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The History Collection

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Jahrgang 3, Nr. 23 (November 18, 1950)

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Dem gl¸sernen Menschen sieht man bis auf
den Zw–lffingerdarm. Fleisch und Muskeln
hat man weggelassen, das Skelett und die
inneren Organe mit einer glasartigen Haut
umkleidet. Anatomie f¸r alle! Jeder ist um
sein Innenleben besorgt. Zwackt es im Bauch,
verd"chtigt Herr Schmitz die Galle; Frau
Huber beweint ihre Milz. Niemand weiþ
aber so recht, wo beide Organe beheimatet
sind. Man kann sich durch dicke B¸cher be-
lehren lassen, wenn man lateinisch vor-
belastet ist und wenn man solche dicken
B¸cher hat.
Das Prunkst¸ck  des K–lner Gesundheits-
museums ist die gl"serne Frau. Der Beschauer
soll den menschlichen Organismus, seine
Zweckm"þigkeit, Sch–nheit und Funktion be-
trachten und begreifen lernen. Kleine Gl¸h-
birnen beleuchten nacheinander von inncn
die einzelnen Organe. An einem kunstlichen
Skelett sind Schlag- und Blutadern, Nerven
und Lyrmphgef"þe, getreu dem Naturbild,
richtig angebracht. Ein Sprechband gibt Er-
kl"rungen dazu. Das ist gesundheitliche
Volksbe.ehrung, die in Wanderausstellun-
gen breitesten Kreisen des Volkes zug"ngig
gemacht werden soll. Der Bund, Nordrhein-
Westfalen, die Stadt K–ln und die Gewerk-
schaften unterst¸tzen das Deutsche Gesund-
heitsmuseum, das vor zwei Jahren aus der
ungastlichen Ostzone mit seinen Werkst"t-
ten, Ateliers und Laboratorien nach K–ln
¸bersiedelte. Amerika bestellte gleich zwei
Exemplare der gl"sernen Frau. Schon vor
dem Kriege kostete der gl"serne Mensch
45- bis 50000 Mark, so daþ die heutige Pro-
duktion wertvolle Devisen einbringen wird.
Nicht einmal die Wissenschaftler waren im
Altertum  und Mittelalter genau ¸ber den
Organismus des Menschen unterrichtet. Reli-
gi–se Ansichten verhinderten die Leichen-
–ffnung. Man suchte sich mit der Zergliede-
rung von Hunden und Affen zu begnugen.
Leonardo da Vinci, der italienische K¸nstler,
Techniker und Naturforscher, wird in der
Geschichte der Medizin als Begr¸nder der
menschlichen Anatomie genannt. Heimlich
sezierte er Leichen und hinterlieþ Hunderte
von anatomischen Zeichnungen. - Heute
steht der gl"serne Mensch vor uns. Die Ge-
heimnisse des Leibes erl"utert die Wissen-
schaft zum Nutzen des Volkes.  Foi-s: Dick
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Nicht in der Luft zerreiþen.
Chikago, Wie das Idealbild eines gulen
Lehrers in den Augen der Sch¸ler aus-
sieht, ersah Dr. Paul Witty von der North-
western-Universit"t in Chikago aus 90 000
Kinderbrieien.
Die zw–lf besten Eigenschaften des Leh-
rers sollen danach sein: 1. Freundlich-
keit, 2. R¸cksichtnahme auf die Pers–n-
lichkeit, 3. Geduld, 4. ausgedehnte Inter-
essen, 5. gute Umgangsiormen, 6. Ge-
rechtigkeit, 7. Sinn f¸r Humor, 8. ein
gl¸ckliches Naturell, 9. Interesse f¸r den
einzelnen, 10. Anpassungsi"higkeit, 11.
Groþz¸gigkeit, 12. Geschicklichkeit.
Dar¸ber, wie ein Lehrer nicht sein darf,
schrieben die Kinder: ãEin Lehrer oder
eine gute Lehrerin schreit nicht, kreischt
nicht und br¸llt niemand an. Er l"þt
sich nicht hinreiþen, haut nicht auf den
Tisch, macht nicht einen Riesenwirbel,
ger"t nicht in Wut und m–chte einen
nicht in der Luft zerreiþen." "Sie hat
,nicht jeden Tag dasselbe Kleid an und
spricht nicht die ganze Zeit." Er redet
keine groþen T–ne.'
Dr. Paul Witty ist der Urheber und Rich-
ter des allj"hrlichen Wettbewerbs um
den Ehrentitel des "besten Lehrers' in
.4merika.
*
Wer will Schiffsjunge werden?
Duisburg. Zu Schifisjungen f¸r die Bin-
nenschiifahrt k–nnen schulentlassene Ju-
gendliche im Alter von 14 bis 16 Jahren
ausgebildet werden. Interessierte Jugend-
liche k–nnen sich melden bei der Fach-
vermittlungsstelle f¸r die Binnenschiffahrt
in Duisburg oder bei den zust"ndigen
Arbeits"mtern.
*
Hausgehilfin in England.
Hamburg. Die Nachfrage nach deutschen
Hausgehilfinnen f¸r englische Haishalte
ist in diesem Jahr unbegrenzt. Es 'k–nnen
Frauen und M"dchen von 18 45 Jahren
aus dem gesamten Bundesgebiet vermit-
telt werden. Sie werden nur in Stellun-
gen untergebracht, die vorher durch die
Polizei und die Wohlfahrt gepr¸ft wur-
den. Die Entlohnung f¸r die T"tigkeit
als Hausgehilhn in England betr"gt 20
bis 24 DM w–chentlich bei freier Station
und achtst¸ndiger Arbeitszeit, Diese Be-
dingungen sind mit englischen Regie-
rurigsstellen vertraglich festgelegt wor-
den. Auþerdem m¸ssen die englischen
7eber f¸r die Arbeitslosen- und
oalu- enversicherung der deutschen M"d-
chen sorgen.
*
Nach neuesten Richtlinien.
M¸nchen. Die   modernste   Sportschule
Deutschlands wurde vor kurzem in Gr¸n-
wald bei M¸nchen in Betrieb genommen.
Die Schule besteht aus zehn Geb"uden.
Sie kann 150 Sch¸ler aufnehmen. Auþer-
dem stehen 150 Notlager f¸r Sonderf"lle
zur Verf¸gung. Die Schule und die Sport-
anlagen sind nach neuesten Richtlinien
gebaut.
*
Starker Widerhall.
D¸sseldorf. Das erste groþe Treffen der
demokratischen Jugendorganisationen im
Bundesgebiet soll mit etwa 500 000 Teil-
nehmern im kommenden Fr¸hjahr in
Nordrhein-Westfalen veranstaltet werden.
Die erste Anregung zu diesem Treffen,
das Treffen der ,Jugend an Rhein und
Ruhr' in Nordrhein-Westfalen, hat in
allen L"ndern des Bundes einen starken
Widerhall gefunden.
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