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Nationale Front des Demokratischen Deutschland / Weissbuch über die amerikanisch-englische Interventionspolitik in Westdeutschland und das Wiedererstehen des deutschen Imperialismus
([1951])

3. Ein deutsches Söldnerheer als "Himmelfahrtskommando" für den amerikanischen Krieg,   pp. 146-153 PDF (4.7 MB)


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teiligten Staaten, und die deutschen Militaristen protestierten dagegen,
daB man
ihnen nur kleine Einheiten und keine selbstandige Kommandogewalt einrAumen
wolle. nEs gab weitverbreitetes Miltrauen der Deutschen gegenuber der militari-
sdien Kompetenz der Franzosen und ihren strategischen Konzeptionen in bezug
auf
die Verteidigung Europas.' (McCloy.)
Die Vertreter des USA-Imperialismus haben volles Verstandnis ffur die *Oppo-
sition' der Vertreter des deutschen Imperialismus und Militarismus und entspredcen
gern deren Forderungen, sofern sie nur die groBtm6gliche Aussdibpfung der
,Wehr.
kraft' Westdeutschlands gewdhrleisten. Denn vor allem darum geht es dem USA-
Imperiaelismus im Grunde.
Die von amerikanischer Seite gemaditen militirischen und politisdien Zugest&nd-
nisse verstarken die Position des deutschen Imperialismus; sie erlauben den
Herren
des Bonner Separatstaates, die Bev6lkerung Westdeutschlands mit *Erfolgens
in bezug auf die Wiederherstellung der .Souveranititm des deutschen Staates,
seiner
Stellung als einer *selbstindigen Macht' irrezuffihren, wenngleich durch
die *Zu-
gestindnisse' die deutsche Einheit nur un so schwer~er geschddigt wird. Die
amer-
kanischen .Zugestandnisse' sind aber gerade darauf beredhnet, die Spaltung
Deutsch-
lands zu vertiefen und den westdeutsdcen Parteig&ngern des amerikanischen
Im-
perialismus zu erm6glichen, den Widerstand der ubergroBen Mehrheit der Bevolke-
rung gegen die Remilitarisierung zu brechen.*
Amerikanische Invasion zur Stfutzung der Remilitarisierung
Adenauer hatte am 29. August 1950 ein Geheim-Memorandum an den Vorsitzen-
den der ,Alliierten Hochkommission', McCloy gerichtet, in dem es u. a. heiMt:
.D e r
Bundeskanzler hat wiederholt um die Verstirkung der Be-
satzungstruppen gebeten und erneuert diese Bitte hiermit
i n d r i n g e n d s t e r F o r m. Denn die Verstarkung der alliierten
Besatzungstrup-
pen ist auci deswegen notwendig, weil nur hinter dem Schutz einer ausreichen-
den Zahl gut ausgebildeter alliierter Divisionen die gegenwartig in Westeuropa
an-
laufenden VerteidigungsmaBnahmen ungestbrt durchgefiuhrt werden k6nnen. Dor
Bundeskanzler hat ferner wiederholt seine Bereitsciaft erklart, im Falle
der Bildung
einer internationalen westeuropaiscien Armee einen Beitrag in Form eines
deutschen
Kontingents zu leisten.' (.Die Neue Zeitung', Munchen, 27. November 1950.)
,,Am 24. August gaben maBgebende Politiker der Regierung und der Opposition
Presseerklarungen ab, die zur Klarung... beitrugen. Bundeskanzler Adenauer...
trat fur eine Bundespolizei zur Bekampfung umstfirzlerischer Elemente im
Innern
ein, verwies jedoch die Sicherheit nach auBen in den Verantwortungsbereich
der
Besatzungsmachte. Er forderte    die Verstarkung       der alliierten
Streitkrafte in Deutschland... und erklarte, Deutschland waire
bereit, sich unter annehmbaren Bedingungen einem System gemeinsamer Sicherheit
anzuschlielaen . .
.Der Oppositionsfuihrer Dr. Kurt Schumacher ... vertrat die Ansicht, d i
e e i n z i g e
wirkliche Gewahr fur die Erhaltung des Friedens bestehe in
der Konzentration erheblich verstarkter alliierter Trup-
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