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The History Collection

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Aufwärts
Jahrgang 8, Nr. 7 (March 31, 1955)

Navajo, die Geschichte eines Indianerjungen,   pp. 4-5


Page 5

Gedenken haben darf. Denn ein Gedanke - ob er aus- 
Igesprochen wird oder nicht - ist Wirklichkeit. Wenn er 
auch nicht alles verstehen konnte, was <Grauer Sänger» 
ibhi erzählte, so freute sich der Junge doch immer, wenn 
,er ihm zuhören durfte. Aber dann kam ein Tag, an dem 
der Großvater sehr krank wurde. Kurz vorher war er in 
die Stadt geritten, um mit dem Vater zu spredien, ob er 
nicht doch wieder zu seiner Familie zurückkehren wolle. 
Doch der hatte ihn zurückgewiesen, und die schlimme 
'Nachricht vergrößerte die Abneigung gegen die Weißen 
noch mehr, denn sie hatten dem Vater das verderbliche 
Feuerwasser gegeben... 
s  c den langen Ritt war »Grauer Sänger» sehr er- 
ý12  pftgeweenund so wurde er krank. Sie führten ihn 
a'einen einsamen Platz und gaben Ihm  Speise und 
Takfür die letzten vier Tage. So verlangt es das Ge- 
sezder Navajos. Denn wenn einer von, Ihnen in der 
Htestirbt, können die anderen nicht mehr darin 
wohnen.... Nichts stirbt*", sagte Grauer Sänger". Unser 
zKörper ist uns nur geliehen für die Zeit, die wir auf 
Erden verbringen, Dann wird er wieder zu Erde. Und der 
Geist kehrt in das Land des Friedens und des Sommers 
zurück, von wo er auch gekommen Ist 0 Er wolle auch 
gern zu Fuß gehen, und sein Pferd, sollte nicht getötet 
4werden, um ihn auf dem letzten Weg zu begleiten, son- 
i, dern es solle in Zukunft dem   .Sohn, des Sängers" 
gehören. 
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Tag und Nacht hatte er nur den einen Gedanken, wie er 
von hier fliehen könnte. Schlafen konnte er sowieso nicht, 
denn die Weißen hatten so merkwürdige Betten, da schlief 
er schon lieber mit seiner Decke auf der Erde, wie er es 
zu Hause gewohnt war. Eines Nachts war es Ihm end- 
lich gelungen, aus dem verhaßten Schulheim zu entkom- 
men. Ganz allein eilte er zu den Seinen zurück, die er bei 
dem Lagerplatz in Bitter Spring verlassen hatte. 
Doch es mußte etwas Schreckliches passiert sein, während 
er weg war. Der Herd war zerstört, die Hütte war nieder- 
gebrannt, so wie es die Navajos tun, wenn jemand ge- 
storben Ist. Er konnte nicht wissen, daß ein Steinschlag 
seine Familie getötet hatte und daß nur seine Schwester 
gerettet war. In seiner Not blieb ihm als einziger Aus- 
weg nur die Flucht in die schwer zugänglichen Felsen. 
So kam er In das Cafion des Todes, wo sich die Navajos 
schon früher vor den weißen Soldaten versteckt hatten. 
Inzwischen hatte sich der Lehrer mit einem indianischen 
Führer zu seiner Verfolgung aufgemacht Es war sehr 
schwierig und gefährlich, vor Ihnen zu fliehen, denn 
manche Täler waren ringsum von Felsen eingeschlossen. 
Sie bildeten natürliche Fallen, aus denen es kein Ent- 
kommen gab.Sohn des Jägerso mußte ganz hoch hinauf- 
klettern zu den Höhlen, von denen ihm der Großvater 
erzählt hatte. Aber seine Verfolger blieben ihm auf den 
Fersen, so hoch er auch kletterte. Es war Nacht geworden. 
Einsam  und allein saß Sohn de* Jägers* in seinem 
Schlupfwinkel. Er hatte Hunger und Durst, aber er dachte 
an seine Vorfahren, die es noch viel länger in diesem 
Versteck ausgehalten hatten. Sie hatten Baumrinde ge- 
gessen und sich mit. Lehm eingerieben, um sich warm 
zu halten. So hatten sie drei Jahre gelebt, was war da- 
gegen eine Nacht? 
Seine Verfolger hatten sich immer näher an sein Versteck 
herangearbeitet. Aber auch der Junge war nicht untätig 
geblieben. Er hatte eine Falle gebaut. Wer sie berlhrte, 
mußte von den herabfallenden Steinmassen begraben 
werden. Mochten doch die verhaßten Weißen zugrunde 
gehen. 
Der indianische Führer war von den Steinen getroffen 
worden, Der Weiße konnte ihn nicht allein wegschaffen, 
und deshalb war er bis zu dem Jungen emporgeklettert. 
Er machte ihm keine Vorwürfe, aber er bat ihn, Hilfe 
herbeizuholen. So war Sohn des Jägers wieder frei, und 
er konnte gehen, wohin er wollte. Warum sollte er sich 
um seine Feinde kümmern? 
Man hatte ihm die Haare 
abgeschnitten und ihn in ein Schulheim 
gesperrt - aber er liebte die 
Freiheit Er floh. 
Wir wissen nicht, was aus ihm geworden ist. Aber 
.Grauer Sänger hatte ihm sein Lied 
ins Herz gesenkt. Das bewahrte es vor Verstockung. 
.Grauer Sänger" sang: 
.In einem guten Gedanken Ist Gutes 
für alle Menschen., Vielleicht lebt er In diesem 
Gedanken weiter. 
Der amerikanische Film 
.NavaJo" 
schildert die Geschichte dieses kleinen 
Indianerjungen. 
Ausgezeichnete Naturaufnahmen und die eindrucksvolle 
Fotografie der Indianergesichter 
ergeben den Rhythmus dieses Streifens, 
der mehr ist als ein Kulturfilm, 
Er ist ein Kulturdokument für seine Schöpfer und für die 
rote Rasse, die er verherrlicht. 
Fotos: Neue Filmkunst 
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Polizisten aufgegriffen, der ihn nach seinem Namen 
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-n     die Bräucheder Navajos. Er fragte viermal. Und da 
konnte der Junge nicht mehr lügen, denn sonst wäre die 
Lüge aus allen vier Himmelsrichtungen zu ihm zurück- 
In der Stadt wurde der Sohn des Jägers" von einem 
Polizisten aufgegriffen, der ihn nach seinem Namen 
fragte. Er hatte ihn angelogen, aber der Polizist kannte 
die Bräucheder Navajos. Er fragte viermal. Und da 
konn e d r Junge nicht mehr lügen, denn sonst wäre die 
Lüge aus allen vier Himmelsrichtungen zu ihm zurück- 
gekehrt, um ihn zu fangen. Der Polizist versprach ihm, 
daß Grauer Sänger' beerdigt würde. Auch das Pferd 
würde zurückgebracht, aber Sohn des Jägers« müßte
jetzt in die Schule des weißen Mannes gehen. 
So haben sie ihn gefangengenommen, genau so wie die 
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