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The History Collection

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Aufwärts
Jahrgang 2, Nr. 21 (October 8, 1949)

W. B.
Ernste Arbeit heitre Freizeit,   pp. 4-5


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Holzschnitt: W. DIn, Schritt: Heiner Graelen
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AUS DEM TAGEBUCH EINES BETRIEBSJUGENDSPRECHERS
2. August.
Morgen nachmittag geht es ins Jugendlager
unseres Ortsausschusses. Zehn Tage lang
soll ich als Lagerhelfer unseren Jugend-
sekret"r unterst¸tzen. Ich bin sehr gespannt,
wie alles werden wird. Wie ich geh–rt habe,
hat das Lager vom Bundesvorstand einen
Zuschuþ bekommen. Dadurch sind wir in
die Lage versetzt, einige Ausfl¸ge zu machen
und dabei uns einige Sehensw¸rdigkeiten
anzusehen.
4. August.
Der vierte Tag schon brachte uns eine Uber-
raschung. Die Tage im Lager zeigen, wieviel
Erziehungsarbeit unter unserer Jugend heute
noch geleistet werden muþ, um den f¸r die
Zukunft unserer gewerkschaftlichen Arbeit
begeisterten, wissensm"þig gefestigten Ju-
gendfunktion"r herausstellen zu k–nnen. Die
Teilnahme an den Aussprachekreisen im
Lager ist freiwillig. An den beiden ersten
Tagen war der Besuch m"þig. Mancher ging
lieber in die See baden. Heute haben wir
¸ber Lehrlingsselbstverwaltung im Rahmen
des Mitbestimmungsrechts gesprochen. Da
f¸hlten sie sich schon wesentlich mehr an-
gezogen, und die beiden Arbeitskreise
haben fast alle Teilnehmer des Lagers ver-
einigt. Eine wertvolle Erfahrung f¸r die
sp"tere Betriebsarbeit.
12. August.
Einen Tag bin ich nun wieder im Betrieb.
Erholt habe ich mich in der Lagerzeit nicht.
Daf¸r bin ich aber um viele Erfahrungen
reicher geworden. Heute nachmittag ist Be-
triebsratssitzung. Ich bin zwar nicht als
ordentliches Mitglied gew"hlt, doch zieht
der Betriebsratsvorsitzende mich immer mit
beratender Stimme hinzu. Sie wollen heute
¸ber die kommenden Tarifverhandlungen
beraten. Ich will mich daf¸r einsetzen, daþ
diesmal auch unsere Jugendlichen mit-
ber¸cksichtigt werden. Bei der.letzten Lohn-
erh–hung in der Metallindustrie sind sie
leer ausgegangen. Wir haben bereits bei
der letzten Ortsjugendausschuþsitzung der
Industriegewerkschaft ¸ber diese unsere
Forderungen gesprochen.
Die gute Ausbildung ist die Gew"hr f¸r die Sicherheit sp"ter am Arbeitsplatz
vor Ort.
14. August.
F¸r heute war eine Jugendsprecherschulung
angesetzt. Auf der Einladung war ausdr¸ck-
lich vermerkt, daþ wir vorher unserer Wahl-
pflicht gen¸gen sollten, darum auch der
sp"teBeginn, 101Uhr. In den Pausen drehten
sich nat¸rlich die Gespr"che um den neuen
westdeutschen Bund. Paul sagte, er ginge
nicht w"hlen, ihn interessiere das ganze
Theater nicht. Ich habe ihn dann auf die
Seite genommen und auf die Bedeutung hin-
gewiesen, die dieser Wahltag f¸r uns als
schaffende Menschen hat. Es k"me darauf
an, Abgeordnete in den Bundestag zu
schicken, die  unsere  gewerkschaftlichen
Interessen voll und ganz vertreten. Darum
sei jede Stimme wichtig. Nach dieser Aus-
einandersetzung versprach Paul - und er
hat es auch in der Mittagspause wirklich
gehalten - , seiner Wahlpflicht zu gen¸gen.
15. August.
Dieser Montag alle 14Tage ist derBetriebs-
ratsschulung an unserer Volkshochschule
vorbehalten. Das Thema des heutigen Abends
war der Stand des Mitbestimmungsrechts.
Es war sehr aktuell, denn in den gewerk-
schaftlichen Forderungen an die deutschen
Parteien zu den Bundestagswahlen ist das.
Mitbestimmungsrecht der Schaffenden im
Betrieb einer der Hauptpunkte. Es gilt jetzt,
uns als junge Gewerkschafter f¸r diese Auf-
gabe zu schulen. Dazu helfen die Volks-
Der Hauptreferent hat alle Aufmerksamkeit.
hochschulen, aber auch die Bundesschulen
des DGB, das entsprechende R¸stzeug zu
geben. Vom Betriebsratsvorsitzenden erhielt
ich schon die Aufforderung, mich f¸r die
Teilnahme an einem Lehrgang in unserer
Bundesjugendschule zu bewerben. Ich hoffe,
daþ meine Bewerbung ber¸cksichtigt wird.
18. August.
Heute abend war Heimabend der Betriebs-
jugendgruppe. Es war der erste nach dem
Zeltlager. Wir haben die Ergebnisse des
Zeltlagers besprochen und wollen uns im
Winter einer Arbeitsgemeinschaft innerhalb
unserer Ortsverwaltung anschlieþen. Nach
diesem ernsten Gespr"ch im ersten Teil
unseres Abends haben wir die im Lager er-
lernten Lieder, aber auch die alten Volks-
t"nze gesungen und getanzt und die Erinne-
rung an manche sch–ne Stunden wieder
wachgerufen. Es wurde zum Schluþ noch
recht lustig.


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