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The History Collection

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Drews, Richard; Kantorowicz, Alfred, 1899- (ed.) / Verboten and verbrannt, deutsche Literatur 12 Jahre unterdr├╝ckt
([1947])

Summarische Bibliographie,   pp. 189-207 ff. PDF (739.8 KB)


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Patrouille", die wegen Veriichtlichmachung der Wehrmacht heftig ange-
griffen wurden. Die Einwande, die gegen Lange erhohen wurden, fiihrten
schlieBlich dazu, daa seine Biicher gesperrt wurden. Seine Kantaten ,,Der
Friede" und ,,Das Bleibende" wurden geheim verbreitet. 1946 wurde
Horst
Lange zum Prasidenten der Miinchener Kultur-Liga ernannt. 1947 erschien
im Kurt Desch-Verlag Muinchen sein Romanfragment ,,Der Ruf des Pirols".
Nach Jahren der Leiden und des Exils ist W o l f g a n g L a n g h o f f
nach
Deutschland zurtickgekehrt. Er ist in Berlin als Intendant des Deutschen
Theaters tatig und hat den erschuitternden KZ-Roman ,,Die Moorsoldaten"
ge-
sthrieben. L e o L an i a, 1886 geboren, war Mitarbeiter von Piscator und
schrieb im Exil u. a. den Roman ,,Das gelobte Land" und die Kom6die
,,Das
Olfeld". R o b e r t L a n t z lebt als Mitglied des Pen-Clubs jetzt
in London.
H a n s E. L a u e r veroffentlichte im Exil ein Werk fiber die deutsche
Klassik.
O t t o L e h m a n n - R u B b u e I d t, fflhrender Pazifist, einst Mitarbeiter
der
,,Weltbiihne", lebt in London. F r a n z L e s c h n I t z e r emigrierte
nach RuB-
land und wirkte dort als tbersetzer, Kritiker und Essayist an vielen
deutschsprachigen Zeitschriften. Prof. A r t h u r L i e b e r t veroffentlichte
im Londoner Exil ein Buch: ,,Krisis des Idealismus"; F e r d i n a n
d L i o n
schrieb fiber ,,Thomas Mann in seiner Zeit". H e r m a n n L I n t (Hermann
Lewy) hat vor 1933 eine Reihe von Romanen geschrieben und auch im Exil
Verschiedenes verbffentlicht. I r m g a r d L I t t e n, die Mutter des von
den
Nazis ermordeten Hans Litten, schrieb ein Buch ,,Eine Mutter kampft gegen
Hitler", das, zunachst in England erschienen, jetzt auch in deutscher
Sprache
veroffentlicht wurde, mit einem Vorwort von Rudolf Olden. 0 s k a r
L o e r k e, lange Zeit als Nachfolger Moritz Heimanns Lektor des S. Fischer-
Verlages, ist vor einigen Jahren gestorben. Er wurde 1933 aus der Deutschen
Akademie der Kiinste ausgeschlossen und in der Nazipresse besonders wegen
seiner judenfreundlichen Haltung angegriffen und verleumdet. 1940 erlag er
dem an ihm zehrenden Gram ilber die Tyrannei des herrschenden Regimes.
Seine zahlreichen Gedichtbande, die ihn als zeitfiberragenden Lyriker er-
weisen, und seine Essays sind unvergessen. H u b e r t u s P r i n z z u
L o e w e n s t e i n, vor 1933 Reichsbannerjugendfilhrer und Leitartikler,
schrieb im Exil mehrere Biicher autoblographischen und zeitkritischen Inhalts.
Er ist Ende 1946 nach Deutschland zurfickgekehrt. H o r s t L o m m e r,
der
sein Manuskript ,,Das tausendjalirige Reich", das inzwischen im Aufbau-
Verlag erschienen ist, auswendig lernte, um es vor den Nachstellungen der
Nazis hinilberzuretten, wirkt in Berlin. Von Hans Lorbeer, dem Ar-
beiter-Dichter, las man neuerdings Proben empfindungsstarker Lyrik. Im
Greifenverlag erscheint sein Buch ,,Die Legende vom Soldaten Daniel".
E r n s t L o t h a r, der osterreichische Dichter, Verfasser zahlreicher
erfolg-
reicher Romane vor 1933, emigrierte seinerzeit nach den USA. Sein im Exil
geschriebener und erschienener Roman ,,Heldenplatz" ist der erste Teil
eines
Zyklus, der die Schicksale von Osterreichern wahrend der letzten Jahre be-
handeln wird. P a u I E. H. L ii t h, Verfasser einer 1947 im Limes-Verlag,
Wiesbaden, ersehienenen zweibandigen deutschen Literaturgeschichte, der wir
einige Hinweise verdanken - ebenso wie den in der ,,Neuen Zeitung" er-
schienenen Artikeln von F. C. W e i sk o p f fiber Exilliteratur -, gab 1942
einen Band fernbstlicher Lyrik heraus, In den er eigene pazifistische Verse
als angebliche tbersetzungen einflocht. G e o r g L u k a c s, hervorragen-
ddr Literaturkritiker und Verfasser zahlreicher literaturgeschichtlicher
Werke, schrieb wahrend der Emigration eine Biographie fiber ,,Gottfried
197


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