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The History Collection

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Jahrgang 15, Nr. 7 (July 15, 1962)

Schallück, Paul
Reiseskizzen aus Israel,   pp. 8-11


Page 10

Is sind Soldaten und 
ker, Spezialisten und 
und Archäologen. Zur 
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Abenteurer,   ben, die ich auf der Fahrt von Beersheba durch die Wüste
nach 
Vissenechaft-  Eilath am Roten Meer lange am Horizont geistern sah wie eine
neist sind sie  Fata morgana aus antiken Säulen und Kapitelen, ehe ich
den 
Berg Im einsamen Gelände hinaufklimmen konnte. Die Pioniere 
hnbaren Hei-   legen die großen Wasserleitungen aus dem nördlichen
Galiäa 
iüdlichen Teil  in den südlichen Negev, entlang einem gradlinigen
Schotter- 
er englischen  streifen, auf dem vor dem ersten Weltkrieg deutsche Pioniere
s aus der Zeit  eine Eisenbahn gebaut hatten; nur der Schotter ist übrigge-
*lscher Herr-  blieben. Sie lasen in der Bibel von den Kupferminen des König
ein bestimm-   Salomon, lasen so lange, bis sie sich die Einzelheiten einge-
hle ein Dach   prägt hatten, bestiegen den Jeep, fuhren in die Wüste
und fan- 
Iso bei Nacht  den nach den Angaben der Bibel Kupferreichtümer in der
Boden, schlu-   Nähe von Eilath. Techniker folgten ihnen und errichteten
eine 
Morgen dem     Kupferfebrlk. Ich habe sie gesehen, umgeben von gelbem 
eind als neue   Sand und roten Felsen, von Trockenheit und Einsamkeit.Nachts
ste. Und dann   heulen die Schakale. Wenn man Glück hat, sieht man tagsüber
pur, des jüdl-  ein paar Gazellen springen. Ich sah eine Familie von
Wüsten- 
pen glaubten   luchsen, die erschreckt vom Autolärm in den Klippen ver-
;hnen, daß an  schwanden. 
agogen zum    Die Israelischen Pioniere stießen bis zum Roten Meer
vor, zum 
lere zunutze.  Golf von Aquaba und gründeten mit ein paar Zelten und
Bret- 
helt, ungese-  tern die Stadt Elath, den neuen Aus- und Einfuhrhafen Israels.
Iruppenweise   Der Weg durch den Suezkanal ist für die Israelis vom
feindsei- 
ir vier Pfähle  gen Ägypten gesperrt. Eilath ist die Stadt der
Pioniere. Sie ha- 
den größten   ben den Hafen.gebaut und Touristenhotels aus den
Felsen ge- 
zaubert. Die Bürger von Eiiath leben mit Pionier-Privilegien: 
le Stadtruine  sie zahlen keine Einkommensteuer, elektrische Geräte
und 
de ausgegra-   Kühlanlagen werden ihnen einkommensteuerfrei verkauft;
schwangere Frauen werden unentgeltlich nach Tel Aviv ge- 
flogen, unentgeltlich entbunden, unentgeltlich zurückgebracht 
In die südlichste Stadt Israels. Eilath, auf dem Reißbrett ent-
worfen, ist ein winterliches Badeparadies. Als ich nachts aus 
dem schwarzen Wasser stieg, das tagsüber grün ist, und mei- 
nem Gastgeber berichtete, wie herrlich das nächtliche Bad im 
Roten Meer sei, sagte er: ,Gott sei Dank." Ich fragte: ~Bitte, 
warum?" Und er antwortete: ,Gott sei Dank, daß Sie heil zu- 
rück sind. Im Golf gibt es nämlich Menschenhale und Schwert- 
fische." Am Tage darauf, als ich in einem Glaaboot über die 
bunte Zauberpracht der Korallen glitt, hatte ich den Schrecken 
verwunden. 
Die Sabras 
So werden die Israelis genannt, die im Lande Israel geboren 
wurden, nach einer Kakteenfrucht, die außen stachlich ist und 
innen süß. So sind sie denn auch wirklich, die Sabras: nach 
außen hin kühl, zurückhaltend, kritisch, sachlich, nüchtern.
Aber wenn man sie gewonnen hat, so wurde mir überall im 
Lande erzählt, für eine Idee, für eine Aufgabe, mag sie noch
so 
schwierig sein, wenn man sie überzeugt hat durch Argumente 
und durch eigene, vorbildliche Leistung, dann sind sie mit dem 
Herzen bei der Sache, dann sind sie treu, ausdauernd, freund- 
schaftlich, dann verlieren sie alle Stacheln. Zweifellos leben 
die meisten Sabras in den großen Städten. Und zweifellos wer-
den auch sie - wie die Jugend in aller Welt- beeinflußt von den 
größeren Bequemlichkeiten des Stadtlebens. Sie sind keine 


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