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Nationale Front des Demokratischen Deutschland / Weissbuch über die amerikanisch-englische Interventionspolitik in Westdeutschland und das Wiedererstehen des deutschen Imperialismus
([1951])

1. Die Verfilzung des Deutschen mit dem amerikanischen Monopolkapital,   pp. 63-67 PDF (377.2 KB)


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oder mittlere Unternehmer. Im Gegenteil, es sind die wichtigsten Unternehmen
der
bedeutendsten Industriezweige in Deutschland, in die die fuhrenden finanzkapitali-
stischen Gruppen der USA ihr Geld hineingesteckt haben.
An der Spitze steht die Erd6lindustrie Westdeutschlands, in der das amerikanische
Finanzkapital einen Anteil von rund 172 Millionen Mark beherrscht, und hier
ist es
wieder der gr6Bte amerikanische Erdoltrust, die Standard Oil Company of New
Jersey, die weitaus am starksten beteiligt ist. Sie ist das wichtigste Glied
im Herr-
schaftsbereich der Rockefellers, jener Milliardarsfamilie, die auch die Chase
Natio-
nal Bank beherrscht, die ein Aktienkapital von 4,6 Milliarden Dollar hat.
Die Chase
National Bank hat bereits rund 600 Millionen Dollar Kredite im Rahmen des
Mar-
shallplans gewahrt, an denen auch der Teil der westdeutschen Erdolindustrie
teil-
gehabt hat, der unter amerikanischem Kommando steht. Da Mr. John J. McCloy,
der
amerikanische ,,Hohe Kommissar" fur Westdeutschland, fruher einer der
Anwalte
der Chase National Bank war, durfte er selbst an der Lenkung der Kredite
fur den
Neubau von kriegswichtigen Olraffinerien und fir den AufschluBl von neuen
Erd-
olfeldern in Westdeutschland beteiligt gewesen sein.
An zweiter Stelle in bezug auf die amerikanischen Beteiligungen steht die
west-
deutsche elektrotechnische Industrie. Hier sind es vor allem die AEG sowie
die
C. Lorenz AG mit ihren Dutzenden von Tochter- und Enkelgesellschaften, auf
die
sich die amerikanischen Finanzkapitalisten konzentriert haben. Ihr Einflul3
betragt
in diesem Industriezweig rund 142 Millionen Mark, wobei sich die groBte Gruppe
des
amerikanischen Finanzkapitals, das Haus J. P. Morgan, den Lowenanteil gesichert
hat, und zwar durch die General Electric und die International Telephone
& Tele-
graph Co. Auch das Haus Morgan ist an den Marshallplan-Anleihen beteiligt,
und
auch hier ist McCloy nicht ohne Beziehungen. Sein Schwager, John Sharman
Zinsser,
ist Direktor des Bankhauses J. P. Morgan & Co., wie er uibrigens auch
ein Schwager
des Bonner ,,Bundeskanzlers" Adenauer ist.
An dritter Stelle steht die Automobilindustrie mit amerikanischen Beteiligungen
in
Hohe von etwa 128 Millionen Mark. Hier teilen sich zwei grofe amerikanische
Trusts den EinfluB. Die Adam Opel AG befindet sich im ausschlieBlichen Besitz
der
drei Milliarden Dollar schweren General Meotors Comp., die der bertlchtigten
Familie
Du Pont gehort. Die Du Ponts sind an vielen Kriegen reich geworden und verdienen
jetzt wieder in erster Linie an der Herstellung der Atom- und Wasserstoffbombe.
Die Ford-Werke AG in Koln sind eine Tochtergesellschaft der Ford Motor Co.,
die
mit einem Aktienkapital von 1.15 Milliarden Dollar der zweitgroBte Automobil-
erzeuger der kapitalistischen Welt nach der General Motors ist. Opel und
Ford er-
zeugen zusammen nahezu die Halfte aller westdeutschen Automobile.
Das sind nur einige Beispiele, die beweisen, wie eng die Verflechtung des
deutschen
und des amerikanischen Finanzkapitals in der Form der direkten Geschaftspartner-
schaft ist. Diese Beispiele liellen sich muihelos vervielfachen. Sie wurden
nur immer
von neuem zeigen, daB es die fiuhrenden Kriegstreiber und ihre Trusts sind,
die auf
beiden Seiten des Ozeans an der Spitze stehen. Standard Oil, General Electric,
Ford,
Harriman, General Motors sind die wichtigsten amerikanischen Kriegstreibertrusts.
Der hochstbezahlte Direktor der USA, Charles E. Wilson, Direktor der General
Elec-
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