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The History Collection

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Jahrgang 4, Nr. 4 (February 24, 1951)

Fern gesehen,   pp. 4-5 PDF (1.6 MB)


Page 5


Bab miIib9tg0i--~
Regieraum mit Mischtisch. Alle Szenen, die im Studio von verschiedenen Kameras
auf-
genommen werden und auf den Bildschirmen erscheinen, mixt man zu einer Fernsehsendung.
Etwas komplizierte Technik
Ahnlich wie bei der drahttelegrafischen Uber-
tragung eines Bildes, dem Belinogramm, wird das
Fernsehbild in Punkte und Zeilen zerlegt und so
in den Ather gesandt. Das Empfangsger"t setzt
die Punkte und Zeilen wieder zuni ganzen Bild
zusammen, so daþ der Zuschauer nichts von diesem
technischen Prozeþ bemerkt, falls der Raster eng
und dicht genug ist. Sind diese Voraussetzungen
aber nicht gegeben, so bleibt das Bild unscharf
und verschwommen. Je h–her die Zeilenzahl oder,
wie die Techniker sagen, die Definition der Fern-
sehsendung ist, um so deutlicher und feiner wird
das Bild und eine um so st"rkere Vergr–þerungs-
m–glichkeit ist gegeben.
Eine gemeinsame europ"ische Fernsehdefinition ist
bisher noch nicht gefunden. W"hrend England aus
wirtschaftlichen Erw"gungen heraus noch seine
vor 15 Jahren eingef¸hrte Norm von 405 Zeilen
beibehalt, hat Frankreich seit zwei Jahren etwa
die Einf¸hrung des Blg-Zeilen-Systems beschlos-
sen. Diese Norm ist die einzige, die infolge ihrer
groþen Bilddichte die Projektion des Fernsehbildes
auf eine Zimmer- oder gar Saalleinwand zul"þt.
Da ein Fernsehempfangsger"t recht kostspielig ist
(mindestens 1000 DM) und da dieses neue tech-
nische Wunder auf keinen Fall ein Luxusartikel
zum alleinigen Gebrauch der besitzenden Klassen
bleiben darf, erachtet man in Frankreich die hohe
Zeilenzahl aus sozialen Erw"gungen und mit R¸&c-
sidit auf die notwendige Einf¸hrung von Gruppen-
empfangsr"umen f¸r die werkt"tige Bev–lkerung
mit Projektion auf eine gr–þere Leinwand als ab-
solut unerl"þlich.
scheint sie mir als die beste und lebendigste. Als
Mitglied des Vorstandes des Gewerkschaftskartells
Zurich und der Platzunion des Eidgen–ssischen Per-
sondls Zurich interessiere ich mich immer sehr, ob und
mit welchen Problemen der heutigen Zeit sich die
jungen  Kollegen  im  Ausland  besch"ftigen.  Meine
Studienreisen brachten mich schon einigemal zu Euch
nach Deutschland, und ich freue mich immer wieder
an dem guten Willen, den die Jugend Deutschlands
der ihr doch etwas neuen demokratischen Schulung in
Lagern und Jugiendherbergen, an Kursen und an der
Arbeit in den gewerkschaftlichen Jugendgruppen ent-
gegenbringt.        Euer Kollege Walter Brunner,
Beamter SBB, Zurich 479, Schweiz.
Eine Anregung
W"hrend eines Aufenthalts in Holland bei Gewerk-
schaftskollegen hatten wir Gelegenheit, ein Filmtheater
zu besuchen. Vor dem Hauptfilm sahen wir einen
Film ¸ber das Leben armer Jugendlicher in einem
weitab von aller Unruhe des Lebens gelegenen Ju-
gendheim. Die Mittel f¸r dieses Heim werden von
der Bev–lkerung aufgebracht, denn - nach dem Film
gingen Sammelbuchsen durch die Reihen. Jeder warf
etwas hinein. Ich habe keine Ausnahmen entdecken
und auch keine abf"lligen Bemerkungen h–ren k–nnen.
Ware das, was in Holland m–glich ist, nicht auch in
Deutschland m–glich? Jeder hat doch ein paar Pfennige
¸brig f¸r einen guten Zweck. Und viele Wenig ergeben
ein Viel. Was meint die Gewerkschaftsjugend dazu?
Alfred Spiche, Aachen.
In Deutschland, wo die Forscher der Fernseh-
GmbH. vor dem Zusammenbruch eine Norm von
1000 Zeilen empfohlen hatten, haben die Ver-
suchssendungen des NWDR in Hamburg auf der
Grundlage von 625 Zeilen begonnen. Diese Defini-
tion, die von der Firma Philips propagiert wird,
ist bisher nur von der Sowjet-Union und den
Sdtellitenstaaten in Europa offiziell eingef¸hrt
worden. Trotz verschiedener internationaler Kon-
ferenzen scheiterten bisher alle Versuche, diese
Verschiedenheiten der Sendesysteme zu beseitigen
und eine gemeinsame europ"ische Norm zu finden.
Mit gleicher Spurbreite
Wer ist mehr als die jungen       Menschen
unseres Kontinents daran interessiert, daþ
endlich einmal und besonders auf einem noch
so jungen Gebiet des technischen Fortschritts
mit dem eigenbr–tlerischen Denken in engen
nationalen Begriffen Schluþ gemacht wird!
Eine Schiene mit gleicher Fernsehspurbreite
muþ die europ"ischen V–lker verbinden und
dazu beitragen, daþ sich die Menschen der
verschiedenen Nationen n"her kommen, ein-
ander verstehen und achten lernen und end-
lich begreifen, daþ sie viel mehr gemein-
sames Kulturgut haben, als sie bisher glaub-
ten. Das ist die groþe Aufgabe des euro-
p"ischen Fernsehens.        J. L. H"barre (Paris)
Zum Themal ãPolizei"
Es ist noch nicht lange her. daþ in Dusseldorf in einer
groþen Versammlung die Polizeibeamten des Landes
Nordtrhein-Westfalen gegen ihr niedriges Einkommen
protestierten. Was ergibt sich daraus? Die Polizei-
bedinten in einem demokratischen Staat m¸ssen auf
(wer Seite der \rbeitnehmer stehen, sie missen sich
gewerkschaftlich organisieren, um so wie alle Arbeit-
ehmer f¸r soziale Gerechtigkeit und ein menschen-
wurdiges Dasein zu k"mpfen. Nur so k–nnen sie ver-
stehen, warum gestreikt wird und Protestkundgebun-
gen stattfinden. Diesen M"nnern wird es nicht ein-
fallen, gegen die Arbeiterschaft mit Kn¸ppel und
Tranengas vorzugehen. denn sie sind ja schlieþlich
auch Arbeitnehmer.      Walter Kirschner, Remscheid.
Liebe "Aufw"irts,"-Redaktion 1
Es war eine gute lIdee, im zweiten Novemberheft
(oder war es die erste Dezember-Ausgabe?) die An-
schriften einiger englischer Gewerksdiafter, welche
mit deutschen Kollegen Briefwechsel w¸unschten. zu
ver–ffentlichen.
ich habe mir Mr. Hugh McCluskey, 37. St. Monance
Street, Springburn. Glasgow  N., herausgesucht und
bin mit meiner Wahl (wir haben bisher drei Briefe
gewechselt) ganz zufrieden. Daþ mein Partner (er ist
gleich mir Buchdrucker und 28 Jahre alt) kein Wort
Deutsch versteht und ich meine seit 14 Jahren brach-
liegenden Englischkenntnisse recht m¸hsam wieder
hervorkramen muþ, tut der Sache keinen Abbruch.
Vielen Dank f¸r die Vermittlung!     Rudolf Loeding
ein Dokumentarfilm ¸ber die deutschen
Gewerkschaften, in dem die Entwicklung
der Berliner Gewerkschaftsbewegung vom
FDGB bis zur Entstehung des DGB gezeigt
wird, der amerikanische Drehbuchautor
Sheridan Gibney herstellen will? Gibney
h"lt sich bereits in Berlin auf und will
mit seinem Film eine Serie beginnen,
durch die das Ausland ¸ber die Entwick-
lung der Gewerkschaften in Deutschland
vertraut gemacht wird. Gibney war ein-
mal Pr"sident des Verbandes amerika-
niseher Drehbuchiatoren und  ist mit
dem "Oscar' ausgezeichnet worden.
320000 Jugendliche jetzt neu in die kom-
munistisch orientierte Kinderorganisation
.Junge Pioniere aufgenommen wurden?
Damit geh–ren der Organisation gegen-
w"rtig fast 1 500 000 Jungen und M"dchen
an.
*-
die äWeltumfassendeJugendorganisaUon'
(TJO) sich ausschlieþlich durch die Welt-
hilfssprache Esperanto verst"ndigt? Ziel
der Organisation ist es, die Jugendlichen
aller L"nder einander n"herzubringen,
und zwar ohne R¸cksicht auf Rasse,
Religion und soziale Stellung. Allj"hrlich
wird ein "Internationales Jugendtreffenz
veranstaltet. Im Jahre 1950 kamen 400
Jugendliche in Konstanz zusammen. F¸r
dieses Jahr ist Haarlem (Holland) als
Treffpunkt der Jugendlichen vorgesehen.
Der genaue Zeitpunkt des Jugendtreffens
steht noch nicht fest.
Dr. Heinemann, der ehemalige Bundes-
innenminister, Ende Januar vor den Stis-
denten der T¸binger Universit"t ¸ber die
Remilitarisierungsfrage sprach? In f¸nf
Punkten stellte Dr. Heinemann eine ge-
meinsame Basis fest, und zwar: 1. Frie-
denswillen, der auch den R¸stungswilligen
in unseren Reihen nicht abzusprechen sei,
2. Ablehnung des russischen Totalstaates,
3. Ablehnung jedes Kreuzzuggedankens,
4. Ablehnung des grunds"tzlichen Pazifis-
mus, der aus dem Evangelium nicht ab-
geleitet werden k–nne, und 5. das Recht
der Kriegsdienstverweigerung aus per-
s–nlidier Gewissensentscheidung.
*'
gegen die Vorf¸hrung des Willy-Forst-
Films Die S¸nderin' in Bremen der Lan-
desjugendring Bremen protestierte? Der
Jugendring schlieþt sich damit einem ent-
sprechenden Antrag der katholischen und
evangelischen Jugendverb"nde an.
*
die Stadt Konstanz den Kioskh"ndlern
eine K¸ndigung ausgesprochen hat f¸r
den Fall, daþ sie weiterhin Schmutz- und
Schundliteratur verkaufen?
*
die Lehrlinge des Malerhandwerks in
B¸nde&Westf. als- Gesellenst¸ck je einen
Raum von 21 Fl¸chtlingsfamilien kosten-
los renovieren muþten?
*.
allein in Berlin im vergangenen Jahr fast
3000 neue Vereine entstanden?
*
2240 Jugendherbergen mit 100000 Betten
und 5,9 Millionen Ubernadctungsm–glich-
keiten zurzeit in der Welt bereitstehen?Ð
Die gr–þte Herberge mit durdschnittlidi
100 Betten besitzt Holland.
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