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The History Collection

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Aufwärts
Jahrgang 4, Nr. 6 (March 24, 1951)

Aus unseren Gruppen,   p. [13] PDF (735.1 KB)


Bücher,   p. [13] PDF (735.1 KB)


Page [13]


AUS UNSEREN GRUPPEN
alle gruppen die berichte an den aufw"rts schicken
maschinenzeilen zui begnuiegen stop alle gruppen die
Wandzeltung
Unsere Wandzeitung soll nicht nur de sein,
damit kein leerer Fleck an der Wand bleibt.
Sie soll audh gelesen werden und allen Kol-
legen und Kolleginnen Aufschrluþ geben
¸ber unsere Arbeit und unsere Freizeit. Da-
mit die Wandzeitung aber auch die Beach-
tung findet, die sie verdient, muþ sie lebhaft
und interessant gestaltet werden. Dazu ge-
h–rt allerdings etwas Geschick und Hand-
fertigkeit. Wie oft stoþen wir beim Durch-
sehen von Zeitungen oder Zeitschriften auf
eine F¸lle von Material, das wir bestimmt
daf¸r benutzen k–nnten. Das muþ nat¸rlich
gesammelt werden, weil es uns noch gute
Dienste leisten kann. Nicht nur Artikel und
Nachrichten sollen das sein, sondern auch
Bilder, Fotos und Zeichnungen, seltene
Schrifttypen und "hnliches mehr. Das ist
nun unser Rohmaterial, das wir im richtigen
AXugenblick nur aus unserer Mappe zu holen
brauchen. Es ist gut, wenn man f¸r jede
WVandzeitung nur ein bestimmtes Thema
w"hlt. Man kann vorhandenes Material
nicht wahllos auf die ganze Fl"che pappen.
iMan muþ mit etwas Geschmack beurteilen
k–nnen, wie die einzelnen Bilder und Texte
am besten zur Geltung kommen. Gerade
durch eine interessante Anordnung der Bil-
der und Uberschriften oder geschickte Mon-
tagen erzielt man einen guten Blickfang. Es
muþ nur darauf geachtet werden, daþ der
Zusammenhang nicht verlorengeht, alles
nuþ leicht lesbar sein. Wenn ein Kollege
die Zeichnungen selber anfertigen will, ge-
h–rt schon ein St¸ck Talent und K–nnen
dazu. Ein gut ausgeschnittenes Bild wirkt
meistens besser als eine schlechte Zeichnung.
Wenn unsere Wandzeitung so gestaltet
wird, dann haben wir nicht nur unsere
Freude daran, auch unsere Kolleginnen und
Kollegen werden mit Spannung auf die
n"chste Ausgabe der Wandzeitung warten.
Friedl1 Wimmuer
Lindeshezirk Bay.vn, Kreisaussctiuþ M¸nchen.
Fehler
In Nr. 4 des AUFWARTS habt ihr ein Bild
von der Jugendveranstaltung "Jugend spielt
f¸r Jugend' der Gewerkschaftsjugend Ober-
hausen ver–ffentlicht. Nun ist euch sicher
ungewollt ein Fehler untergelaufen. Ihr habt
geschrieben, daþ durch diese Werbeveran-
staltung 912 neue Mitglieder geworben
wurden. Das stimmt aber nicht! Dieser Ver-
anstaltung ging eine dreimonatige Werbe-
aktion voraus, und den Abschluþ bildete die
werden gebeten sich mit dreiþig schreib-
berichte an den aufw"rts schicken werden
ä$1
W ie  i,.  i~tztpn  Jahr  in t  mrhe.ii- i~ e
e i n  r A   t a h   r i i l i t i t   d e   r   M s   n , h i i   '., i
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Veranstaltung  am  20. Januar 1951. Hier
wurde Gelegenheit gegeben, die neugewor-
benen Mitglieder mit unseren Jugendgrup-
pen bekannt zu machen.- Ich meine, euch
dieses niitteilen zu mussen, weil in der vor-
gestern  stattgefundenen  Jugendsekret"r-
konferenz in D¸sseldorf, aber auch durch
Briefe, die wir aus Freiburg und L¸bbecke
i. XW. erhielten, die Frage nach dem Rezept,
wie man durch eine einzelne Veranstaltung
912 Mitglieder werben k–nnte, an uns ge-
richtet wurde.       Senft
J-igen(Itekretariat, Ortsausschuþ Ohr.rhauisen.
Red.: Es war unser Fehler! Auf Massenver-
anstaltungen lassen sich keine 912 Jugend-
lichen f¸r die Gewerkschaftsjugend werben.
Die Kollegen und Kolleginnen aus Ober-
hausen haben z"he Kleinarbeit geleistet.
Wir stellen noch einmal die Frage: "Wer
wird den Rekord brechen?'
MII1 Hordentopf und Rucksack, von Erich Lind<taeit,
Illustrationen: Heinz Heltri 104 Seiten auf holz-
freies, Papier, kartoniert 2,80 DM. Verlag Schaf-
leide Jugenrl. G. mn. b. H.. Hannover.
Es ist so ein eigen Ding um das Wandern. Gerade in
idiesen Tagen, wo die Sonne taglich an Warme ge-
sinnt, wo der Hininel oft in lichter Bl"ue leuchtet
und das erste Leben in Wald, Feld und Garten
erwachi, wird es uns seltsam ums Herz. Man darf
wohl sagen, niemals ist unsere Sehnsucht. hinauszu-
wandern, starker als in diesen Tagen.
Und so richtig zu Beginn der Wanderzeit legt uns
Eridi Lindstaedt sein Buch ~Mit Hordentopf und Ruck-
sack' vor.
Eisn.Vielgewanderter' und Weitgereister' plaudert
aus dem reichen Schatz seiner Wanderertahrungen
und Erlebnisse.
Alles, was wichtig f¸r das Gruppenwandern ist, hat
er mit viel Sachkenntnis und Liebe in diesem Buch zu-
sammengefaþt. Er will zum erlebenden Wandern hin-
f¸ihren und nicht zum gedankenlosen Dahrinlatschen,
Wir s,'tten mit sehenden Augen und h–renden Ohren
durchi de Natur genen. Er zeigt, (laþ Wandern zu
jeder Zeit. bei je-dem Weiter, zu einen, Erlebnis wer-
den (atnn wenn mlan richtig wandert. Sonne. Mond
rind Sterne, diie Tiere. dii Wasser. Wald und Feld
und nie Menschen sollen wir richtiig erkennnen, denn
rum Wandern geh–rt nicht allein die Straþe, sondern
aurti (las- vor aeItl, (las. was seitab der Straþe liegt.
F¸ur rien \Vanteitleiter. dem das Gruppenwandern am
Herzen liegt, gibt das Buch eine Fulle von An-
regungen f¸r kleine unil groþe Fahrt. Zelten. Feuer-
unrl Kochstelle.  Basteln  auf Fahrt, Fahrtenspiele,
Fahrtenbuch. Kartenkunde, Orientierung. Sternkunde.
Kleidung und Gepack, Kursbuchlesen. Wanderrecht.
Jugendherberge, Erste Hilfe u. a. werden anschaulich
behandelt. Viele zum Teil ganzseitige Zeichnungen
veranschail ichen das Geschriebene in hervorragender
Weise.
Erich Linrlsted(t schrieb uns ein Buchlein, das unent-
behrlich f¸r jeden Gruppenrleiter und wert ist, stindig
im Rucksack mitgef¸hrt zu werden.              Ha.
Rudolf Wissell: Ein Leben f¸r soziale Gerechtigkeit.
Freunde und Mitstreiter Wissells, der t949 851 Jahre
all wurde, haben sich zusammengetan, um ¸ber das
Leben eines Mannes zu berichten, der das Gesicht
der deuisdien   Arbeiterbewegung  wesentlich  mit-
bestimmte.
Wissell. in G–ttingen geboren, in Bremen aufgewach-
sen, erlernte das Nlaschinenbauerhandwerk. Als Hand-
werksbursche durchzog er Deutschland. mit scharfen
Augen die sozialen N–te seiner Zeit erkennend. Bei
Krupp in Essen wurde er zum Sozialisten. Journall-
,triche Arbeit neben seiner Tatigkeit als Dreher machte
ihn bald bekannt, und im Jahre 1901 beriet ihn das
Xrertraiien seiner Kollegen in die Stellung eines Arbet-
tersekretars. Fast zwatizig Jahre hat er als Sozial-
pilitikei iden deutschen Gewserkschaften gedient. Das
Jahr 1518 sah ihn im Rat der Volkstieauftragten, zu-
sammen mit Scheidemann, Landlsberg, Ebert und Noske.
Spater wurde er Reichsarbeitsminister-. Aber nie trat
ihn <1er Vorssuri, seine alten Arbeitskameraden ver-
gessen zu haben. Er ist der Vork"mpter der modernen
Gemeinwirtschaftsideen gewesen und auch heute noch
Mitstreiter im Kampf gegen den Staatssozialismus.
Nicht auf die Eigentumsveranderung allein kommt es
ihm an, sondern darauf, daþ die Grundstoffindustrien
vergesellschaftet werden. Nicht der Staat (wie in Ruþ-
land),  sonrlern  die  gemeinwirtschattlichen  Organi-
sationen sollen auf der Grundlage der wirtschaftlichen
Selbstverwaltung durch Erzeuger und Verbraucher älas
Volkseigentum nutitiar machen.
Eine der sch–nsten Seiten am Wesen Wissells ist es,
daþ er, obwohl Jahre hindurch in die Rolle des In-
dustriearbeiters gedr"ngt, eine tiefe Liebe zum Hand-
werk bewahrt hat. Frucht dieser Liebe sind die Werke
.Der alten Steinmetzen Re cht undl Gewohnheit' und
das zweibandige kostbare Des alten Handwerks Recht
und Gewohnheit'.
Die 98 Seiten starke Schritt ¸ber VW.issell ersdhien im
iurani..Verlag, Berlin. Sie kostet 1,80 DM und ist nicht
nur als Darstellung eines Lebens wertvoll, sondern
dat¸ber hinaus ein wichtiger Beitrag zur Geschicite
der deutschen Arbeiterbewegung der letzten 50 Jahre.
Jugendsprecier und Jugendfunktion"re sollten diese
Schrift besitzen.                             Cebra.
37
$W-.


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