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The History Collection

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Aufwärts
Jahrgang 2, Nr. 1 (January 1, 1949)

Braukmann, Karl
Jahresschluß 1948,   p. 4


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X ÷ L N, den 1. Januar 1949 r
Liebe Kolleginnen und Kollegen!
)ii tdieser Nummer beginnt min neuer Jahrgang unseres Auf'w"rts.
14 Hefte liegen vor Euch. Jedes Heft war begleitet von dem Wunsck'
der Redaktion. es Euch recht gemacht zu haben. Der Anfang mit Euch
war schwer. Miþtrauisch habt Ihr den neuen Gef"hrten angepackt.
Noch war nicht das rechte.Verh"ltnis hergestellt. Was dem einen        -
recht war, hieþ anderswo schlecht. Langsam kamen die Verbindungen..
Auf vielen Eurer Tagungen und Abende waren wir Redaktionekollegen      .
zu Gast. Nun sind~wir keine Unbekannten mehr. Das zeigt der lebendire
Briefverkehr. Berichte mit trd ohne Bilder kamen bei uns an.
Sollten wir alle aufnehmen, so m¸þte Euer Aufw"rts den doppelter.
Umfang haben.
Ani dieser Stelle wollen wir den Kolleginnen und Kollegen von der
Gewerkschaftsjugend Sch–tmar. dem Betriebsjugendausschuþ der
Fartb-
fabriken Bayer in Leverkusen, der Jugendgruppe des Ortsausechusses
Ludenscheid, dem Kollegen Hans Joachim Henke von Kamp-Lintfort.
der Kollegin Steffi K"mmer aus Oldenburg, den Kolleginnen aus der       2
I.G. Chemie, Papier, Keramik ¸ber ihren Bericht vom Ferienlager
) Menden, dem Kollegen Max Kr¸ger, Hamburg. der Gewerkschafts-Jugend-
gruppe I.G. Metall. Hagen. der Jugendgruppe ÷ffentliche Dienste.
R agen, der Jugendgruppe des Reichsbahnausbesserungswerkes Krefeld-
Oppum, der Jugendgruppe Hammm-Boemen f¸r ihren Fahrtenbericht von 
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Arnsberg und der Gewerkschaftsjugend des, Ortaausschusses L¸neburg
f¸r ihren Sommerlagerbericht von Sylt Dank aussprechen. Viele Aus-
flugsberichte und Lagergeschichten' konnten wir aus Platzman-
uigel nicht bringen, sondern waren gezwungen, nur aus der gewerk-
schaftlichen Jugendarbeit zu berichten.
Daher bleiben such all die vielen Weihnachtsaktionen im groþen    
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ee und ganzen unerw"hnt. Manche, besonders aus unserer n"heren Umge-
1 bu:g, sidbkntgwre.S              die feine Ideder Gewerkschafts-
eine Flchtinglagr enenKindergarten einzurichten. In Westick-
Kaiserau bescherte der Bezirk Nordrhein-Wesfalen 12 eltern- und
heimatlose junge Bergleute. In Rheinhausen bescherte der Jugend-
Iausschuþ der Firma Stahlbau 700 Kinder von 2 - 8 Jahren. Auch die
Gewerkschaftsjngend von Bayer-Leverkusen bescherte ca. 700 Kinder
in einer sch–nen Weihnachtsfeier. Dank all den Genannten und Um-
genannten, die Weihnachten t"tige Hilfe leisteten in dieser bar-
ten Zeit. Wir konnten nur anreszen. Um so xr–þer ist unsere Freude
.
1
¸ber das vielf"ltige Echo von Nord bis S¸d.
Heitet 1949 Eurem Aufw"rts die Treue. Noch knenen die Schreibtische .
die Papierflut rassen. Wenn mehr kommt, dann bauen wir an. Unser
Versprechen,% daþ der Aufw "rts auch 1949 Euer Gesicht tragen und in
-den feinen oder schwieligen H"nden nicht zu leicht befunden werden
mag, begleitet diese ers~te Nummer des zweiten Jahrgangs.
Eu re Redaktion Aufw"rts
Jcailiressch luf)' 19 148
Dieses unscheinbare Wort birgt in sich eine geheimnisvolle Zauberkraft.
In allen Zweigen der Wirtschaft, bei Beh–rden, ¸berall dort,
wo im kleinen
und gioþen Arbeit geleistet wird, steigert sich in den letzten Wochen
des Jahres das Arbeitstempo. Jahresbericht, Jahresabschluþ sind wie
Hetzhunde, die unerbittlich das Tempo der Arbeit bestimmen. Gewichtige
Schilder tauchen hier und da auf, die kurz und b¸ndig besagen: ãWegen
Jahresabschluþarbeiten bleiben unsere B¸ror"ume von .., bis ...
ge-
schlossen." Unsere Arbeit l"þt keine Pause zu, weil Gewerkschaftsarbeit
Anw'altserbeit der wirtschaftlich Schwachen ist Wenn in dieses Arbeits-
tempo noch der Aufw"rts-Redakteur einen Jahresabschluþartikel an-
mahnt, dann m–chte man ... Was man m–chte..,sagt man nicht Man
setzt sich hin und versucht, das Jahr zu ¸berschauen, die Aktiven und
Passiven, den Gewinn oder Verlust.
Die wichtigsten Ereignisse dieses Jahres in ihrer Reihenfolge waren wohl
die Tagung in Hallthurm. die Zonenjugendkonferenz in D¸sseldorf und
das Erscheinen der Jugendzeitung. Itiese drei Geschehnisse in der
gewerkschaftlich-en Jugendarbeit als Soll oder Haben zu verbuchen, will
ich kurz versuchen.
Hallthurm war in der gesamtdeutschen Schau gesehen, ein Gewinn. Wir
gingen von Hallthurm mit dem Gef¸hl nach Hause, einen Beitrag ge-
leistet zu haben zum Zusammenschluþ der deutschen Gewerkschaften
in - wie k–nnte es anders sein - allerk¸rzester Zeit. Der Gang
der
Ereignisse im Ablauf des Jahres zwang uns zu Berichtigungen. Einen
Teil unserer Hoffnungen haben wir zu Grabe tragen m¸ssen. Hier ist
nicht der Platz, eine Schuldrechnung aufzumachen. Die Jugend stellt das
n¸chtern fest, weil die Vergangenheit gelehrt hat, daþ der Weg
in die
Zukunft nur in der Beachtung der Wirklichkeit allein festen Grund hat.
Die Zonenjugendkonferpnz in D¸sseldorf war der Versuch, die uns um-
dr"ngenden Probleme in gemeinsamer Arbeit der Kl"rung n"herzu-
bringen. Was war positiv? Die Zonenjugendkonferenz w"hlte einen
Zonenjugendausschuþ. Dieser hat, vom Vertrauen aller getragen, wirk-
lich fruchtbar und sachlich und mit dem Willen zur Einheit seine Arbeit
aufgenommen. Wir alle wissen um die Schwierigkeiten in unserer
Arbeit. So verbuchen wir diesen Anfang als einen Gewinn.
Die Jugendzeitung erschien und gab uns dice M–g"lichkeit, unsere Ge-
danken und Auffassungen in der Offentlichkeit zu vertreten und zu
begr¸nden. Manches Wort der Kritik ist an der Jugendzeitung ge¸bt
worden'. Wir d¸rfen dennoch sagen, nicht allein der Titel heiþt
"Auf-
w"rts", sondern auch die inhaltliche Gestaltung war ein Weg "Aufw"rts".-
Daþ die Auflagenh–he gesteigert werden muþ, wiþt
ihr alle. Ich spreche
die Hoffnung aus, daþ diese Aufgabe jeder als seine Arbeit ansieht.
Wieviel Gewerkschaftsarbeit getan und wieviel zu tun ¸brig bleibt,
zeigte uns der Tag der gewerkschaftlichen Aktion. Wir waren mit daran
beteiligt, und die Forderungen der Gewerkschaft sind unsere Forde-
rungen. Im Licht und Schatten des 12. Novembers stehend, blicken wir
auch auf den 20. Juni, den Tag der W"hrungsreform. Er bedeutete auch
f¸r unsere Jugendarbeit einen grundlegenden Wandel. Zum zweitenmal
seit 1945 muþte mit diesem Tag die finanzielle Untermauerung der
gewerkschaftlichen Arbeit neu begonnen werden. Was im Verlauf der
Preisentwicklung nach der W"hrungsreform geschah, gibt letzthin die
Berechtigung f¸r die gewerkschaftliche Aktion. Als Jugend in der
Gewerkschaft sind äwir zu nahe an den Problemen, um uns groþ in
die
Er–rterung ¸ber die Notwendigkeit dieser Aktion einzulassen.
St"rker als zu Beginn des Jahres 1948 sind wir von dem Gedanken
erf¸llt, daþ der gewerkschaftlichee Wille und der gewerkschaftliche
Kampf nur in der Einheit des deutschen Gewerkschaftsbundes Erfolg
versprechen. Dieses auszusprechen am Schluþ eines Jahres bedeutet
f¸r das neu angefangene Jahr die Bereitschaft aller in unseren Reihen
zur wirklich aktiven gewerkschaftlichen Arbeit. Unsere Arbeit muþ von
Erfolg gekr–nt sein, damit viele noch Auþenstehende den Weg in
unsere
Reihen finden.
Also, packt an, und dazu allen Kolleginnen und Kollegen am Beginn
des Jahres 1949 ein frisches ,,Gl¸ckauf"!      Karl Braukmann.
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Frohe Fahrt ins neue Jahr' lt A ¸l
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Foto: A. T–lle
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