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The History Collection

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Jahrgang 20, Nr. 7 (July 15, 1967)

Die Geschichte vom kleinen Mann, der in die Rolle des Diktators kam,   pp. 18-19


Page 18

Keit, uns mir noner uescnwina.gneii vorzunewegen, ocn wir nagen uns 
selbst eingesperrt. Die Maschinen, die uns im Oberfluß geben sollten,
haben 
uns in Not gebracht. Unser Wissen hat uns zynisch, die Schärfe unseres
Verstandes hat uns kalt und lieblos gemacht. Wir denken zuviel und fühlen
zuwenig. Dringender als der Technik bedürfen wir der Menschlichkeit.
Güte und Sanftmut sind wichtiger für uns als Intelligenz. Mit dem
Verlust 
dieser Eigenschaften wird das Leben immer gewalttätiger, und alles wird
verloren sein. 
Das Flugzeug und das Radio haben uns einander nähergebracht. Das in-
nerste Wesen dieser Dinge ruft nach den guten Eigenschaften im Menschen 
- ruft nach weltweiter Brüderlichkeit - fordert uns auf, uns zu vereinigen.
In 
diesem Augenblick erreicht meine Stimme Millionen Menschen in der gan- 
zen Welt - Millionen verzweifelter Männer, Frauen und kleiner Kinder
-, die 
die Opfer sind eines Systems, das Menschen dazu bringt, Unschuldige zu 
quälen und in Gefängnisse zu werfen. Denen, die mich hören
können, rufe 
ich zu: ~Verzweifelt nicht!" Das Elend,das überunsgekommen ist,
ist nichts 
als Gier, die vorübergeht - die Bitterkeit von Menschen, die den Fortschritt
der Menschheit fürchten. Der Haß der Menschen wird aufhören,
Diktatoren 
werden sterben, und die Macht, die sie dem Volk genommen haben, wird an 
das Volk zurückgegeben werden. Solange Menschen sterben, kann die Frei-
heit niemals untergehen. 
Soldatenl Unterwerft euch nicht diesen Gewalttätern, die euch verachten
und versklaven, die euer Leben in starre Regeln zwingen und euch befeh- 
len, was ihr tun, was ihr denken und was ihr fühlen sollt! Sie drillen
euch, 
sie päppeln euch auf und behandeln euch wie das Vieh, um euch schließ-
lich als Kanonenfutter zu verbrauchen. Unterwerft euch nicht diesen Un- 
menschen - Maschinenmenschen, mit Maschinengehirnen, Maschinen- 
herzen. Ihr seid keine Maschinen! Ihr seid Menschen! In euren Herzen lebt
die Liebe zur Menschheitl Haßt nicht. Nur der Ungeliebte kann hassen
- der 
Ungeliebte, der Pervertiertel 
Soldatenl Kämpft nicht für die Sklavereil Kämpft für
die Freiheitl im sieb- 
zehnten Kapitel des Lukas-Evangeliums steht geschrieben, das Reich Got- 
tes sei im Menschen - nicht In einem Menschen oder in einer besonderen 
Gruppe von Menschen, sondern in allen! In euch! Ihr, das Volk, habt die 
Macht - die Macht, Maschinen zu erschaffen. Die Macht, Glück hervorzu-
bringen! Ihr, das Volk, habt die Macht, das Leben frei und schön zu
gestal- 
ten - aus diesem Leben ein wunderbares Abenteuer werden zu lassen. Laßt
uns also - im Namen der Demokratie - diese Macht anwenden - vereinigt 
euchl Laßt uns kämpfen für eine neue Welt, für eine
gesittete Welt, in der 
jedermann die Möglichkeit hat, zu arbeiten, die der Jugend eine Zukunft
und 
die dem Alter Sicherheit zu geben vermag. 
Die Gewalttäter sind zur Macht gekommen, weil sie euch diese Dinge ver-
sprochen haben. Doch sie lügen! Sie halten ihre Versprechen nicht. Sie
wer- 
den das nie tun! Diktatoren befreien sich selbst, aber sie versklaven das
Volk. Laßt uns nun dafür kämpfen, die Welt zu befreien -
die nationalen 
Schranken niederzureißen - die Gier, den Haß und die Intoleranz
beiseite 
zu werfen. Laßt uns kämpfen für eine Weit der Vernunft -
eine Welt, in der 
Wissenschaft und Fortschritt zu unser aller Glück führen sollen.
Der jüdische Friseur (Charlie Chaplin) aus dem imaginären Lante
Tomania 
kämpft im ersten Weltkrieg an der Front, wo er bei einem Flutz.eb.urz
sein 
Gedächtnis verliert. 
Der Diktator Hynkel (Chariie Chapiin) und sein Gast, der Diktator Napaloni
(Jack Oaki), regeln Grenzstreitigkeiten. Sie terrorisieren ihre Länder
mit den 
gleichen Methoden, aber sie hegen Mißtrauen gegeneinander. 
Fotos: United Artists 


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