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Germany (West). Bundesministerium für Gesamtdeutsche Fragen. / Polit-Kunst in der Sowjetischen Besatzungszone; "III. Deutsche Kunstausstellung 1953" Dresden.
(1953)

"Sozialistischer Realismus" -- "ideologische Klärung",   pp. 15-38 PDF (7.3 MB)


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Die westdeutschen Gaste: ,Ungeniigende ideologische Einsicht"
,,Das Bildnis und vor allem die Natur sind - realistisch gestaltet - die
hauptsachlichste Domane der westdeutschen Kiinstler (in der Ausstellung).
Diese thematische Hinwendung, die sich in den meisten Fiallen durch ein
Ankniipfen an aItere suid- und westdeutsche Traditionen auszeichnet, be-
deutet in gewisser Hinsicht ein Ausweichen vor einer Gestaltung der
brennenden gesellschaftlicben Problematik. Der bewuite politische und
gesellschaftliche Inhalt fehlt bis auf wenige Ausnahmen. Dieser Rfickzug
auf die zwar schoin gehandhabte, doch im Unverbindlichen verharrende
Landschafts- und Portratkunst kann durch ungenuigende ideologische Ein-
sicht ... erklart werden."
,,Berliner Zeitung" (SED), Ostberlin, 21. 3.1953.
,.Zuriick noch einmal zu den westdeutschen Kiinstlern. Dem handwerk-
lichen Konnen wird man in den Blumenstiieken, den Flulllandschaften,
in der farbigen Wiedergabe von Sommer und Winter nicht die Hoch-
achtung versagen, aber im Formalismus liegt keine kiindende Kraft, und
echte Kunst hat den Auftrag, das Neue zu verkiinden."
,,Brandenburgische Neueste Nachrichten" (NDPD), Potsdam, 29. 3.1953.
Giinter Dietz, Bremen, zeigt in einem Gemalde eine ,Demonstration der
Nationalen Front in Westdeutschland', die bei stromendem Regen unter
der Losung ,Wir fordern den Friedensvertrag' stattfand. Von starker
Wirkung ist das Gem-ilde des Diisseldorfer Malers Hans Kralik ,Philipp-
Muller-Aufgebot' (siehe Abb. S. 28) ... Von kimpferischer Kraft erfiillt
ist das Bild ,Streikposten in Hamburg' (siehe Abb. S. 25) des Hamburger
Malers Willy Colberg."
,,Norddeutsche Zeitung" (LDP), Schwerin, 3. 3.1953.
Zu diesen beiden Bildern sagte Grotewohl in seiner Eroffnungsrede:
,,Ein Werk des Diisseldorfer Malers Hans Kralik ist der westdeutschen
Jugend gewidmet. Trotz mancher noch anhaftender formaler Mangel
macht der Kiunstler die Vielfalt der Menschen sichtbar, die dem Kampf
um den Frieden und die Einheit Deutschlands mutig Herz und Verstand
schenken. Von groBer Kraft ist das Bild des Malers Willy Colberg aus
Hamburg, der in zwei Streikposten vor dem Hamburger Hafen von
der Starke der deutschen Arbeiterklasse, von ihrer hohen historischen
Aufgabe und ihrer sittlichen Gr6oe erzahlt..."
,,Neues Deutschland" (SED), Ostberlin, 3. 3.1953.
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