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Nationale Front des Demokratischen Deutschland / Weissbuch über die amerikanisch-englische Interventionspolitik in Westdeutschland und das Wiedererstehen des deutschen Imperialismus
([1951])

4. Volksbefragung in ganz Deutschland,   pp. 200-208 PDF (4.1 MB)


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Friedensvertrag mit Deutschland sei ganz gut, aber die Sowjetunion stecke
doch bestimmt dahinter. Vom sachlichen Standpunkt betrachtet, waren die
Friedenskrafte in Deutschland froh, wenn recht viele Staaten hinter der For-
derung des deutschen Volkes auf AbschluB eines Friedensvertrages stecken
wurden. Zum Beispiel wiirde es jeder begrifilen, wenn sich auci England und
die USA fur den Abschlul3 eines Friedensvertrages der GroBmachte mit
Deutschland einsetzen wurden. Der einzige reale Malstab des Verhaltnisses
der
friedliebenden Deutschen zu den einzelnen GroBmachten kann doch nur deren
Stellungnahme zum Friedensvertrag mit Deutschland und dem darauffolgen-
den Abzug der Besatzungstruppen sein. Die Sowjetunion jedenfalls hat be-
wiesen, dal sie eine konsequente Haltung in dieser Frage vertritt...
Mogen manche Burger bei uns gegen den Aufbau des Kommunismus in der
Sowjetunion noch so viele Vorbehalte haben, eines kann niemand bestreiten,
eines muB jeder friedliebende Burger mit Hochachtung anerkennen: das kon-
sequente Auftreten der Vertreter der Sowjetunion auf allen internationalen
Konferenzen fur eine friedliche L6sung des Problems der Einheit Deutsci-
lands und fur die Schaffung eines einheitlichen, friedliebenden und demokra-
tischen deutschen Staates. Auf der Pariser Vorkonferenz der Stellvertreten-
den AuBenminister hat der Vertreter der UdSSR, G r o m. y k o , wiederum
,die
Beschleunigung des Abschlusses eines Friedensvertrages mit Deutschland und
den darauffolgenden Abzug der Besatzungstruppen aus Deutschland' gefor-
dert. Eine feste Richtschnur fur diese Friedenspolitik sind die Worte Genera-
lissimus S t a I i n s in seinem an Prasident Wilhelm Pieck und Ministerpraisi-
dent Otto Grotewohl anlaBlich der Grundung der Deutschen Demokratischen
Republik gerichteten historischen Telegramm:
,Es unterliegt keinem Zweifel, daB die Existenz eines friedliebenden demo-
kratischen Deutschland neben dem Bestehen der friedliebenden Sowjetunion
die Moglichkeit neuer Kriege in Europa ausschlieBt, dem BlutvergieBen in
Europa ein Ende macht und die Knechtung der europaischen Lander durch
die Weltimperialisten unm6glich macht.'
Die Sowjetunion ist der einzige europaische Staat, der seit seiner GrUndung
niemals eine Handlung beging, die gegen die nationalen Interessen des deut-
schen Volkes gerichtet gewesen ware...
Die Freundschaft mit der Sowjetunion muB zur Sache aller patriotischen
Deutschen werden!u
Der Stellvertretende Ministerprasident Walter Ulbricht schloB seine Rede
mit
den aufruttelnden Worten:
,Die Stunde der Verantwortung des deutschen Volkes ist gekommen.
Jeder Deutsche, der von ganzem Herzen will, daB nie eine Mutter mehr ihren
Sohn beweint, der stimme mit Ja!
M6ge das deutsche Volk den Frieden bis zum AuBersten verteidigenl!
In einer Rundfunkansprache, mit der sich der Prasident der Deutsdien Demokrati-
schen Republik, Wilhelm Pieck, am 15. Mai 1951 an das deutsche Volk wandte,
heiWt
es unter anderem:
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