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Jahrgang 3, Nr. 8 (April 22, 1950)

1. Mai 1950,   p. 2 and 3 PDF (1.2 MB)


Page 2 and 3


1. Ma 1950
Der Bundesvorstand des Deutsdien Gewerkschafts1ai des Jahres 1950 fur alle
Schaffenden und
erl"þt zum 1. Mai des Jahres 1950 folgenden Au  de Jahre        f¸rige
      ene      und
alle Arbeiter, Angestellten und Beamten in der De -  fur ihre Familienangeh–rigen
eine erh–hte
Bundesrepublik:                            edeutun<k Die Kundgebungen
der Gewerkschaften
allen an das Gewissen jedes einzelnen Menschen
Im Namen von f¸nf Millionen Mitgliedern d  ¸tteln ui1r die regierenden
Gewalten verpflichten,
angeschlossenen Gewerkschaften rufen wir al  ie Lehrni: aus der Vergangenheit,
insbesondere aus
beiter, Angestellten und Beamten, ohne Unte  en zwei Weltkriegen, zu ziehen.
der Partei und Konfession, des Alters und Gesc  le Trimlner in unseren St"dten,
die Not und das
und alle Arbeitslosen auf, mit uns am 1. Mai  lend unserer Fl¸chtlinge
und Arbeitslosen sind
Jahres einzutreten:                        inzig und allein die Folgen der
Kriege, der Dik-
f¸r den V–lkerfrieden,                tatur und jener Wirtschaftsordnung,
die uns die
feudalen und die kapitalistischen Kr"fte in Jahr-
f¸r die Vollbesch"ftigung aller arbeitsf  underteil aufzwangen. Diese
Kr"fte zerst–rten immer
und arbeitswilligen Kr"fte,        wieder, wvas die arbeitenden Menschen
unter Ent-
f¸r den Schutz der Arbeitskraft, insbes  behrung<:i an Wohlstand
geschaffen haben.
der weiblichen und derjenigen der  Werden unsere Forderungen nicht erf¸llt,
so steht
Menschen, als dem wertvollsten Gut L  unser Land und damit Europa vor weiterem
Verfall.
Volkes,                            Nur der Verzicht auf jedweden Nationalismus
und
f¸r einen schnellen und nach sozialen Ge  Militarismus sowie eine Neuordnung
der deutschen
punkten geordneten Wiederaufbau u  Wirtsductt und ihre Einordnung in die
europ"ische
St"dte und Wohnungen.              Gemeinschaft k–nnen diese Gefahr
bannen. Wir
d¸rfen und werden nicht zulassen, daþ der Kampf
Wir, die Gewerkschaften, fordern als erst  um die notwendige wirtschaftliche,
soziale und poli-
oberste Voraussetzung hierf¸r das uneinges  isdie Neuordnung dazu benutzt
wird, die ganze
Mitbestimmungsrecht in der gesamten Wi      enschheit mit ihrer Vernichtung
zu bedrohen.
und Verwaltung sowie die Uberf¸hrung der    ar der 1. Mai in den vergangenen
Jahrzehnten
stoffindustrien in Gemeineigentum.         as Symbol eines Kampfes um mehr
Recht und mehr
Vor sechs Jahrzehnten haben die organi    dCutz, so ist der 1. Mai jetzt
ein Kampftag f¸r
Arbeitnehmer den Weltfeiertag der Arbei    eben, Unabh"ngigkeit und Freiheit
¸berhaupt ge-
erstenmal gefeiert. Seither haben die Gewerks  orden.
im Verein mit politisch fortschrittlichen Kr"ft  aher rufen wir alle friedwilligen
und fortschritt-
Acht-Stunden-Tag, die Sonntagsruhe, einen  iCen Krafte unseres Volkes auf,
an diesem Tage
gehenden Schutz vor Ausbeutung sowie verb  InmÐtig und geschlossen mit
den Gewerkschaften
Arbeitsbedingungen, auch f¸r die Frauen u  u demonstrieren. In Stadt
und Land, in H¸tten und
Jugend, in Tarifvertr"gen, in internationalen  rihen, in Fabriken und Kontoren
sollen jung und
barungen und durch Gesetze in den L"nde   lt. Mann und Frau, den 1. Mai durch
Arbeitsruhe
menten erk"mpft. Gegen nationalistische u  rneut zum Feiertag der Arbeit
erheben.
taristische Gewalten im Staat, gegen ein r¸dk  ie Arbeitnehmer der
Welt schauen auch dieses
liches Unternehmertum, und bei oft weitge  hr am 1. Mai auf die arbeitenden
Menschen in
Teilnahmslosigkeit der arbeitenden Schichten  eutschla1. In groþen
Kundgebungen undw¸rdigen
sind groþe soziale, wirtschaftliche und ku  eiern wollen wir der Welt
und allen V–lkern
Errungenschaften erreicht worden.          nsere Fiedenswillen beweisen und
damit Br¸cken
Die Gegner der Gewerkschaften sind nicht   lagen helfen f¸r eine bessere
Zukunft.
zur¸ckgeschreckt, die K"mpfer f¸r Freiheit,  lle Arbeiter Angestellten
und Beamten und ihre
kratie und soziale Gerechtigkeit in Gef"   aialaniir
Zuh..ue un  Koznrtosae zuewrfngeh–rigen rufen wir deshalb namens der
Zuchth"user und Konzentrationslager zu wer  'utsdhen Gewerkschaften auf,
sich an den Kund-
sie sogar ihres Lebens zu berauben. Unter  ebungen zu beteiligen und damit
ein Bekenntnis
lichen Opfern muþte der Reaktion in Wirtsdi  Ðr den Frieden und
die Ziele der Gewerkschaften
Staat der bisher erzielte Fortschritt abgerun  Zulegen
mehr als einmal verteidigt werden.
Heute tritt die organisierte Macht des Unter  Idorf, Ende April 1950.
tums erneut dem Wollen der gewerkschaftli                   Deutsdcer Gewerksdcaftsbund
nisierten Kr"fte entgegen. Dadurch erl                          Der Bundesvorstand.
Fotos: Koch, Stadcelsdceid. Cleasen
3
Fotos: Artiv, Tsctir±h
u"PMg.", NWM-? M
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