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Nationale Front des Demokratischen Deutschland / Weissbuch über die amerikanisch-englische Interventionspolitik in Westdeutschland und das Wiedererstehen des deutschen Imperialismus
([1951])

3. Ein deutsches Söldnerheer als "Himmelfahrtskommando" für den amerikanischen Krieg,   pp. 146-153 PDF (4.7 MB)


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europiisdcen Krieg als eine Angelegenheit der westeuropiiscien Staaten und
das
aktive amerikanische Eingreifen nur als eine unterstiitzende Malnahme ersdceinen
zu lassen. das sich lediglich aus der ,geschichtlichen Mission' der USA als
,Retteriu
der Zivilisation" erklare.
Deshalb soll das Eingreifen der USA audi als.Wunsch der westeuropdisdhen
Staaten,
als ihr Draingen um Hilfe erscheinen. Frankreich als die europdische Macht,
die den
deutschen Imperialismus und Militarismus am meisten fdrchtet und bei der
die
stirksten Vorurteile gegen ihn bestehen, hatte als Initiatorin des westeuropaischen
.Verteidigungspaktes' in Erscheinung zu treten, der den deutsdhen Imperialismus
und Militarismus zu neuem Leben erweckt und ihm erneut eine Machtposition
ei-
rAumt. Unter demr Stichwort der Einordnung Westdeutschlands in das europaisdhe
wVerteidigungssystemr sollen die Besorgnisse der westeuropaisdien Staaten
in bezug
auf ein Wiedererstarken des deutsdien Imperialismus und Militarismus zerstreut,
Thm aber doch die von den USA gewunschte Position eingeraumt werden. Das
ist
der Sinn des Schuman- und Pleven-Plans. Dem Scheine nach ist dem Bediurfnis
des
tmperialistischen Frankreichs Rechnung getragen, als europaisdh-kontinentale
Vor-
rangmacht aufzutreten. Damit sind natfirlich nicht alle Divergenzen unter
den West-
adchten uiber Art und Umfang der Remilitarisierung Westdeutschlands behoben.
Aber sie betreffen Idngst nidht mehr die prinzipielle Entscheidung. Damit
ist der
Teil der diplomatischen Spiegelfechterei um die Remilitarisierung Westdeutschlands
dcarakterisiert, nach dem sich die Westmidhte bei den USA um die Einordnung
Westdeutschlands in das ,europdische Verteidigungssystem' zu bemuhen hatten.
Die konkrete Forcierung der Remilitarisierung Westdeutsdilands vollzieht
sich
vornehmlich als eine Angelegenheit, die zwischen den Vertretern des USA-Impe-
rialismus und seinem europaisch-kontinentalen Hauptverbuindeten, dem deutsdien
imperialismus, unmittelbar geregelt wird. Audh hierbei gelten, wie schon
in anderem
Zusammenhang behandelt, als Richtpunkte fur das Verfahren:. die zivilisations-
rettende Mission' der USA ,,gebietet', daB sie ihre Kriifte als ,,strategisdhe
Reserve'
aufspart und nur auf ,dringlichen Wunsch' den ,,besonders exponierten' und
daher
*besonders schutzbedflrftigen' deutschen  Vorkampfern der westlichen Zivili-
sation' - spridc den deutschen Monopolisten, Militaristen und ihren sozialdemo-
kratischen Preisfechtern - zu Hilfe kommt.
Diese Reprasentanten des deutschen Imperialismus sind sich ihres Wertes fur
die
Interessen des amerikanischen Krieges voll bewuBt. Sie sind deshalb keineswegs
besdceiden in ihren militarischen und politischen Forderungen. Davon gibt
u. a. audh
der Vierteljahresbericht des amerikanischen Hochkommissars McCloy (1. Januar
bis 31. Marz 1951) Kenntnis. Er betont sehr nachdriicklich die franz6sische
Initiative
und Fuhrung bei der Schaffung einer europiischenArmee als unentbehrlicheVoraus-
setzung fur ein einiges Europa. Als Erganzung zumr Schuman-Plan befasse sich
der
Pleven-Plan mit der Schaffung einer europaischen Armee unter Einbeziehung
deut-
sdher Einheiten. Allerdings sei dabei allen beteiligten Staaten, auBer dem
Bonner
Separatstaat, eine Nationalarmee neben den fur die Europaarmee zu stellenden
Einheiten zuerkannt. Dagegen opponierten insbesondere Dr. Schumacher und
deutsdie Militaristen. Schumacher verlangte volle Gleichberechtigung mit
allen be-
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