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Aufwärts
Jahrgang 20, Nr. 7 (July 15, 1967)

Heyder, Gunther
Berufsausbildung in Deutschland,   pp. 14-15


Page 14

nehr  Tasche liegt, wenige nur achten in erster  Dieser ~großen Bedeutung"
allerdings 
zeigt  Linie auf eine qualitativ hochstehende  wird in der Praxis bislang
nur sehr unzu- 
Berufserziehung. Das Zusammenspiel  reichend Rechnung getragen. Denn fast
sind  aller Beteiligten kommt nur in Einzel-  eindreiviertel Millionen Berufsschülern
aum   fällen und an wenigen Orten zustande.  stehen lediglich etwas
über 150000 Fach- 
sche   Die Berufsausbildung ist, aufs Ganze  schüler gegenüber,
das sind noch nicht 
und   gesehen, nicht aus einem Guß'. Wenn in  einmal 10 v.H. Dabei
ist noch zu berück- 
jun-  der Erziehung mehrere an verschiedenen  sichtigen, daß die Mehrzahl
der Fach- 
schulen in der Bundesrepublik die Lehre 
nicht ersetzen, sondern meist bloß eine 
ergänzende Unterrichtung geben. 
Und anderswo? 
Ganz anders sieht es da in Schweden 
aus. Hier besuchen nach neun Jahren 
Grundschule 25v. H. Fachschulen, 25 v. H. 
Vollzeitberufsfachschulen mit Lehrab- 
schluß, 30 v.H. Gymnasien, und lediglich 
20 v.H. absolvieren das hierzulande 
übliche duale System, d. h. betriebliche 
Lehre plus Berufsschule. In Holland sind 
es 40 v.H. der Volksschüler, die an- 
schließend eine Vollzeitfachschule be- 
suchen, in Belgien 50 v.H. und in Frank- 
reich über 60 v.H. Auch im Ostblock lie- 
gen die Zahlen der Fachschulabsolven- 
ten weit höher als in der Bundesrepu- 
blik. In der Tschechoslowakei beispiels- 
weise gehen rund 17 v.H. eines Geburts- 
jahrganges in die Gymnasien, 19 v.H. in 
die beruflichen Fachschulen und 60 v. H. 
beginnen eine praktische Berufsausbil- 
dung im Betrieb oder in einer dreijähri- 
gen Lehrlingsschule. Außerdem berech- 
tigt die Abschlußprüfung einer Fach- 
schule in der CSSR zum Hochschulstu- 
dium. 
Sicher wäre es unrealistisch, von heute 
auf morgen eine revolutionäre Umge- 
staltung der deutschen Berufsausbil- 
dung zu verlangen. Dies vor allem auch 
deshalb, weil die Neuorientierung auf 
diesem Sektor Hand in Hand gehen 
müßte mit einer Reform der vorgeschal- 
teten alleemeinbildenden Schulen. Den- 


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