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Nationale Front des Demokratischen Deutschland / Weissbuch über die amerikanisch-englische Interventionspolitik in Westdeutschland und das Wiedererstehen des deutschen Imperialismus
([1951])

2. Westdeutschland -- gefährlichster Aggressionsherd in Europa,   pp. 52-55 PDF (1.5 MB)


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schaft fallen. Jeder Deutsche sollte sich fiber diesen Vorgang Klarheit ver-
schaffen, denn die Ruhrproduktion, Deutschlands industrielles Herz, wird
der
Kern der neuen Wirtschaftsgemeinschaft sein."
Sowohl in der Stahlerzeugung wie in der Kohlenforderung steht Westdeutschland
unter den kontinentalen westeuropaischen Landern selbst mit seiner heute
noch
geringen Produktion an erster Stelle. Im Monatsdurchschnitt des ersten Viertel-
jahres 1951 f6rderte es 52 v. H. der Steinkohle der am Schumanplan beteiligten
Lander und erzeugte rund 35 v. H. des Stahls. Bei einer vollen Ausnutzung
der vor-
handenen Kapazitdt durften sich die Anteile jeweils auf 60 bzw. 57 v. H.
steigern.
Die Herrschaft der deutschen Monopolisten - im Rahmen der ihnen vom amerika-
nischen Imperialismus gewahrten Bewegungsfreiheit ist somit materiell gesichert.
Den Ausschlag gibt natufrlich der amerikanische Imperialismus, der mit dem
Schu-
manplan seinen deutschen Verbfindeten zu seinem Gendarmen und Landvogt in
Europa einzusetzen gedenkt. Selbst der westdeutsche ,,Volkswirt" plauderte
einige
Tage nach der Verkuindung des Schumanplans aus,
,... daB der Grundgedanke des franzosischen Vorschlags bereits in der ame-
rikanischen Denkschrift fiber die europaische Stahlindustrie.... formuliert
ist."
(Der Volkswirt, 12. 5. 1950.)
Wahrend die Bonner Regierung den Schumanplan in ihrer bereits zitierten Ver-
offentlichung heuchlerisch einen ,,Weg zum Frieden" nennt, besteht bei
den Ein-
geweihten kein Zweifel dariuber, daB die amerikanischen Autoren ihn als den
direkten Weg zu dem von ihnen geplanten Krieg betrachten. Ein fuhrendes west-
deutsches Blatt sagte dazu:
,,Der amerikanische Beifall zu dem Schumanplan ist Ausdruck einer neuen
Phase der auBenwirtschaftlichen Politik der Vereinigten Staaten. Nicht mehr,
um es schlagwortartig zu formulieren, ,Butter' zu innerer Festigung Europas
ist jetzt das erste Ziel... Jetzt sind es ,Kanonen'."
(Deutsche Zeitung und Wirtschaftszeitung, 23. 5. 1951.)
Die Schwerindustrie ganz Westeuropas soll durch den Schumanplan nach ameri-
kanischem Willen zu einem einzigen groBen Ruistungstrust gemacht werden,
zu dem
europaischen Arsenal ffir den Krieg des amerikanischen Imperialismus gegen
die
Sowjetunion und die LUnder der Volksdemokratie. Die Eingliederung Westdeutsch-
lands in das aggressive Atlantikpakt-System soll durch den Schumanplan auch
auf
dem Gebiet der Wirtschaft restlos vollzogen werden.
In der Bonner Ver6ffentlichung fiber den Schumanplan wird gesagt:
,,Der Schumanplan bringt mehr Arbeitsplatze und damit soziale Sicherheit."
Diese Behauptung ist ein plumper Betrug. Eines der erklarten Ziele des Schuman-
plans ist es ja gerade, solche Werke der Montanindustrie stillzulegen, die
den
Monopolisten nicht mehr genfigend hohe Profite abwerfen. Allerdings bemhfien
sich die Herren der westdeutschen Montanindustrie, die Lasten einer solchen
Politik
von sich selbst auf die ubrigen Volker Europas abzuwalzen. Einer, der es
wisseni
muB, der Generaldirektor der Deutschen Kohlenbergbau-Leitung, Bergassessor
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