University of Wisconsin Digital Collections
Link to University of Wisconsin Digital Collections
Link to University of Wisconsin Digital Collections
The History Collection

Page View

Aufwärts
Jahrgang 3, Nr. 10 (May 22, 1950)

Johi
Endkampf um die "Viktoria",   p. 14


Page 14


&sdkos ~   Lums dis , V d4 o a"2
Die voraussiditlidcen Teilnehmer an der
.Deutsdcen Fuþballmeisterschaft" und ihre
Chancen
Seit Jahrzehnten besch"ftigt uns, sobald die
ersten Fuþball-Landesmeister bekannt sind,
immer wieder die eine Frage: Wer wird in
diesem Jahre die Deutsche Fuþballmeister-
schaft' gewinnen?
Sie zu beantworten ist schwer, fast unm–g-
lich, denn erstens ist die Spielst"rke der
deutschen Spitzenvereine fast ägleichwertig,
und zweitens kommt hinzu, daþ die Zusam-
mensetzungen der Paare oder in den End-
spielen eintretende Spielerverletzungen sehr
oft den Ausgang der Spiele beeinflussen.
So schied im Vorjahr der 1. FC Kaisers-
lautern bereits in der Vorschluþrunde aus,
und sein Bezwinger, die Dortmunder Borus-
sia, muþte sich im Endspiel dem an die-
sem Tage besseren VfR Mannheim beugen.
Nicht zuletzt, weil der beste Spieler der
Zitronengelben, Michallek, sich im Training
verletzt hatte.
Aber sehen wir einmal, wer bis jetzt das
erste Ziel erreicht hat. Zuerst schaffte es im
Norden der alte ewig junge HSV, der zur
rechten Zeit seine Mannschaft verj¸ngt hat
und mit Posipal und Rohrberg zwei wert-
volle Kr"fte hinzubekam. Um den zweiten
und dritten Tabellenplatz streiten sich äSt.
Pauli' und VfL Osnabr¸ck, w"hrend Werder
Bremen wohl endg¸ltig abgeschlagen ist.
Entschieden ist auch die Meisterschaft im
Westen, denn Borussia Dortmund hat wieder
einmal, verh"ltnism"þig ungef"hrdet, zum
drittenmal hintereinander den Meistertitel
nach der Bierstadt entf¸hren k–nnen. Um so
interessanter ist oder war hier der Kampf
um die beiden Pl"tze. Erst schien es, als ob
die wohl technisch nach den Borussen
zweitbeste Elf, STV Horst-Emscher, und di
sehr starken Rotweiþen aus Essen, also di
beiden Vereine, die auch in Vorjahr m
Borussia den Westen vertraten, es schaffe
w¸rden. Dann waren pl–tzlich die von Al
meister Szepan trainierten Sctalker Knal
pen mit vorne und mit ihnen die vor zwE
Jahren  aus der Oberliga   abgestiegene
Preuþen aus Dellbr¸ck, einem K–lner Voi
ort, die den Aufstieg in einer Aussche
dungsrunde gegen Fortuna D¸sseldorf ei
k"mpften. Und dann machte pl–tzlich noc
ein K–lner Verein, der 1. FC K–ln, sein
Anspr¸che geltend. Die K–lner brachten e
fertig, sich vom 12. Tabellenplatz bis zur
2. vorzuarbeiten. Diese f¸nf Vereine stehe
dicht zusammen, und erst am letzten Spiel
tag wird sich zeigen, wer das Rennen mach
Noch sch"rfer ist der Kampf im S¸den. Di
junge Elf der SpVg F¸rth, die eine Zeitlan.
schon wie der sichere Meister aussah, verlo
durch Beinbruch ihren besten L"ufer Gol
tinger und erhielt pl–tzlich im VfB Stuttgar
einen  ernsthaften  Mitbewerber um  de
Titel.  Zwischen  diesen  beiden Vereine
liegt die Meisterschaft, w"hrend um de
dritten Platz nicht weniger als f¸nf weiter
aussichtsreiche  Bewerber  streiten. Unte
ihnen als Favoriten der VfR Mannheim, de
Deutsche Meister 1948 49, und die Offen
bacher Kickers, die im Vorjahre S¸dmeiste
wurden.
Fest stehen wohl auch die beiden Vertrete
aus Rheinland Pfalz, denn Reutlingen wir,
dem ersten und zweiten der Gruppe Norc
1. FC Kaiserslautern und Wormatia Worms
kaum gewachsen sein.
Gekl"rt ist die Meisterschaft der Ostzone
denn ,Horch Zwickau", die Werkmannschaf
¸berfuhr im entscheidenden Spiel gege
ARSENAL LONDON - CUPSIEGER 1950
Fast noch wichtiger als die Meisterschaft ist in England der Gewinn des
Fuþballpokals. Wenn das Pokalendspiel ausgetragen ist, nimmt daran
ganz
England vom Bergmann bis zum K–nig Anteil. Vor rund 100000 Zuschauern
gewann in diesem Jahr Arsenal London den heiþumstrittenen Pokal. Unser
Bild zeigt den Mannschaftskapit"n Joe Mereer auf den Schultern seiner
Mannschaft skameraden .
it
in
n
r-
Ii
e
ä5
n
n
t.
e
g
,r
n
n
n
e
~r
Sdclienz. VfB Stuttgdrti der durch einen Autoun-
fall den linken 13nteraim verlor, ist immer nodc
einer der besten deutschen Fuþballspieler.
Fotos: dpa
Dresden Friedrichstadt mit Vollgas die Hell-
mut-Sch–n-Elf 5:1 und ist damit praktisch
r   Meister. Leider gab es nach dem Kampf, der
vor 60 000 in dem Dresdener Ostregehege
r   ausgetragen wurde, eine Reihe unliebsamer
d   Zwischenf"lle, die zur Folge hatten, daþ
Friedrichstadt,  der  einzige  Nicht-Werk-
verein, aufgel–st wurde. Hellmut Sch–n, der
ehemalige Nationalspieler, wurde auf ein
Jahr kaltgestellt und die Vereinskasse be-
t   schlagnahmt.
Aus dem Verein wurde inzwischen die ãBe-
triebssportgemeinschaft  Tabak"  gebildet.
Demnach scheidet also diese Mannschaft
auch aus dem Kampf um den zweiten und
dritten Platz aus, der damit von Waggon-
bau Dessau vor ZSG Halle eingenommen
wird.
Auch Berlin hat inzwischen seinen Meister,
und zwar die alte wTeBeX. Die Tennis-Borus-
sen. im Volksmund die   Veilchen' genannt,
sicherten sich die Meisterschaft durch einen
2:1-Erfolg ¸ber den VfB Pankow. Noch
immer sind Graf und Berndt starke St¸tzen
im  "Te-Be"'-Angriff, aber der gef"hrlichste
Mann in der F¸nferlreihe der "Veilchen" ist
neuerdings Schmutzer, der einen tollen Schuþ
hat. Uber den Durchschnitt spielen auþer-
dem noch der Halbst¸rmer Haberstroh, der
Stopper Junik, Verteidiger Richter und Tor-
wart Steinbeck, der auch in Berlins Stadtelf
zwischen den Pfosten steht.
Im Kampf um den zweiten Platz, der eben-
falls zur Teilnahme an der Deutschen' be-
rechtigt, stehen sich in Union Obersch–ne-
weide, dem Vorjahrsmeister HSV 92 Berlin
und  Alemannia 90 drei ungef"hr gleich
starke Gegner gegen¸ber. Obersch–neweide
und BSV 92 werden nach unserer Sch"tzung
das Rennen unter sich ausmachen, wobei am
Ende sogar das Torverh"ltnis entscheidend
sein kann.
Hoffentlich k–nnen in diesem Jahre die
Vertreter der Ostzone sich am Kampf um
die CDeutsche' beteiligen. Der Kampf Bayern
gegen Sachsen hat zwar einigen Aufschluþ
¸ber die augenblickliche Spielst"rke der Ost-
zonenvertreter gebracht, und es konnteauch
festgestellt werden, daþ die Sachsen zwar
technisch, aber noch nicht k–rperlich mit
den Assen des S¸dens Schritt halten konn-
ten, aber eine "Deutsche Meisterschaft' ohne
unsere Kameraden aus dem Osten ist und
bleibt nur eine halbe Meisterschaft. Selbst
darm, wenn die Vertreter der ¸brigen Ge-
biete Deutschlands augenblicklich die St"r-
keren sind.                           Jobi
14


Go up to Top of Page