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The History Collection

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Jahrgang 4, Nr. 8 (April 21, 1951)

Hochbetrieb in Erbach,   pp. 2-[3] PDF (1.4 MB)


Treppte, Hans
...Darf nicht vergessen werden,   p. [3]


Page [3]


A Malerischer Winkel. Die Sdcloþwache und
das Rathaus, ¸berragt von der Stadtkirche.
Das Sdiloþ in Erbach, auf Pf"hlen gebaut,
enth"lt wertvolle, weltbekannte Sammlungen.
Im St"dtel, dem "ltesten Teil Erbachs, hinter
V dem Schloþ, woeinst die Burgmannen wohnten.
Bohren der L–cher in die R¸ckseite des Ab-
zeichens, in die nachher die Nadel eingedreht
wird. Eine Arbeit, die von Frauen getan wird.
In einer Stunde schaffen sie 1000-1200 St¸ck.
. .*. DARF NICHT
VERGESSEN WERDEN
Seitdem der 1. Mai offizieller Feiertag wurde,
glauben viele, wir seien am Ziel, und meinen,
diesen Tag wie einen Sonntag begehen zu
k–nnen, als einen Tag der Ausspannung
und Erholung. Andere feiern ihn als einen
Tag der Freude mit Fr¸hlingsges"ngen und
dichterischer Maientrunkenheit, als einen
ãEhrentag' der Arbeit oder als einen Tag
des werdenden Fr¸hlings, des steigenden
Lichtes. Wie es auch sei. Es gibt viele M–g-
lichkeiten, den 1. Mai zu feiern.
Aber - wir sind noch lange nicht am Ziel,
und keiner vergesse den Sinn dieses Tages.
Denn darauf kommt es an.
Der 1. Mai ist ein Kampftag. Das muþ uns
trotz noch so sch–ner Feiern be ruþt und
klar sein. An diesem Tag fordern wir etwas
von dieser Welt. Diese Forderungen stellen
wir nicht als einzelne. Wir, die Jungen und
die Alten, Frauen und M"nner, geh–ren an
diesem Tag f¸r Stunden zusammen, um un-
seren Willen, unsere Geschlossenheit, unsere
Kraft hinter das zu stellen, was wir an die-
sem Tag fordern. Wir hier in Deutschland
und alle freien Arbeiter der Welt.
Groþe Ziele schweben uns vor. Das sagen
die Aufrufe des Deutschen Gewerkschafts-
bundes und des internationalen Bundes
freier Gewerkschaften zum 1. Mai eindeutig
aus. Uberblicken wir die Geschichte dieses
Maitages mit seinem wechselvollen Geschick
von K"mpfen, Haþ, Niederlagen und Verfol-
aunaien, so offenbart sich etwas Groþes und
Eindeutiges. In all dieser Zeit, von Gene-
ration zu Generation sind groþe Ziele er-
reicht worden. Zu anderen stoþen wir un-
aufhaltsam vor.
Vor 40 Jahren schrieb ein Vork"mpfer der
Arbeiterbewegung zum 1. Mai:
ãWas wir um so fester halten sollen, das ist
der Kern echter Begeisterung, aus der die
Maileier geboren wurde. Sie sollte ein frohes
Unterpfand des Sieges sein, der eine Tag
des Jahres, wo, unbeirrt durch die tausend
dr"ngenden Forderungen des Augenblicks,
der Blick sich dem groþen Ziel zuwendet,
das unver"nderlich ist und so unzerbrechlich
wie die Sterne selbst.-
Die Gewerkschaftsjugend muþ diese Be-
geisterung in sich tragen in dem Gef¸hl und
in der Gewiþheit, daþ ¸berall in den freien
L"ndern der Welt, arbeitende Menschen
leben, das gleiche fordern und erk"mpfen
wollen. Dankbar muþ am Maitag die Ju-
gend neben den Alten stehen, zur¸ckblicken,
was sie geleistet und erk"mpft haben. Stolz
und entschlossen soll sie das Erbe ¸berneh-
men und auf dem Weg zum Ziel unbeirrt
weitergehen. Dieses Wollen dr¸ckt sich in
dem Gel–bnis aus, das die Gewerkschafts-
jugend vor knapp 25 Jahren auf dem Ju-
gendtag in D¸sseldorf ablegte:
ãWir wollen, daþ die arbeitende Klasse frei
werde von wirtschaftlicher Ausbeutung; daþ
sie gleich werde allen anderen Gliedern der
Gesellschaft. Wir geloben br¸derliche Ka-
meradschaft allen, die mit uns verbunden
sind f¸r die gleichen Aufgaben und das
gleiche Ziel, unwandelbare und unverbr¸ch-
liche Treue der gewerkschaftlichen Organi-
sation, die uns f¸hren soll und der wir
dienen wollen.'
Das sollte auch die Jugend von heute als
Gel–bnis ¸bernehmen.          Hans Treppte
Ein junger Schnitzer aus der Erbacher Schnitzer-
schule. Die Schule unterh"lt Werkst"tten zur
Ausbildung von Schnitzern, Holzbildhauern so-
wie Klassen f¸r Zeichnen und Modellieren.


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