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Nationale Front des Demokratischen Deutschland / Weissbuch über die amerikanisch-englische Interventionspolitik in Westdeutschland und das Wiedererstehen des deutschen Imperialismus
([1951])

4. Volksbefragung in ganz Deutschland,   pp. 200-208 PDF (4.1 MB)


Page 202

Zwanzigmal Volksbefragung: ein Ergebnis
Trotz des Verbots und des wiltenden Polizeiterrors wird die Volksbefragung
gegen
die Remilitarisierung Deutschlands und fur AbschluB eines Friedensvertrages
im
Jahre 1951 in allen Teilen Westdeutschlands fortgefiuhrt. Das Ergebnis: 70
v. H.,
80 v. H., zumeist sogar 90 v. H. der Befragten und mehr sprechen sich gegen
die Remilitarisierung Deutschlands und fur einen Friedensvertrag noch im
Jahre 1951
aus. Einige Menschen - durch Verbote und TerrormaBnahmen eingeschiichtert-
enthalten sich der Stimme, und nur eine verschwindend geringe Minderzahl
ist ffir
eine Remilitarisierung Deutschlands.
Die Tatsache, daB wegen der verfassungswidrigen Verbote und Verfolgungen
das
Volksbegehren nicht uiberall in voller Offentlichkeit und in aller Ruhe durchgefiihrt
werden kann, wird von den amerikanischen Imperialisten und ihren deutschen
Handlangern dazu benutzt, umr die erzielten und veroffentlichten Ergebnisse
anzuzweifeln. Diese Zweifel sind schnell auszuraumen.
Von Ende 1948 bis jetzt haben in Westdeutschland Zeitungen und Zeitschriften
aller politischen Schattierungen sowie Institutionen der Meinungsermittlung
Be-
fragungen der Bev6lkerung Westdeutschlands fiber ihre Einstellung zur Remilitari-
sierung Deutschlands durchgeffihrt. Die Ergebnisse von uns bekanntgewordenen
10 privaten Volksbefragungen sollen mit den Ergebnissen von 10 beliebigen
Volks-
befragungsaktionen in Westdeutschland verglichen werden, die im Verlaufe
der
letzten Monate von den Volksbefragungsausschuissen durchgefUhrt wurden.
Private Befragung ergibt: ilberwaltigende Mehrheit gegen Remilitarisierungl
1. Die ,Bremer Nachrichten' veranstalteten im November 1949 eine Umfrage
fiber
die Wiederbewaffnung Deutschlands. In 75 v. H. der Antworten wurde die Wieder-
bewaffnung Deutschlands entschieden abgelehnt.
2. Das sich mit der sogenannten Meinungsanalyse befassende Institut Emnid,
Biele-
feld, stellt imr Januar 1950 die Frage: nWurden Sie es fuir richtig halten,
wieder
Soldat zu werden oder daB Ihr Sohn oder Ihr Mann wieder Soldat werden wiirde?"
- 74,6 v. H. der Antworten lauteten: ,Nein!"
3. Die Zeitschrift ,Mann in der Zeit", Fulda, die im Auftrag der deutschen
katholi-
schen Bisch6fe erscheint, stellte im Januar 1950 den Militardienst zur Diskussion.
-
In 90,7 v. H. der Zuschriften wurde jeder Wehrdienst abgelehnt.
4. Die Erziehungsabteilung des amerikanisdien Landeskommissariats fur Bayern
lief im Mai 1950 an 560 Studenten der Universitaten Mufnchen und Erlangen,
von
denen 70 v. H. ehemalige Wehrmachtsangeh6rige sind, die Frage richten: ,An-
genommen, Deutschland hatte wieder eine Wehrmacht - wurden Sie dann Soldat
sein wollen?" ,Nein!" antworteten in Erlangen 91 v. H., in Milnchen
96 v. H. der
Studenten.
5. Der nReutlinger Generalanzeiger' fragte im August 1950 seine Leser: ,Willst
Du
wieder eine Wehrmacht?" Die Frage wurde von 91,3 v. H. der Umfrageteilnehmer
verneint.


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