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Jahrgang 3, Nr. 10 (May 22, 1950)

Aus unseren Gruppen,   p. 13 PDF (598.5 KB)


Page 13


AUS UNSEREN GRUPPEN
STICHWORT: VERDIENST
D"mmerung ¸ber M¸nchen. 5.30 Uhr, die
ersten Lastwagen rollen heran, beladen mit
jungen Mitgliedern der 1. G. Metall. Sie
nehmen Aufstellung vor dem Gewerkschafts-
haus. Und dann geht es los! Fahrzeuge
werden mit Fahnen und Transparenten ge-
schm¸ckt. So wird es 6.45 Uhr. Schnell noch
eine Tasse Kaffee, und dann auf die Fahr-
zeuge. Zwei Fahrzeugkolonnen mit jungen
Metallarbeitern fahren durch den Westen
und Osten M¸nchens. Die Lautsprecherwagen
werben f¸r die Kundgebung auf dem K–nigs-
platz. M¸nchen schl"ft noch. Wenn Br¸der,
zur Sonne, zur Freiheit' gesungen wird,
sdcaut manches finstere Gesicht aus dem
Die Junggewerkschafter der IG Metall in M¸nchen waren die einzigen,
die uns einen Kurzbericht
und Fotos ihrer Maidemonstration schickten. Wo blieben Beridite und Bilder
der dnderen Gruppen?
Fenster. Wer soll sich darum k¸mmern?
Um 10 Uhr nehmen wir Aufstellung vor der
Rednertrib¸ne. Zehntausende stehen vor uns
auf dem K–nigsplatz. Wir glauben, daþ es
auch ein kleines Verdienst der Metallarbei-
terjugend war.
*  _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _
STICHWORT: ENTSCHLIESSUNG
Unterbezirks-Jugendkonferenz f¸r Ober- und
Mittelfranken. Im Gewerkschaftshaus Ans-
bach tagten  die Vorsitzenden der Kreis-
Jugendaussch¸sse aus 24 Kreisaussch¸ssen
der beiden Unterbezirke. Bezirksleiter Kem-
b¸gler, Bezirksjugendsekret"r Klein, Jugend-
sekret"r des Landbezirks Bayern im DGB,
Koch, und der Jugendsekret"r vom Bezirk
N¸rnberg, Burger, waren anwesend. - Die
Konferenz hatte die Interessen der 47 000
Junggewerkschafter im Bezirk Ober- und
Mittelfranken zu vertreten.
Kollege Klein: Seit 1948 ist ein Zugang von
rund 10000 Jugendlichen zu verzeichnen. In
80 Gruppen wird aktive Arbeit geleistet.
Pfingsttreffen der FDJ in Berlin: Lebhafte
Aussprache. Alle Konterenzteilnehmer stell-
ten sich hinter den Beschluþ des Bundesvor-
standes. Die Teilnahme am Pfingsttreffen
wurde von allen abgelehnt.
Bezirksleiter Kemb¸gler: Die Unterschriften-
sammlung der FDJ f¸r den Frieden ist ¸ber-
fl¸ssig. Es sind nicht Millionen Unterschriften
notwendig, sondern nur zwei. Die von
Washington und Moskau.
Entschlieþung an Ministerpr"sident Ehard:
Scharfer Protest gegen die Herabsetzung des
Jugendurlaubs (siehe "Aufw"rts' S. 5).
Entschlieþung an Dr. llutidhdmmer: Veibes-
serung des Berufsschulwesens und Vorlage
eines Berufsschulgesetzes.
STICHWORT: ARBEITSGEMEINSCHAFT
W/% ochenendschulung  des  Jugendortsaus-
schusses Karlsruhe im Naturfreundehaus
Moosbronn. 28 Jugendkollegen der 14 Indu-
strieverb"nde waren eingeladen. Kollege
Wallenmaier referierte ¸ber gewerkschaft-
liche Jugendarbeit. Er gab einen umfassen-
den Ðberblick ¸ber die bisher geleistete-
Arbeit. (Red.: Wir h"tten uns f¸r konkre-e
Angaben interessiert.}
Das zweite Referat hielt der Kollege Engel-
mann aus Ettlingen. In Form einer Arbeits-
gemeinschaft (Red.: gut!) verstand es der
Referent, ¸ber die Entwicklung der Gewerk-
schaft zu sprechen. Im Wechselspiel zwischen
Frage und Antwort bekamen Referent und
Tagungsteilnehmer das Gef¸hl, zwei arheits-
reithe Stunden voll gen¸tzt zu haben.
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HEINZ DECKERt
EIN FREUND DER JUGEND
Anfang dieses Monats starb Heinz Decker, einer der Gesch"fts-
f¸hrer des Bund-Verlages. Mit ihm ging ein Mensch und
Kollege von uns, der bis in die letzte Phase seines Wesens
gut war. Von ihm l"þt sich sagen, das, was er erstrebte, lebte
er vor.
Heinz Decker kam aus der Tiefe, aus dem Kreis der schal-
lenden Menschen. Er lernte den Beruf des Buchdruckers. Erst
war er ein kleiner Lehrling, und *wenn er sp"ter Meister und
mehr wurde, dann nur, weil er immer bem¸ht war, sein
Wissen zu erweitern, In ihm    lebte das Bewuþtsein, man
kann niemals aufh–ren mit Lernen.
Das Leben stellte ihn vor immer neue Aufgaben. Als auf-
rechter Mensch durchlebte er die Jahre von 1933-1945. Mit
dem Werden der neuen groþen deutschen Gewerkschafts-
bewegung wurde ihm die Aufgabe ¸bertragen, die erste
groþe Gewerkschaftszeitung "Der Bund- innerhalb weniger
Wochen herauszugeben. Er meisterte diese Aufgabe wie auch
die, die ihm sp"ter gestellt wurden.
Die Gewerkschaftsjugend und ihre Zeitschrift ãAufw"rts" ver-
lieren in Heinz Decker einen Freund und F–rderer. Immer
war er um das Wohl der Jugend besorgt, und der "Aufw"rts",
der zum groþen Teil mit sein Werk ist, lag ihm besonders
am Herzen.
Heinz Decker, der immer mit neuen Pl"nen und Ideen besch"f-
tigt war, dachte niemals an sich selbst, und so wurde er
vorzeitig aus dem Kreis gerissen, der um ihn groþ geworden
war. Diejenigen, die ihn kannten und die mit ihm arbeiteten,
werden ihn nicht vergessen.


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