University of Wisconsin Digital Collections
Link to University of Wisconsin Digital Collections
Link to University of Wisconsin Digital Collections
The History Collection

Page View

Germany (West). Bundesministerium für Gesamtdeutsche Fragen. / Polit-Kunst in der Sowjetischen Besatzungszone; "III. Deutsche Kunstausstellung 1953" Dresden.
(1953)

"Sozialistischer Realismus" -- "ideologische Klärung",   pp. 15-38 PDF (7.3 MB)


Page 31


,,Kritik und Selbstkritik"
,,Eine Schwache bildet die noch vielfach vorhandene Diskrepanz zwischen
Wollen und Konnen, die mangelnde Qualitat, die aus mangelnder
Kenntnis und Beherrschung des handwerklichen Riistzeugs stammt...
Weil viele Maler sie (die Gesetze der Anatomie und Perspektive) nur
ungeniigend beherrschen, kann oft auf den Bildern keine riumliche
Tiefenwirkung erzielt werden, regieren oft noch die Flichigkeit... oder
starre Unbeholfenheit... Die Schaffung eines spannungsreichen Verhalt-
nisses zwischen vorn und hinten gelingt weder Neumann mit seinen
,Studentischen Aufbauhelfern' (siehe Abb. S. 11) noch Schitze mit seinem
Bericht uiber das ,Entstehen eines Hochhauses'. Besonders seine Gestalten
haben noch eine modellhafte Starrheit, und der Hintergrund wirkt als
reine Staffage..."
Zu Nationalpreistraiger Prof. Otto Nagel und seinem Bild wird gesagt:
,,Sein ,Jun ger Maurer' ist mehr konstruiert als erlebt, und es mul3 ernst-
haft gefragt werden, ob die Ausstellung einer solchen Arbeit fur diesen
verdienten Kiunstler vertretbar ist. Sie ist sowohl in der Anlage wie in
der Ausfuhrung von groller Fliichtigkeit..."
Zu den Bildern von Maler Ortel: ,,. . . dessen Menschen von einer
maskenhaften Starrheit sind und wie aufpostierte Gliederpuppen
wirken. . ."
Zu einem Bild von Maler Harras: ,,Hier kleben die Figuren noch zu stark
an der Flache. Es fehlt jede Differenzierung des Details ..."
Zu den Schilderungen der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossen-
schaften: ,,Bisher ist es keinem gelungen, dieses aktuelle Thema in
seiner entscheidenden Bedeutung zu erfassen, geschweige denn in die
Tiefe des gesellschaftlichen Bereiches einzudringen..."
Zum Portrat: ,,Es bleibt eine gewisse Enttauschung, wie das eigentliche
Portriit sehr oft noch die geistige Durchdringung vermissen lat. Auf
diesen Bildnissen namhafter Wissenschaftler und Erfinder, Arzte und
Schriftsteller, Aktivisten und Lehrer spricht nur selten der Charakter
der Personlichkeit, das Wesen ihrer Tatigkeit..."
,,National-Zeitung" (NDPD), Ostberlin, 11. 3.1953.
,,Die Ausstellung offenbart im grollen gesehen in der Mehrzahl der Werke
deutlich einen Widerspruch zwischen Wollen und Konnen. Die Grund-
lage der kiunstlerischen Meisterschaft ist unzweifelhaft die vollkommene
Beherrschung der Zeichnung. Gerade aber darin lassen noch sehr viele
Arbeiten zu wuinschen uibrig."
,,Neues Deutschland" (SED), Ostberlin, 4. 3.1953.
31


Go up to Top of Page