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Vertriebene, Flüchtlinge, Kriegsgefangene, heimatlose Ausländer : 1949-1952
(1953)

4. Die Aussiedlung von Deutschen (Operation Link) und die Rückführung von Vertriebenen aus dem Ausland,   pp. 11-14 PDF (1.2 MB)


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Der Verteilungsschliissel wurde vom Bundesrat wie folgt festgesetzt:
Baden                           15%/o
Wiurttemberg-Baden               90/0o
Wiirttemberg-Hohenzollern      1 501o
Baden-Wiirttemberg                        390/o
Bremen                                      20/0
Hamburg                                     30/o
Hessen                                      90/0
Nordrhein-Westfalen                        170/o
Rheinland-Pfalz                           3Q0/%
Die Aussiedler erhalten in den Grenzdurcigangslagern ein Oberbriickungsgeld
von
20,- DM fur den Haushaltsvorstand und 10,- DM fUr jedes weitere Familien-
mitglied.
Aus den deutschen Gebieten unter polnischer Verwaltung und aus Polen wurden
inzwischen etwa 45 000 Deutsche ubernommen. Diese Zahl liegt weit uiber dem
von
der Alliierten Hohen Kommission zugelassenen Kontingent. Die polnischen Beh6rden
hielten sich aber keineswegs an die deutsdien Vorschlagslisten. Daher blieb
eine sehr
gro1ge Zahl dringlicher Antrage auf Familienzusammenfiihrung unerfUllt. Ab
Fe-
bruar 1951 begannen die polnischen Behorden wieder damit, monatlich einen
Trans-
port zusammenzustellen. Es wurden aber nur soldhe Personen erfalt, deren
engste
Familienangehorige in der sowjetisch besetzten Zone leben.
Aus der Tsdhechoslowakei wurden 17 000 Deutsche (vorwiegend Sudetendeutsche)
ausgesiedelt. Die zunichst vereinbarte Zahl von 20 000 wurde somit von der
tschedho-
slowakischen Regierung nicit erfillt. Auch hier war es nicht moglch, auf
die Zusam-
menstellung der Aussiedlungstransporte wesentlichen Einflug zu gewinnen.
Aus Ungarn ging ein einziger Transport nach der sowjetisch besetzten Zone
ab.
Aus Ruminien wurden in Sammeltransporten uiber 1000 Personen in das Bundesgebiet
U-berfiihrt. Auch die rumanischen Behirden lassen jetzt nur nod-i eine Familienzusam-
menfiuhrung nach der sowjetisch besetzten Zone zu.
Aus Triest wurden in sechs Transporten 730 Personen, meist volksdeutsche
FlUcht-
linge aus Jugoslawien, in das Bundesgebiet aufgenommen. Die Aussiedlung von
etwa
7200 Volksdeutschen aus Jugoslawien selbst war nur im Wege der Einzelausreise
moglich. Erst nach langwierigen Verhandlungen konnten die hier entstandenen
Schwierigkeiten beseitigt werden. Nur fur die Kinderrfickfiihrung werden
Transporte
zusammengestellt. In bisher sechs Transporten kamen auf diese Weise 1044
volks-
deutsche Kinder zu ihren Eltern in das Bundesgebiet.
Das Ergebnis der Rot-Kreuz-Konferenz in Toronto vom Sonmmer dieses Jahres
ld1t eine gewisse Hoffnung, dag neueVereinbarungen jiber weitereFamilienzusammen-
fiuhrung erreicht werden.
In Usterreich leben in grofger Zahl heimatvertriebene deutsche Staatsangehorige,
die mit ihrer wirtschaftlichen und sozialen Lage augerst unzufrieden sind.
Viele von
ihnen haben den Wunsch, in das Bundesgebiet umzuziehen. Nach Klirung der
Staats-
angehorigkeitsfragen werden jetzt monatlich mehrere 100 Personen in den Grenz-
durchgangslagern Schalding und Piding ubernommen.
Aufer diesen neu aufgenommenen Vertriebenen werden in den Grenzdurchgangs-
lagern auch deutsche Staatsangehbrige, die in geringer Zahl aus dem Ausland
zuruck-
gefUhrt werden und hilfsbedUrffig sind, vorliufig untergebracht. Sic werden
auf Grund
einer Ldndervereinbarung den einzelnen Iandern des Burndesgebi!res zugewiesen.
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