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The History Collection

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Aufwärts
Jahrgang 2, Nr. 19 (September 10, 1949)

F. A.
Die Verantwortung des Lehrbetriebs,   p. 12


Mugrauer, H.
Neue Kurse-gesenkte Preise,   p. 12


Page 12


DIE VERANTWORTUNG DES LEHRBETRIEBS
Wohl kaum ein Pr¸fer wird behaupten
k–nnen, daþ die Pr¸fungen nach dem Kriege
ein zufriedenstellendes Bild von der Aus-
bildungsarbeit der Betriebe abgegeben ha-
ben. Wenn bei den ersten Pr¸fungen der
Nachkriegszeit noch ein Verst"ndnis f¸r
diese M"ngel aufgebracht werden konnt.e,
so lieþ sich aber diese R¸cksichtnahme be'.
den letzten Pr¸fungen nicht mehr vertreten.
Die vielfache Unsicherheit und Unf"higkeit
in praktischer Beziehung, die Unwissenheil
in theoretischer Hinsicht waren bei der
relativen Einfachheit der Forderungen allzu-
oft Grund zu der Feststellung, den Ursprung
allen Ubels bei den Lehrbetrieben zu suchen.
Von einer genauen Befolgung der Berufs-
bilder, welche doch nur das Wichtigste aus
der Vielfalt aller vorkommenden Arbeiten
enthalten, konnte nur selten die Rede sein.
Die vorgelegten Werkarbeitsb¸cher -eine
Chronik zumeist - erhellten das Bild. Aller-
dings hatte es der Betrieb vielfach nicht-
vers"umt, da's an der praktischen Ausbildung
Fehlende wenigstens in dem schriftlichen
Anmeldungsformular als erf¸llt vorzulegen.
Nur die Pr¸fung selbst entki'"ftete diese
wohlgemeinte Absicht vollends.
Parallel dazu bewegt sich die theoretische
Pr¸fung. Es ist nicht unbekannt, daþ die Be-
rufsschule von gewissen Betrieben alsnot-
wendiges Ubel empfunden und von s;eiten
dieser Betriebe auch nicht das Geringste zur
Unterst¸tzung der theoretischen Ausbildung
getan worden ist. Auch ist es nichts Neues,
wenn jene Werke vielfach ihre Lehrlinge
zwecks Erledigung dringender Arbeiten an
den Schultagen zuruckhalten. Gewiþ l"þt
sich diese Maþnahme manchmal nicht ver-
meiden, doch muþ dann aber auch das Werk
eine Nachholung des vers"umten Stoffes
gew"hrleisten.
Gewiþ l"þt sich äLehrling' von ~lehren' ab-
leiten, doch ist diese Bedeutung sicherlich
nicht mehr ganz akut. Wenn auch durch
Betriebseinschr"nkungen heute dem Lehr-
ling oftmals Arbeiten zufallen, die ob ihrer
Eint–nigkeit wenig zur Vervollkommnung
seines K–nnens beitragen k–nnen, dar!
dieser bedauerliche Umstand nicht zu stark
um sich greifen. Es geht nicht an, daþ defc
Junge restlos in Massenproduktionen ein-
gespannt wird und f¸r eine fachliche Aus-
bildung kein Raum bleibt, genau sowenig
wie ein Miþbrauch des Lehrlings zu Hilfs-
arbeiten jeglicher Art vorkommen darf. Uber
die Folgen dieser un¸berlegten und unver-
antwortlichen Maþnahmen besteht hoffent-
lich kein Zweifel mehr. Nach erledigter Lehr-
zeit kann*der Betrieb den Jungen nicht mehr
gebrauchen. Er leistet ja nun als Geselle
nicht das, was man von ihm erwarten muþ
(auf Grund des tariflich h–heren Lohnes!).
Folglich darf sich das Arbei~tsamt seiner an-
nehmen, und die Arbeit in dem (evtl. ehe-
maligen Muster-)Betrieb nimmt nun mit
anderen, mittlerweile neueingestellten Lehr-
lingen den bewuþten Fortgang. Der aus-
gelernte Lehrling aber steht nun da mit
d¸rftigsten Kenntnissen - die Pr¸fung be-
stand er vielleicht noch gerade-, und nie-
mand nimmt ihn.
W"re es nicht an der Zeit, daþ sich jeder
Betrieb, der Lehrlinge einstellt, zun"chst
einmal sehr vorsichtig in der zahlenm"þigen
Anforderung verh"lt, weiterhin aber auch
die M–glichkeiten ¸berpr¸ft, die ihm zur
Ausbildung zur Verf¸gung stehen.
Ubernehmnen wir nicht mit der Annahme
eines jeden einzelnen Lehrlings sowohl
eine menschliche als auch eine soziale Ver-
pflichtung? H"ngt es nicht von uns ab, ob
das fachliche Niveau unseres Nachwuchses
steigt oder f"llt? Es l"þt sich hierbei nicht
eine Gegen¸berstellung zwischen gestern
und heute vermeiden. Damals Gaudiplome,
Goldene Fahnen, sonstige Auszeichnungen
- heute winken diese zum ~Sozialismus'
ansprechenden Ehrengaben nicht mehr, und
es bleibt nur die n¸chterne Verpflichtung.
Die Verpflichtung gegen¸ber dem Lehrling,
die Verpflichtung gegen¸ber der Wirtschaft,
die Verpflichtung aber auch gegen¸ber uns
selbst. Es wird h–chste Zeit, daþ jeder Ver-
antwortliche seine Aufgabe konkreter denn
je anfaþt und wir wieder Forderungen stel-
len. Forderungen vor allem an die Betriebe,
damit ein Wiederholen des wiederholten
Versagens nicht weiterhin Schaden zuf¸gt.
Ein Weg, das Berufsbild und damit eine
systematischeAusrichtung des Lehrprogramms
zu gew"hrleisten, sind Zwischenpr¸fungen.
Sie sollen zu bestimmten Terminen - ein-
heitlich ausgerichtet - die L¸cken auf-
decken. Sie sollen helfen, den Jungen die
noch fehlenden Fertigkeiten nachholen zu
las.sen. Sie sollen zeigen, ob der Lehrling
¸berhaupt schon reif f¸r eine Pr¸fung ist.
F. A-
Folgende Fernunterrichtskurse k–nnen von
der ,,Briefschule" bezogen werden:
bei Vor- bei monat-
einsen- licherNach-
PREIS DER       KURSE       deung des nahme je
Betrages  Brief
DM      DM
NEUE KURSE -
GESENKTE PRE 1S1
E
Der Sommer geht langsam zur Neige, und
unsere f¸r die Schulungsarbeit verantwort-
lichen Funktion"re besch"ftigen sich bereits
mit dem Kursprogramm f¸r Herbst und Win-
ter. Seit die Gewerkschaften und Genossen-
schaften ihr eigenes Institut f¸r den Fern-
unterricht, die ",Brief schule-, gegr¸ndet haben.
ist ihnen diese Arbeit wesentlich erleichtert
worden. Immer mehr greifen sie auf die dort
herausgebrachten Kurse zur¸ck. Das st"rkste
Echo hat die ,,Briefschule" besonders dort ge-
funden, wo es an Lehrern und Referenten
fehlt, da sie diese vollauf ersetzt. Meist schlie-
þen sich die Fernsch¸ler der äBrief schule'
in –rtlichen oder betrieblichen Studienzirkeln
zusammen, um einen Kurs gemeinsam zu
studieren und zur Diskussion zu stellen. Wer
keine Gelegenheit hat, an solchen Studien-
zirkeln teilzunehmen, kann auch f¸r sich
allein jeden gew¸nschten Kurs studieren.
Jeder erste Studienbrief eines Kurses enth"lt
all das, was der Fernsch¸ler ¸ber die Arbeits-
methode wissen soll.
Dank der guten Beteiligung konnten die Kurs-
preise um etwa 15 bis 20 v. H. gesenkt wer-
den; wer es w¸ntscht, kann den jeweils bestell-
ten Kurs auch in monatlichen Raten bezahlen.
Bei Teilzahlung wird, wenn keine besonderen
W¸nsche ge"uþert werden, jeden Monat ein
Studienbrief des bestellten Kurses per Nach-
.nahme geliefert.
Gewerkschaftskunde
7 Studienbriefe
Genossenschaftswesen
4 Studienbriefe
Betriebswirtschaft
4 Studienbriefe
National–konomie (Grundkurs)
3 Studienbriefe
Grundfragen der Psychologie
3 Studienbriefe
Arbeitsverwaltung-
Arbeitspolitik
5 Studienbriefe
Versammlungstechnik
3 Studienbriefe
Die Freie Rede
-4 Studienbriefe
Technisches Rechnen, Teil I
4 Studienbriefe
Technisches Rechnen, Teil II
3 Studienbriefe
Kaufm"nnisches Rechnen
5 Studienbriefe
Englisch f¸r Anf"nger
6 Studienbriefe
9,50   1,65
8,50   2.45
8,50   2,45
6,50   2,50
6,50   2,50
2,50
2,50
2,45
2,60
2,60
2,60
2,60
11 -
6,50
8,50
9,20
6,90
11,50
13,80
Lieferbar ab November:
Von der Skizze zur tech-
nischen Zeichnung, Teil 1
4 Studienbriefe          9,20   2,60
Von der Skizze zur tech-
nischen Zeichnung, Teil II
3 Studienbriefe          6,90   2,60
Theorie und Praxis in der
Werkstatt
4 Studienbriefe          9,20   2,60
Zeichensetzung und Recht-
schreibung
4 Studienbriefe          9,20   2,60
Die Frau im Erwerbsleben
3 Studienbriefe          6,50   2,50
In Vorbereitung:
Buchf¸hrung, Rechenschieber, Sozialpolitik,
Arbeitsrecht, Wirtschaftspolitik
Bestellungen k–nnen entweder ¸ber die ein-
zelnen Organisationen oder direkt an die
Briefschule", Frankfurt am Main, Wilhelm-
Leuschner-Straþe 69/77, gerichtet werden. Die
Kursgeb¸hren sind auf das Postscheckkonto
Frankfurt a. M. Nr. 686 28 einzuzahlen.
H. Mugrauer
i


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