University of Wisconsin Digital Collections
Link to University of Wisconsin Digital Collections
Link to University of Wisconsin Digital Collections
The History Collection

Page View

Aufwärts
Jahrgang 15, Nr. 4 (April 15, 1962)

Ott, Günther
Von der Kunst des Holzschnitts,   pp. 14-15


Page 14

Frans Masereel: Schwerarbeiter (Belgien) 
Und was Dürers Holzschnitte und Kupfer- 
stiche anbetrifft, so sind deren künstlerische 
und technische Qualität nicht nur bis heute 
noch weltberühmt, sondern fanden gleich 
nach Erscheinen Absatz in ganz Europa - am 
Hofe des englischen Königs Heinrich Vil. bis 
nach Spanien und Dalmatlen. 
Vom Material her verlangt der Holzschnitt 
eine breite, oft auch spröde Manier. Allzu 
feine, dünne Stege werden rasch abgenützt 
oder brechen leicht ab. So ahmt der material- 
gerechte Holzschneider nicht die linearen 
Konturen der Bleistifte oder der Feder nach, 
sondern bleibt - wissentlich oder unbewußt - 
dem Gesetz seiner grafischen Technik treu. 
Ursprünglich redeten die Druckeeine harte, klo- 
bige, nichtsdestotrotz eindrucksvolle Sprache. 
Mit der Zeit verfeinerte sich die Technik aller- 
dings immer mehr, bis schließlich der Kupfer- 
stich, ein Tiefdruckverfahren, dessen sich 
Dürer ebenfalls bediente, erfunden wurde, mit 
dem man hauchdünne Linien und zarte 
Schattierungen besser wiedergeben konnte. 
Unschwer lassen sich vom Motiv her, mehr 
noch vom herrschenden Kunststil, auf die je- 
weils bevorzugte grafische Technik Rück- 
schlüsse ziehen. So gelangten Kupferstich 
und die verwandte Radierung im Barockzeit- 
alter zur Blüte, da sich die Maler und Plastiker 
dem Licht verschrieben. Und im vorigen Jahr- 
hundert, da man die Wirklichkeit .naturgetreu" 
nachbilden möchte, kehrt man zu diesem Ver- 
fahren zurück. 
H. A. P. Grieshaber: Der Vater (Deutschland) 


Go up to Top of Page