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Nationale Front des Demokratischen Deutschland / Weissbuch über die amerikanisch-englische Interventionspolitik in Westdeutschland und das Wiedererstehen des deutschen Imperialismus
([1951])

4. Volksbefragung in ganz Deutschland,   pp. 200-208 PDF (4.1 MB)


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Kieler Howald-Werft: Befragte 1673, gege*n Remilitarisierung 1594, Stimmenthal-
tungen 51, fur Remilitarisierung 28;
Wieland-Werk, Vohring/Oberbayern: Befragte 1354, gegen Remilitarisierung
1266,
Stimmenthaltungen 80, fur Remilitarisierung 8.
Ahnliche Resultate ergaben sich in zahllosen weiteren Betrieben Westdeutschlands.
Abschlieliend soll nur noch ein besonders interessantes Ergebnis einer Volks-
befragungsaktion angefiuhrt werden, die unter den Zuschauern bei einem Motorrad-
rennen bei Ingolstadt im Juli 1951 durchgeffihrt wurde.
Befragt wurden insgesamt 9837 Zuschauer des Rennens. Von ihnen stimmten gegen
die Remilitarisierung 9538. Niemand enthielt sich der Stimme. 288 stimmten
fur
die Remilitarisierung. Die restlichen Stimmzettel konnten nicht festgestellt
werden,
da sie von der eingreifenden Polizei beschlagnahmt wurden.
Wir sehen, ob private Befragung, ob Befragung im Zuge der Volksbefragungsaktion,
das Ergebnis ist immer: 70, 80, 90 v. H. und mehr aller Deutschen sind ent-
schieden gegen jede Remilitarisierung Deutschlands.
DieWiedererrichtung des deutschen Militarismus durch die amerikanischen und
deut-
schen Imperialisten erfolgt also gegen den erklrten Willen der iiberwaltigenden
Mehrheit des deutschen Volkes. Die amerikanischen Imperialisten und Kriegstreiber
und ihre deutschen Juniorpartner verfuigen in Westdeutschland nur uiber eine
Handvoll gekaufter deutscher Marionetten. Das deutsche Volk lehnt sie und
ibre Kriegspolitik ab.
Volksbefragung in der Deutschen Demokratisdhen Republik
Am 25. April 1951 wandte sich der in Westdeutschland gebildete HauptausschuB
fur
Volksbefragung an die Regierung der Deutschen Demokratischen Republik mit
fol-
gendem Antrag:
Dilsseldorf, den 25. April 1951
An die
Regierung der Deutschen Demokratischen Republik
Herrn Ministerprasident Otto Grotewohl
Berlin W 8
Regierungskanzlei
Sehr geehrter Herr Ministerprasidentl
Am 28. Januar dieses Jahres haben 1700 Delegierte der Essener ,Tagung
gegen Remilitarisierung und Wiederaufriustung Deutschlands' beschlossen,
bei Bundeskanzler Dr. Adenauer die Durchffihrung einer Volksbefragung
gegen die Remilitarisierung Deutschlands und fur den AbschluB eines Frie-
densvertrages mit Deutschland im Jahre 1951 zu beantragen. Da die Regierung
Adenauer diesem Ansuchen nicht stattgegeben hat, wendete sich der am
14. April in Essen konstituierte HauptausschuB fur Volksbefragung unmittel-
bar an die Bev6lkerung der Bundesrepublik mit der Aufforderung, iaber fol-
gende Fragen abzustimmen:
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