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Jahrgang 4, Nr. 5 (March 10, 1951)

Blick nach Österreich,   p. [3] PDF (733.3 KB)


Page [3]


Blick nach
÷sterreich
F¸r den Ferienreisenden ist Osterreich das
Land, in dem er seine Traveller-Schecks zu
einem g¸nstigen Kurs in Schillinge um-
setzen kann. Das bedeutet f¸r den Oster-
reicher, daþ der Schilling niedrig steht und
daþ f¸r ihn das Leben sehr teuer ist. Das
Land muþ seine Lebensmittelversorgung
noch zu 38 v. H. aus ECA-Einfuhren dedcen.
Zucker und Fett (auþer Butter) sind ratio-
niert. Durch Import moderner landwirtschaft-
licher Maschinen, Saatgut, Zuchtvieh und
D¸ngemittel, durch den Aufbau zerst–rter
H–fe, Urbarmachung von Od- und Sumpf-
land versucht man, die landwirtschaftliche
Erzeugung von 1937 zu erreichen und zu
¸berschreiten, damit das Land m–glichst un-
abh"ngig wird. Das alles ist nur mit ERP-
Nlitteln m–glich. Es gibt kaum einen Zweig
der –sterreichischen Industrie, der nach dem
Kriege keinen neuen Aufschwung genom-
men h"tte. In den Schaufenstern zeigen sich
wieder Qualit"tsg¸ter der einheimischen
Produktion, deren Export die Devisen zur
Einfuhr der notwendigen Rohstoffe bringt.
Ein Drittel der –sterreichischen Ausfuhrg¸tei
kommt aus den verstaatlichten Werken der
Kohlen-. Eisen- und Stahlindistrie Sie sämr
Die Liniberg-Sperrniuer reizt bereits einen Linzer Mah'r, ihre imposante
Wirkung im Bild festzuhalten.
es auch, die den Bau von Arbeiterwoh-
nungen in groþem Rahmen in Angriff ge-
nommen haben. Der Wiederaufbau des Lan-
des ist eng mit der Steigerung seiner Ener-
niewirtsdh.af, ve rkn¸pft. Es laufen zurzeit
Zerstorte Bdueriihote -Wie der PatscheiJer Hof .i, bldmbdcn swerden nit ERP-MEtteln
wieder aufgebaut
zwanzig Projekte zur Stromerzeugung durch
Wasserkraft. Das Herzst¸ck des –sterreichi-
schen Energieausbaues ist das Kraftwerk
Kaprun am Fuþe des Groþglockners, das
nach seiner endg¸ltigen Fertigstellung 600
Millionen Kilowattstunden Elektrizit"t er-
zeugen kann. F¸r den Bau stellte die
Marshallplanverwaltung 265 Millionen Schil-
ling zur Verf¸gung. Unser Foto zeigt eine
95 Meter hohe Staumauer der Limbergsperre.
Hinter ihr staut sich bereits ein See mit 35
Millionen Kubikmeter Wasser.
Die W"hrungsreform, f¸r deren Durchf¸h-
rung die osterreichische Arbeiterschaft mit-
verantwortlich zeichnen kann, hat wesent-
lich zur Gesundung der Wirtschaft bei-
getragen. Doch hat das Land mit groþen
Schwierigkeiten zu k"mpfen. Aus der Isolie-
rung des russisch besetzten Sektors resul-
tieren erhebliche wirtschaftliche Ausf"lle.
Auf 6 Millionen Einwohner, die einen hohen
Prozentsatz alter Leute aufweisen, entfallen
nahezu 200 000 Arbeitslose. 500 000 Fl¸cht-
linge ersdiweren die Situation auþerordent-
lich. Hinzu kommen erhebliche Belastungen
durch Besatzungskosten. Osterreich hat in
der Uberwindung der Kriegssch"den zweifel-
los Fortschritte gemacht, aber der Lebens-
standard des Volkes ist niedrig. Die wirt-
schaftliche Lage ist sehr unsicher, und ohne
ausl"ndische Hilfe ist das Land noch nicht
lebensf"hig.
Diese Fabrik f¸r Webshiffe ist D -1rch dif ERP-Hilte wie'ier lebensf"hig.
,Junge Bauschreiner erhalten ihre Ausbildung aui einer –sterr. Werkschule.
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