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The History Collection

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Jahrgang 15, Nr. 4 (April 15, 1962)

Gargi, Balwant
Das Hundertmeilenrennen,   pp. 18-19


Page 19

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spieler. Die Zahl der Schaulustigen, die sich 
am Hause des Richters versammelten, um 
Buta zu sehen, lis wäre er ein Zootier, nahm 
allmählich ab. Der Reiz der Neuheit verflog, 
Buta war einsam wie eine Spindel ohne einen 
Faden Garn. Drei Wochen vergingen - Buta 
hatte das Gefühl, als seien Monate ver- 
gangen. 
Eines Tages sagte er zu mir: <ich kenne einen 
Mann, der früher am Hofe des Maharadscha 
von Patiale gewesen ist und der jetzt in 
Faridkot wohnt. Er kennt den Maharadscha gut. 
Wenn ich zu dem gehe, kann er mich mit 
Leichtigkeit zum Maharadscha bringen. Dann 
kann Ich meinen Weg machen." 
Eine Woche später machte er sich auf zu dem 
Mann in Faridkot. 
Einige Zeit danach hörte Ich, Buta sei nach 
Patlals gegangen. Eine lange Kette von Emp- 
fehlungen hatte ihm schließlich den Weg zum 
Adjutanten des Maharadscha geebnet, der 
versprach, ihm eine Audienz bei Seiner Hoheit 
zu vermitteln. 
Inzwischen ereigneten sich große Dinge. 
Indien wurde geteIlt. Ich zog nach Delhl und 
verlor Buta aus den Augen. 
Es war Mitte 1948. Die Eingliederung der ein- 
zelnen Fürstenstaaten in die Union ging voran, 
der stellvertretende Premierminister reiste her- 
um und verhandelte mit den Fürsten. 
Als ich wieder einmal in Patiala war, fand ge- 
rade ein Umzug statt. Sardar Patel und der 
Maharadscha saßen in einem offenen Wagen 
nebeneinander. Menschen In bunten Turbanen 
säumten die Straßen. Zufällig entdeckte ich in 
der Menge Buta, der die Militärkapelle mit den 
glitzernden Instrumenten vorbeiziehen sah, 
die verbrämten Uniformen und den Wagen, der 
in gemessenem Schrittempo hinýer ihnen her 
rollte. 
seinen Knien gestaut. Sehen Sie, wie ge- 
schwollen sie sind1 Oh, mein Herzt" 
Dabei schlug sie sich mit den Fäusten an die 
Brust und klagte: ~Ich bringe ihn jetzt ins 
Krankenhaus, damit seine Knie behandelt 
werden." 
Ich betrachtete Buta. Seine Knie, einst wie 
Schilde, waren nun aufgedunsen und ange- 
schwollen. Mein Herz krampfte sich zusammen, 
als ich ihn sah - einen Invaliden in einer 
Rikscha. 
Er warf mir einen gebrochenen Blick aus sei- 
nen tierhaften Augen zu. Plötzlich leuchtete 
ein Hoffnungsstrahl darin auf, seine Lippen 
öffneten sich wie eine frischgepflügte Furche, 
und er sagte: ~Der Arzt behandelt mich mit 
einem elektrischen Apparat. in einer Woche 
werden meine Knie wieder gesund sein, und 
ich werde wieder laufen können. Dann will ich 
nach London fahren und das Hundertmeilen- 
rennen laufen." 
Ich sah die Hoffnung in seinem Gesicht - Hoff- 
nung, die ihn wie eine Fata Morgans von Wüste 
zu Wüste geführt hatte, und auch jetzt, wie ein 
gestrauchelter Hirsch, hoffte er immer noch, 
die Wasserstele zu erreichen, die in der Ferne 
blinkte. 
Die Rikscha fuhr langsam davon. Ich stand da 
und folgte mit den Blicken der Mutter und dem 
Sohn, bis sie um eine Wegbiegung in der 
Ferne verschwunden waren. 
Obersetzt von Renate Fischer 
(Copyrlght by Kalmer, London) 
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