
IBFG in Mailand   Italien) verfolgt und danken dem
AUFWARTS herzlich f¸r seine ausfuhrliche Bericht-
erstattung.
Wie meine Kollegen. so kann auch ich, ehrlich gesagt.
die Kollegin Oimann nicht verstehen, die sich uher
die ausf¸hrliche Berichterstattung, die dankenswerter-
weise mit vielen Bildern untermalt war, beschwert
hat.
Ich betrachte die zwei M"del und acht Jungen, die
das groþe Gl¸ck hatten, an der Mailandfahrt teil-
zunehmen, als Repr"sentanten der deutschen Gewerk-
schaftsjugend  insbesondere  deswegen. weil jeder
Landesbezirk durch einen Teilnehmer vertreten war
Sicherlich hatte sich jeder gew¸nscht. nit nach Mailand
fahren zu d¸rfen; da dies nat¸rlich nicht m–glich ist,
haben alle, die nicht mitfuhren, wenigstens Gelegen-
heit, durch Berichte in Wort und Bild von dieser
Sache zu erfahren,
Wenn beim AUFWŸRTS Stoffmangel vorliegt, dann
mangelt es an Berichten ¸ber Angelegenheiten der
Gewerkschaftsjagend.  F¸r  solche  hervorstechenden
Begebenheiten, wie die Mailandfahrt unserer Ge-
werkschaftsjugendgruppe, ist keine Seite in unserem
AUFWŸRTS zu schade.
Mit kollegialem Gruþ!
G¸nter Scheer, Berlin
Esperanto
Durch die Presse aller Richtungen ginaen im Atgust
Berichte ¸ber den 36. Esperanto-Welt-Kongreþ in M¸n-
chen, der rund 2000 Delegierte aus 40 L"ndern vereinte,
Diese Berichte haben mich und sicher viele unserer
Kollegen so sehr interessiert,, ddþ die Frage berechtigt
ist: "Unterst¸tzen die Gewerkschaften aller L"nder
Esperanto? In welcher Weise? Was k–nnen die deut-
schen Gewerkschaften tun, um die internationale Hilfs-
sprache, die allen nutzt, bei uns so zu verbreiten, daþ
sich der einfache Mann auf der Straþe, der Schuljunge,
der Lehrer, Professor, Pfarrer, Abgeordnete und Minister
bis zum Bundespr"sidenten daf¸r interessieren, so daþ
sie, wie es vern¸nftig w"re, bald an allen Schulen ein-
gefuhrt wurde? - Ich meine, der DGB sollte fur alle
Gewerkschafter eine besondere Esperanto-Auskinft-
stelle einrichtenDiese DGB-Esperantostelle: konnte allen
Zeitungen im Bundesgebiet laufend ¸ber Esperanto be-
richten, alle Pers–nlichkeiten in der Bundesrepublik.
selbst in den kleinen Gemeinden auffordern, sich f¸r die
v–lkerverhindende Idee des Esperantos einzusetzen und
Verbindungen mit den Kollegen anderer L"nder der
UNESCO aufnehmen. Kurz: so f¸r Esperanto werben,
daþ unsere internationalen Gewerkschaftstreffen und
Tagungen in ein bis zwei Jahren in Esperanto erfolgen.
Das m¸þte m–glich sein, wenn wir es ernsthaft wollen!-
Sprecht euch hierzu aus, in der Presse, in der Arbeits-
pause, in den Zusammenk¸nften des DGB.
Uwe Weier, Welpen bei Hattingen.
Schulen angewiesen, die äErziehung
zum  Haþ gegen die Feinde des
Fortschritts und der nationalen Be-
freiung' in den Mittelpunkt der
Ausbildung zu stellen.
Vier je Tag
In Nordrhein - Westfalen wurden
nach einem jetzt ver–ffentlichten
Bericht im ersten Halbjahr 1951
Insgesamt 771 Personen durch Ver-
kehrsunf"lle get–tet, also durch-
schnittlich vier je Tag. Die Zahl
der Verkehrsunf"lle stieg gegen.
uber den ersten sechs Monaten des
Vorjahres um  last 50 v. H, die
Zahl der Verletzten um 40 v. H.
und die der Toten um 10 v. H. FPr
das gesamte Bundesgebiet rechnet
man nach den bisherigen Statisti.
ken fi¸r das Jahr 1951 mit etwa
365 000 Unf"llen, 216 O00 Verletzten
und fast 10 000 Toten.
.,Dewihrungsatifslchr'
In sechs St"dten des Bundesgeblets.
darunter auch in Essen. bat das
Bundesjustlzminlsterlum  versuchs-
weise die ,Bew"hrungsauisicht vor
dem Urteil' elngef¸hrt. Sinn dieser
Maþnahme Ist es, straft"llig ge-
wordene Jugendliche vor dem Ge-
l"ngnls zu bewahren, soweit man
von Ihnen erhoffen kann, daþ sie
nicht mehr straff"llig werden.
Zwischen der Justiz und den freien
Ft¸rsorgeverb"nden Ist nun eine
Diskussion   dar¸lber  entstanden,
wer diese äProbatlon' durchf¸hren
soll: das Gericht oder das Jugend-
amt unter Einschaltung der Wohl-
fahrtsverb"nde.
Betrifft: Korrespondenz
Wir finden es als einen Mangel, daþ unsere Jugend-
zeitung nicht die M–glichkeit bietet, daþ sich dir.
Jugend der Gewerkschaft durch Briefaustausch n"her
kennenlernen kann.
Es sind bestimmt viele Kolleginnen und Kotl.oen da, die
hier gern mitmachen wurden. Es haben nicht alle Kol-
leginnen und Kollegen Gelegenheit, an den von Zeit zu
Zeit stattfindenden Jugendtreffen sich zu beteiligen und
dort andere Kolleginnen und Kollegen kennenzulernen.
um Erfahrungen auszutauschen, Aber sicher hatten viele
Zeit. sich brieflich mit Kolleginnen lnd Kollegen zu
unterhalten.
Gleichzeitig m¸þte hier die M–glichkeit geboten werden,
mit Kolleginnen und Kollegen aus dem Ausland Ver-
bindung aufnehmen zu k–nnen.
Hierdurch w¸rde doch ein fruchtbares Werk in der Ver-
st"ndigung in unseren eigenen Reihen geleistet'
Mit kollegialen Gr¸þen:
Gewerkschaftsjugend Weinheim a. d. B.
1. A.: Heinrich Drescher.
Protest
Der   Ortsjugendausschuþ  Hamburg   des  Deutsdhen
Gewerkschaftsbundes spricht sich mit aller Ent-
schiedenheit gegen die voni Bundeswirtschaftsminister
Professor Erhard geplante Jugend-Schrottwoche' aus
Unzahliaes Leid ist durch das Schrottsammeln in den
vergangenen Jahren ¸ber Jugendliche und Familien
gekommen. Leiter hat sich aus dem   Schrottsammeln
ein unglucklicher Sport entwickelt; viele Opfer sind
das traurige Ergebnis freiwilligen Schrottsammelns
Durch Explosionen verborgener Munition haben Kin-
der und Jugendliche ihr Leben eingeb¸þt oder sich
schwere   k–rperliche  Schaden  zugezogen   Herab-
sturzende  Hauserruinen  begruben   ¸berall junges
Mfenschenleben unter sich.
Durch das verantwortungslose Handeln von Hehlern
wurden junge Menschen zu Dieben erzogen, indem
sie Schrott sammelten und dieser nachher von den
Hehlern f¸r schweres Geld umgesetzt wusrde.
Im Interesse der Sicherheit, der Gesundheit und der
Erziehung unserer Jugend   erwartet die Hamburger
Gewerkschdttslutiend, daþ der Herr Bundeswirtschafts-
minister seinen .Jugend-Schrottplan' unverz¸glich zu
den Akten legt und von seiner Durchfuhrung ab-
sieht. Die vor einigen Tagen ausgesprochene Warnung
der st"ndigen Konferenz der Kultusminister wird von
uns begr¸þt und unterst¸tzt Auch der Herr Bundes-
wirtsdilftsminister sollte  diese Warnung  nicht un-
be'mdltet lassen
DAS K÷NIGLICHE SPIEL
(Den Schadcfreundea gewidmet)
.Schhdt', du geistig. uraltes Spiel.
Nicht jeder tut dich erfassen;
Doch wer mal in dich gedrungen ist,
Kann nie mehr von dir lassen
Die Stunden vergebn beim Denken und Slnnen,
Es gibt kein Zanken und Stretteta
Der beasere Spieler wird stets gewinnen.
(Remis tut man maglichst vermeiden.)
Der edle Spieler hat keinen D¸nkel,
Kennt weder arm noch reikh;
Er spielt mit seinem Freund hIm Winkel.
Beim Schach sind aele gleich.
.Schach', du k–niglich, herrllches Spiel,
Wir wollen dich nie vermissent
Du gibst uns Freude, ach, so viel.
Und f6rderst Geist und Wissen.
Hans Strein, Bad Kreuznach
Zur     Bew     egungsrationierung                       handeasein e91neesftBeaut'ehlsdat¸i
vdfte
W"scheklammern, die meist unpraktisch gehandhabt werden. Aus einem einfachen
St¸ck Leinea
fertigen wir einen Beutel, der in der oberen Mitte eine Oftnung erh"lt, oben
zugen"ht und mit
einem eingeschobenen Kleiderb¸gel an der Leine aufgeh"ngt und nach
Bedarf vorw"rtsgeschoben
wird.                                                                   
   Foto: Hubmann


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