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Nationale Front des Demokratischen Deutschland / Weissbuch über die amerikanisch-englische Interventionspolitik in Westdeutschland und das Wiedererstehen des deutschen Imperialismus
([1951])

3. Ein deutsches Söldnerheer als "Himmelfahrtskommando" für den amerikanischen Krieg,   pp. 146-153 PDF (4.7 MB)


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sei die Hauptaufgabe GroBbritanniens die Verstarkung seiner Luftstreitkrafte.
(DPA,
21. August 1950.)
Der gr6Bte Zynismus der amerikanischen Seelenkaufer kommt in der ANew York
Timesu vom Oktober 1950 zum Ausdruck:
.Es wird ganz besonders notwendig sein, neue Quellen fur
Menschenreserven         zu   finden, die     nur aus     Deutschland
kommen konnen. Amerika hat ein Recht, fur jeden Dollar,
den es ausgibt, Kampfkraft im          Werte eines Dollars zu er-
w a r t e n."
DIas gleiche Blatt betont in seiner Ausgabe vom .15. Mai 1951: ,Deutschland
und
das deutsche Menschenpotential sind unerldBliche Bestandteile einer strategischen
Planung." Und der bereits an anderer Stelle erwahnte Senator Taft betonte:
,,Es
ist billiger, den Krieg mit Soldaten fremder Nationen zu
fiuhren - sogar wenn wir sie ausriisten muissen - als mit
amerikanischen Boys, und vor allen Dingen sparen wir da-
bei amerikenis~che Menschenleben.' (uTheNewYorkTimes',20.Mai
1951.)
Eisenhower will keine Hessen
Der Sdirei der imperialistisdhen Propaganda nadh deutsciem Kanonenfutter
fur den
amerikanischen Krieg hat sich namentlich in den letzten zwei Jahren zu der
kon-
kreten Forderung nach Aufstellung westdeutscher militirischer Einheiten verdichtet;
in den Parlamenten der Westmdchte und auf ihren diplomatischen Konferenzen
wird uiber Umfang, Bewaffnung und Kommandogewalt der deutschen Streitkrafte
gefeilscht und mit Vertretern des deutschen Militarismus, mit der Bonner
Regierung
und sozialdemokratischen Ffuhrern werden fortgesetzt direkte Verhandlungen
uber
die Remilitarisierung gepflogen.
Eine groBe Sorge bereitet diesen Seelenkaufern und -verkaufern nur die Haltung
der deutschen Mensden, umr deren Existenz und Leben gefeilscht wird und die
man
nicht nur nicht zu befragen wagt, sondern zu befragen verbietet; denn, so
schrieb
die ,Frankfurter Allgemeine Zeitungu am 21. Dezember 1950: DaB es sich bei
der
deutschen Wiederbewaffnung nicht nur darum handelt, hundertfiinfzigtausend
Men-
schen Uniformen zu geben, sondern eine ganze Nation innerlich zu gewinnen,
diese
einfache Weisheit scheint heute so unbeliebt zu sein wie je.' Diese Bemerkung
erfolgte beileibe nicht aus Gegnerschaft gegen die Remilitarisierung, sondern
war
diktiert von dem Bestreben, einen m6glichst hohen Kaufpreis in Gestalt von
poli-
tischen Konzessionen zu erhandeln. Immerhin ist hier auf die .unbekannte
Gr6Be'
in der Rechnung der Kriegstreiber hingewiesen, die unter anderem auch dem
Ober-
kommandierenden der Atlantikpakt-Streitkrafte berechtigten Kummer bereitet.
In
seinem oben behandelten Bericht vor den Mitgliedern des Senats und Reprasen-
tantenhauses in Washington am 1. Februar 1951 sagte Eisenhower nach Schlilderung
seiner Eindrflcke aus Frankreich, Belgien und Italien:
.Ich habe aus einem speziellen Grund meine diversen Unterhaltungen in Deutsch-
land noch nicht erwahnt. Ich personlich denke, daB in dieser Frage eine politis&.e
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