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The History Collection

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Aufwärts
Jahrgang 2, Nr. 20 (September 24, 1949)

Frauen im öffentlichen Leben,   p. 7 PDF (763.9 KB)


Ruffing, Anny
Wie finden wir den Richtigen?,   p. 7


Page 7


FRAUEN IM OFFENTLICHEN LEBEN
Die 64j"hrige Schriftstellerin Ina Seidel, der
k¸rzlich der Wilhelm-Raabe-Preis dei Stadt
Braunschweig verliehen wurde, stellte die
eine H"lfte des aus 1000 DM bestehenden
Preises f¸r Fl¸chtlinge in Braunschweig zur
Verf¸gung, die andere f¸r Fl¸chtlinge in
Starnberg in Bayern, ihrem jetzigen Wohnort.
In der ~heereseigenen sowjetischen Wismut-
AG. im s"chsischen Uranbergbau werden
ungef"hr 38 000 Frauen besch"ftigt. Nach
amtlichen Angaben ereigneten sich im Mo-
nat Juli unter den Frauen 2420 Unf"lle, und
es wurden 312 Erkrankungen und 348 Todes-
f"lle verzeichinet. 260 der Erkrankten litten
an Zellgewebezerst–rung, die auf die Ar-
beit in den radiumhaltigen Sch"chten des
Untertagebaues zur¸ckzuf¸hren ist.
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hs gab einmal eine Zeit, da war die Anschaffung eines Winterniantels noch
keine groþe Sache. Damals ging man mit einer mehr oder weniger gut
gef¸llten Geldborse in eines der vielen Modenh"user, bekam idort von
einer
freundlichen Verkauferin Dutzende von Wintermdnteln in goter und bester
Qualit"t in der jeweils angenehmen Preislage gezeigt und w"hlte zwischen
ganz auf Seide gef¸tterten oder nut St¸ppfutter versehenen flauschigen
oder glatten, warmen Hullen so hinge, bis man zuletzt den einzig richtigen
erwischt hatte. Auf dem Iteimweg stellte man dann befriedigt fest, daþ
man f¸r sein sauer verdientes Geld gut eingekauft hatte, denn man bekam
damals noch etwas fur sein Geld. Der Preis f¸r Wintermnantel lag zwischen
20 und 200 Mark, und es will uns heute kaum noch in den Kopf, daþ audi
der Mantel zu 20 Mark aus tragbarem Stoff, ginz auf Futter und durctiaus
kleidsam und modisdi gearbeitet war.
Heute kostet ein Wintermantel 80 bis 500 DM. Heute ist die Anschaffung
eines Wintermantels eine groþe Sache geworden, und wenn wir in diesem
Herbst nach hartem Sparen endlich das Geld beisammen haben, gehen wir
nur mit einem gewissen Lampenfieber an den Einkauf. So ein Wintermantet
muþ lange halten, muþ lange modern bleiben, denn so bald kann
man sich
eine solche Ausgabe nicht wieder erlauben. Werden wir auch einen guten
Mantel fur unser teures Geld erthalten? Wird er zu allein passen, und
werden wir ihn auch noch in den n"chsten Jahren tragen k–nnen? So frageii
wir uns und laufen einen weiteren Sonntagnachmittaig von Schaufenster zu
Schaufenster, ohne uns schlussig werden zu konnen.
Wenn wir aber eini'n Fehlkauf vermeiden wollen, so mussen wir uns vor-
her ober unsere Wunsche ganz im klaren sein. Der Preis, den wir anzu-
legen gedenken, steht fest. Sehen wir uns nur Mantel in der erschwing-
lidhen Preislage an, denn alles andere verwirrt nur und erschwert uns die
Entscheidung. Sehen wir uns auchi nur die Mantel genauer an, die wir zu
allem tragen k–nnen, und ¸berlegJen wir, daþ der so gefallige
und elegant
in (1er Linienfuhrung gehaltene dunkle und daher empfindliche Mantel etwas
f¸r Leute. ist, die zwei M"ntel haben. Erstens wird er nicht auf alles
passen,
und zweitens werden ihm jahrlange Strapazen schleciit bekommen. Auch
der auffallend gemusterte, so bestediend nach der letzten Mode geschnit-
tene Blickfanger in der Auslage ist wohl kaum (1er richtige f¸r uns.
Jahr
udn( Tag mit einem solchen Mantel zu laufen, ohne wechseln zu k–nnen,
wird auf die Dauer zur Strafe, und wir f¸hlen uns dann wie der sattsam
bekannte bunte Hund. Sehen äwir aber einen Mantel, dessen Grundform
eine gewisse Zeitlosigkeit aufweist, wie zum Beispiel die lose Hangerform
euer ole. etwas strenger WirKenne, meist ein- 00er ZWeireinig geKnupIte
anschlieþende Mantelform. so sollten wir aufmerksam werden. Innerhalb
dieser Formen gibt es eine Menge Abwandtungen, von denen uns die eine-
oder die äindere bestimmt gefallen wir(l. Wer dis Flotte und Sportliche-
liebt, der entscheidet sich zu einem der modischen und zeitlosen Hanger-
aus beige oder (grauem Flausch 0(1er aus strapazierf"higem zweif"digen-
Gewebe. Grau undt Beige gibt es in tingez"hlten Nuancen. Vom Silbergran
bis zum Mausgrau und von der Sandfarbe bis zum dunkeln Kamelhaarbrauii
sind alle Farbtone modern und ebenso auch zeitlos. Wer aber den anschlieþenden
und eleganten Stil
bevorzugt, der entschlieþt sich vielleicht zu einer der modischen Formen
mit breitem oder schmalem
Kragen und mit leicht geschwungener Rocklinie. Farbe und Materiil der M"ntel
w"hlen wir so
aus, daþ wir unsere bereits vorhandenen Sachen, wie Hiite, Schals,
Handschuhie, Taschen und Schuhe,
gut dazu tragen konnen tind wir nicht hinterher vor tiningenehinen Ub)eiraschiungeni
stehen, wenn die
Zusammenstellung von Neu und Alt nicht ¸bereinstimmnt. Wenn nun am
n"chsten sch–nen Sep-
tember-Sonntagnachmittag unser Weg nodi einmal an den Schaufenstern der Modenh"user
vorbei-
f¸hrt, dann wissen wir schon viel besser, was wir wollen, und werden
uns heins Einkauf ohne
Lampenfieber nur f¸r den einzig richtigen Mantel entscheiden.
Aus unserem alten Mantel, der nun ausgewachsen, verschossen und( strapaziert
im Kleiderschrank h"ngt
und so nicht mehr zu tragen ist, machen wir uns eine warme Jacke for den
tibergang. Wir trennen
ihn g;anz auf, waschen sorgf"ltig Stoff und Futtei unit vi'rarheiten ilen
links gewendeten Stoff neu.
Schnell uiid reibun<1-slos geht das Einkauofen' in
dem neuen Selbsibedienungsladen vonsiatien, der
kurzlich von der Konsumgenosseiisdhafi Produk-
tion' nach sctiwedisciem und ainerikaniiuschem Vor-
bild in Hamburg er–ffnet wurde. Die ausgesuchten
Waren werden in Drahtk–rben gesammelt und
beim Ausgang an der Kasse bezahlt. Nur Fein-
kost, Butter und Genuþmittel werden auþerhalb
der Selbstbedienung verkauft.        Foto: DPD
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Dazu geh–rt wirklich Mut
Nicht viele Frauen w¸rden sich dazu bereit finden,
so wie diese 30jahrige englische Lehrerin einen
Posten in einem Ort anzunehmen, in dem durch-
weg eine Temperatur von 40 Grad unter Null
herrscht. Marjorie Hinds unterrichtete zuerst rund
ein Jahr in Kanada und geht jetzt als Leh-rer
rumn nord–stlichsten Zipfel Nordamerikas, zur liudson-
Bay. Durch entsprechende Berufskleidung hat sie
sich vorsorglich auf die groþe Kalte vorbereitet.
Unser Bild zeigt die .Eskimo-Lehrerin' vor ihrem
englischen Heim und vor ihrer Wirkungsstatte in
den kalten Breiten Kanadas.           Foto: DPD
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