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The History Collection

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Aufwärts
Jahrgang 19, Nr. 5 (May 15, 1966)

Plück, Hans
[Quatsch, das ist doch großer...],   pp. 6-7


Page 6

uatsch, das ist doch großer Quatsc 
Der Opa auf dem Tribünenplatz 1 
Essener Gruga-Stadions kommt in 3 
wegung. Seine Hände flattern wie Brii 
tauben. Er rollt die Augen und schini 
weiter: ~Die Arbeiter sollen sich an 
Mai ruhig amüsieren. Richtig ist das. V1 
man dagegen haben kann, verstehe i 
nicht." Ein klares Nein auf unsere Fraý 
<Sind Sie auch der Meinung, daß es si 
nicht verträgt, am 1. Mai Politik mit \e 
gnügungen zu mixen?" Aus den Fingý 
gesogen haben wir uns diese Frage fr 
lich nicht. Sie liegt in der Luft, seitd% 
der DGB 1965 in Hamburg eine neue Fc 
der Mai-Feier aus der Taufe gehoben f, 
Die politische Aussage blieb. Addi, 
wurden Tanz, Musik und Sport. Ein Nj2 
stop-Tagesprogramm. Essen probir 
die Form jetzt zum zweiten Male - 
Gruga-Park. 
Nicht nur die Jugend war Feuer u 
Flamme. Auch die Alten, die Veteran 
der Gewerkschaftsbewegung, hab 
munter mitgemischt. <Mein schönster 
Mai. Ein richtiges Volksfest. Keiner a 
der Familie muß zu Hause bleiben. Jed( 
wird etwas anderes geboten." Ein Ordr 
sagte das. Einer von den ehrenamtlich 
Helfern, die darüber wachen, daß d 
Mammut-Programm pünktlich eingeh 
ten wird. Viele alte Kollegen sagen äl 
liches. Die Skepsis, sie könnten dur 
den neuen Stil abgestoßen und isoli 
werden, scheint damit gegenstandsl 
zu sein. 
10 Uhr. Strahlender Sonnenschein. A 
takt mit Platzkonzerten an sieben Ort 
Essens. Gemächlich baut das Fernseh 
seine Kameras auf. Dreiviertel Stund 
später ist der Bahnhofsvorplatz schwa 
von Maigängern. 
Essens Straßenbahnen fahren Große 
satz. Alle fünf Minuten ein neuer Z 
zum Gruga-Park. 
10.30 Uhr im Städtischen Saalbau. Mar 
Walser und Gerhard Zwerenz lesen a 
ihren neuen Romanen, die im Herbst 
scheinen sollen. Walser, elegant wie 
Geschäftsführer eines Konfektionsha 
ses, verbreitet zaghaft satirisches M 
behagen an der Gesellschaft. 
Direkter, zupackender die Prosa v 
Zwerenz. Zwei Texte, die unterschie 
liches Verständnis brauchen. 
Das Publikum bringt's für beide auf. 
geht mit. 
Fotos: H. Rudolf 
Die Sänger 
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