University of Wisconsin Digital Collections
Link to University of Wisconsin Digital Collections
Link to University of Wisconsin Digital Collections
The History Collection

Page View

Aufwärts
Jahrgang 3, Nr. 10 (May 22, 1950)

Jürgens, Hans
Laura: die gekränkte Nilpferddame,   pp. 10-11


Tucholsky, Kurt
H. Zille,   p. 11


Page 11


der groþf, Schilderf des Berl
riats, wut'de 1858 *ls Sohn
Jrimmich wahste elintiich nich-
mal traurich un malinmunta.
Dir war det jahnichz l"chalilh:
iner Proleta-        *Mutta, schmeiþ Stulle runta -1'
eines armen           Leierkastenmelodien
1- A -,            Menschen in Berlin.
9 Jahre alt war, siedelte seine Familie nach
Berlin ¸ber. Er wurde Lithograph, und erst mit
50 Jahren, nachdem er arbeitslos geworden
war, widmete er sich ganz seiner eigentlichen
Arbeit. Heinrich Zille war nicht nur mit
seinem Leben und seiner Kunst mit der Ar-
beiterschaft verbunden; schon mit 17 Jahren
hatte er sich der Sozialdemokratie angeschlos-
sen. Auch in den Zeiten seines Ruhmes bis
zu seinem Tode, 1929, blieb er einfach und
arm, wie die Menschen, die er zeichnete.
äDas imponiert mir nicht!" piepste die
Mfaus, indem sie sich das B"rtchen strich.
Frech, wirklich mausefrechl
ãldi habe die Sphynx gesehen", trumpfte
Laura auf.
Die Maus zuckte die Schultern: "Na, und?-
Laura f¸hlte, wie ihre Haut vor Entr¸stung
zu zittern begann: "Ich wiege zwanzig
1Zentner und kann ein Kommiþbrot auf ein-
mal fressen - ich kanrn zehn Minuten tau-
chen - aus meiner Haut werden die besten
Nilpferdpeitschen gemacht - ich habe eine
dickere Haut als der Elefant .,.
ãIst das alles?" forschte die Maus und g"hnte.
Laura verschlug soviel Schnoddrigkeit fast
die Rede, aber sie zwang sich noch einmal
zur Ruhe, dehnte den Brustkorb, lieþ die
kleinen Ohren spielen und trompetete: ãUnd
auþerdem  bin ich preisgekr–nt!  So, das
d¸rfte ja wohl gen¸gen."
ãP¸h", machte die Maus, ãdas kann mir gar
nichit irrnonieren! Sie dicke Mamnsell! Sie
aufgeblasene Straþenwalze! Haha! Hihi!
Gott, was sind Sie komisch!"
ãiKomisch?" schrie Laura auþer sich, denn
nun war sie aufs empfindlichste in ihrer
Nilpferddamenehre   getro'ffen,  ãkomisch?
Weiþt du windige Spitzmaus ¸berhaupt,
was ich mit dir tun kann?"
ãWas denn?" fraote die Maus voller Inter-
esse.
ãIch kann dich tottretenl" triumphierte Laura,
"ehe du noch einmal Piep sagen kannst, du
Groþschnauze in der Westentasche."
ãTritt doch". piepste die Maus h–hnisch,
ãzeig, was du kannst!'
Da trat Laura, die Nilpferddame, kr"ftig zu,
um die Maus unter ihrem   rechten Vorder-
fuþ zu zermalmen, aber das M"uschen machte
nur Husch! Und weg war es.
Laura stand starr. War denn das die M–g-
lidikeit? Sie wog doch zwanzig Zentner und
und ein goldenes Diplom - und so ein
mausfreches Leichtgewicht tanzte ihr quasi
auf der Nase herum! Leise begann ihr etwas
zu d"mmiern, etwas, was ihrer Eitelkeit einen
ganz gewaltigen Stoþ versetzte. In tiefen
Gedanken ¸ber die Unzul"nglichkeit des
groþeren Gewichts, schwankte sie auf ihren
kurzen Beins"ulen zum Bassin.
ä.Hihi, haha, hihi!" piepste es h–hnisch aus
der Ferne.
Laura schloþ schmerzlich ber¸hrt die Augen
und lieþ sich schwer ins Wasser fallen, das
wellenschlagend  ¸ber  ihrem   exotischen
K–rper zusammenschlug.         Hans J¸urgens
.Ja. mein Kind! So ist unser ganzes Leben!'
Zw7ee"er Utigang, vlerta Hol
wohnen deine Leute,
Kinder quieken: ãNa, so doll
lestern, morin, heute.
Liebe, Krach, Jeburt und Schlih.
Du hast jesacit, wies is.
Patzkopps Mariechen: Jott nee - wat der Maxe
schon f¸r ne kesse Sohle tanzt!'
Int Alter beinah ein Schenie -
Dein Bleistiftl Na, von wein .. .1
Janz richtig vastandn ham se dir nie-
die iachtn so ¸bale ja.
Die fanden dir rlehrend un komisch zujieida.
Im ¸brijen:- Hoch det Deutsche Reicht
A l~i~
~wenn dir's zu schwer ist, Mlieze, ick kann dir
ja wat abtrinken.'
Kleene J–ren mit Plpi
,un vabogne Flehe;
Tanz mit durch jedridcke Knie,
er sacht: ãMeine Sie8e!l
Stank und Stunk, Berliner Schmiþ   ..
Du hast jesacdtt wies is.
,Herrlichen Zeiten fuhre ich euch entgegen l
Malen kanaste,
Zeidunen kann.ste,
WiI±e machen saluste.
Aba Ernst machen d¸nfste nich.
Du kennst 'den lanzen Kieista -
den ihr Schicksali: Stir b oda Iriþ!
Du wahst ein jroþa Meista.
Du hast jesacst, wies 18.
Kurt Tudsolzky
tA,!      ~¸ber die man nicht
itz         lachen kann
gesammelt von Heirichi Zille
Im stillen G"þchen, in dem kein Halm
bl¸ht, sitzt das lahme kranke Kind.
Der Bruder sagt:
*Mutta, jieb doch die zwee Blument–ppe
raus, Lieschen sitzt so jerne ins Jr¸ne!'
Auf dem Hof schreit die Mutter zum
Fenster heraus, als die Kleinen in der
N"he ihres zum Abregnen hinausgestell-
ten Blumentopfes spielen:
.Wollt ihr von die Blumen weg, spielt
mit'n M¸llkasten!"
Das sind dieselben M¸tter, die einander
erz"hlen:
,Idc habe sechs Kinder uff'n Kirchoff, is
dat noch keene Bem¸hung f¸rs Vater-
land?!"
JIck kann Blut spucken, wenn ick will!'
sagt das kranke Schulm"dchen voll Stolz
zu seiner Mutter.
.--- 4
%   z   , - -"  Z-
r-,
. .            -71
--          - -
t
...
, ,  -2Z.
--ze,
1--              - Z- -
- -                - -
4
eL           j
k*",e
V' ,


Go up to Top of Page