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The History Collection

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Jahrgang 5, Nr. 24 (November 27, 1952)

280000 wiegen doppelt,   p. [3]


Tipverbot für 16 jährige,   p. [3]


Page [3]

280000 wige doppelt 
juge.kofemenz i nm  . ,n-Wstf,1e 
in Harm hat eine Vertretung von 2800M jungen Mensch 
getagt. Da war am 15, und 16. November die Jugendkonfere 
des DGB-Landesbezirks Nordrhein-Westfalen zusammengetrete 
In Hamm   hat eine Art Jugendparlament getagtl Und d 
Bedeutung dieses .Parlamentes" ging über die bloße Vet 
tung von 280 000 Jugendlichen hinaus. Es handelt sich ja u 
280 000 junge Menschen, die durch ihr Bekenntnis zu den G 
werkschaften in die Arbeit für den demokratischen Staat e 
gestiegen sind. Also wiegt die Zahl von 280000 mindeste 
doppeltl 
Wenn Nordrhein-Westfalens Gewerkschaftsjugend die n 
wendigen 50 bis 60 Jugendheime anstatt fünf oder sechs z 
Verfügung hätte, dann wäre es vielleicht auch ihren 121 De
gierten möglich gewesen, Raum in einem dieser Heime zu b 
kommen. So aber mußte sich die Landesjugendkonferenz d 
versammeln, wo in der Regel bescheidene Quartette die «We 
Hochzeitskutsche* in den Saal und feuchtere Versammnlüng 
das Bier durch die Kehle rollen lassen. Und das angesic 
scheunentorartiger, aber halberblindeter Spiegel und schlank 
Eisensäulen mit Ornamentenkröpfen. 
Mag sein, daß dieses Panorama einen der Diskussionsredn 
dazu inspirierte, energisch zu fordern, daß <wir alle endlich.a
den Kneipen heraus müssen'. Mag sein, daß es das Panore 
war. Bestimmt aber hat Helmut Schorr, der Leiter der Abteilu 
Jugend im Landesbezirk, zu solchen Forderungen Pate gestand 
Er gab in seiner Ergänzung zum schriftlichen Rechenscha 
bericht diesen Anknüpfungspunkt - an den in der folgend 
lebhaften Diskussion wahrhaft fleißig angeknüpft wurde! 
fleißig, daß die Alten eine ganze Reihe von Belehringen 
,Il. aa.n     der Ilnn einstecken mußn 
Der ernstlichste Hinweis aber war dieser: Helmut Schorr mußte 
erklären, daß andere und auch kleinere Jugendorganisationen 
längst nicht so viel Schwierigkeiten bei amtlichen Stellen zu 
überwinden haben, wenn sie sich ein Jugendheim bauen wollen, 
wie gerade die Gewerkschaftsjugend. 
So war es kein Wunder, daß die Delegierten einstimmig Ent- 
schließungen armahnen, die sich auf die <Heimbaufrage» be-
zogen, wie das Ganze, nicht sehr schön formuliert, genannt 
wurde, Gefordert wurde auch eine Erhöhung der Mittel für den 
Heimbau Im Landesjugendplan von 3,8 Millionen auf 10 Mil- 
lionen DM. 
1116 Im htrlebsrat 
Felix Kempf vom Bundesvorstand, Abteilung Jugend, und Bo- 
vensiepen vom Landesbezirk fanden für ihre Gesichtspunkte 
zur Betriebsarbeit aufmerksame Zuhörer, die sich für die Tätig-
keit der 4097 Jugendsprecher, von denen 1116 Ende 1951 sogar Im 
Betriebsrat saßen, mitverantwortlich fühlen. Die gleiche Auf-
merksamkeit aber fanden Bernd Bosing vom Landesbezirk und 
Helmut Schorr für ihre Ausführungen zum Berufsschulwesen. 
Auch im Zusammenhang mit den Berufsschulen mußte Helmut 
Schorr auf Bedenkliches hinweisen, das in der Diskussion nur 
bekräftigt werden konnte: Industrie, Handel und Handwerk ver- 
stärken ihren Einfluß auf die Berufsschulen ständig oder
ver- 
suchen ihn ständig zu verstärken - wobei ihnen leider nicht 
immer bestätigt werden kann, daß dieser Einfluß zum Besten
gedacht ist. Die Gewerkschaftsjugend dagegen dürfe in ihren 
Versuchen, noch mehr Kontakt zu schaffen, nicht erlahmen. 
Beachtet werden müsse dabei, daß die Erziehungsstätte Berufs-
schule kein politisches Experimentierteld sei, aber trotzdem 
eine Einrichtung, die den jungen Menschen zum Fachmann und 
zum verantwortungsbewußten Staatsbürger heranbilden müsse.
Dafür zu sorgen, gehöre zu den Aufgaben der Gewerkschafts- 
jugend. 
In einer Entschließung wurde die Bedeutung der Berufsschule 
unterstrichen und eine größere Unterstützung für sie
vom Staat 
verlangt. 
Tipverbot für 16 jährige 
UMM Wißr< t IslaeAItsfübVltflBbCtimmUlxgft 
In Bayern treten die Ausführungsbestimmungen zum .Bundes- 
gesetz zum Schutz der Jugend in der Offentlichkeit' In Kraft. 
Auf 22 Seiten hat das bayrische Innenministerium scharfe Be- 
stimmungen erlassen, welche die Jugendlichen .vor weiterer 
Verwahrlosung" schützen sollen. 
Nicht der Jugendliche, sondern der Erziehungsberechtigte kann 
nach dem Gesetz mit Gefängnis bis zu einem Jahr bestraft 
werden, wenn er seiner Erzieherpflicht nicht nachkommt. Nach 
den Bestimmungen sind beispielsweise alle Dienststellen und 
Beamten der Polizei verpflichtet, Meldung zu erstatten, wenn 
sie einen Jugendlichen unter 16 Jahren nach 22 Uhr auf der 
Straße antreffen. 
Bis zur Vollendung des 16. Lebensjahres darf sich der Jugend- 
liche an keinen Tanzveranstaltungen beteiligen. Bis 22 Uhr darf 
er sich dort nur in Begleitung eines Erziehungsberechtigten auf- 
halten. Ahnlich scharf sind die Bestimmungen über den Besuch 
von Kabarett- und Revuevorstellungen. Selbst wenn der Jugend- 
liche da# 17. Lebensjahr schon erreicht hat, kann er nicht in 
Begleitung seines Vaters die Revue besuchen, wenn die Ver- 
anstaltung nicht ausdrücklich vom Jugendamt als .jugend- 
fördernd* bezeichnet wurde. 
Auch das Totospielen ist in Zukunft jedem Jugendlichen unter 
16 Jahren in Bayern verboten. Nach den Ausführungsbestim- 
mungen fördert es die Spielleidenschaft der Jugendlichen. In 
Gastwirtscheften, Imbißstuben, Eisdielen und Konditoreien darf 
sich der Jugendliche nur so lange aufhalten, bis er seine Mahl. 
zeit oder sein Getränk verzehrt hat. 
Das Gesetz war nach Ansicht von Jugendfürsorgen dringend 
notwendig, Von den 14,9 Millionen Jugendlichen in der Bundes. 
republik sind 26 Mill. Heimatvertriebene. 1,25 Mill. haben 
keinen Vater, 30 000 sind Vollwalsen. 1950 wurden über 57000 
heimatlose, umherstreunende Jugendliche aufgegriffen. 
Der Dianonenkönig Rovana ist wieder auferstanden, wenn er durcdlndiens
Straßen getragen wird. Während bei uns von 
der alten Fastnacht nur noch die Maskerade und die Amüsiersucht der
,tollenTage» übriggeblieben sind, steht hier inIndien bei 
derartigen Umzügen das Religiöse noch sehr stark im Vordergrund.
Diesen Teil Indiens hat einmal der Dämop Ravana unsicher 
gemacht. So gehören dieser König, sein Bruder Kumbkara und sein
Sohn Megnath zu den immer wiederkehrenden Figuren aus 
Bambus und Pappe.                                                       
                           Poto: Mautisu 
1000 Stunden Tag und Ncht mit 5000 Touren 
je Minute lief dieser winzige 4-Volt-Schuco-Motor im 
Prüfstand. 25000 km war der Umdrehungsweg des 
Ankers - eine Reise um die Welt.       Foto: Keygtouu 
Lindbergh ging uf denM.eresgrund Sein Vater war der 
berühmte Flieger, dem als erstem die Uberquerung des Atlantiks 
gelang. Der 20jährige Junior erforschte nun mit einer Expeditions- 
gruppe der Universitat von Columbla eine neuentdeckte Felsschlucht 
auf dem Meeresboden.                             Foto: Kmytoae 
Das Ist der [*Wo Soldat Und auch der ist aus 
Pappe. Sein Original starb 1939. Seitdem gibt es im 
ganzen Lande keinen Soldaten mehr. 0 du glücklicher 
Zwergstaat Liechteneteinl   Foto: iPres.- ---r 
Kinder des Omup hieß der französische Film in dem auch Mar- 
cel Marceaus pantomlmIsche Tanzgruppe mitspielte, die jetzt Deutsch- 
land bereist. Der portugiesische Tänzer Luis de Lima (Mitte), den 
viele vom Lorelel.Europa-Lager kennen, ist auch dabei.  Foto: dpa 


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