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The History Collection

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Aufwärts
Jahrgang 14, Nr. 2 (February 15, 1961)

Schallück, Paul
Der gelbe Stern,   p. 12 and 13


Page 12 and 13

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n & Loening Verlag. Hamburg, 
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chen 1933 und 1945 darstellt. 
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ist, aus ihnen spricht, 
laubwürdig bleiben, die 
Unvorstellbare als das 
ne anzuerkennen. So 
len Vorstellungs- und 
gt das, was uns Schoen- 
and zeigt. Wer sich an- 
nicht an den Kopf greif 
denn heute den Mut zu 
chkeit des sogenannten 
zur Selbstherrlichkeil 
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im Blick und der Angst im ganzen, verhunger- 
ten und oft genug entblößten Körpern zu se- 
hen, mit der hoffnungslosen Bitte um Gnade 
auf den schmalen Lippen - und die unzähligen 
Toten. Neben ihnen tauchen nur dann und 
wann die kleinen" Helfershelfer auf, die erbärm- 
lichen Zutreiber, die gezwungenen Totschlä- 
ger. Man sieht sie jedoch nicht bei ihrem Hand- 
werk. Jene Augenblicke wurden nicht fotogra- 
fiert, da sie mordeten, henkten, erschlugen, zu 
Tode trampelten oder prügelten, erhängten 
oder vergasten. Die Schreie der unter ärzt- 
lichen Skalpellen Zerfetzten, in Versuchs- 
behältern vereisten Menschen sind nicht zu 
hören, Die Propagandisten, Organisatoren, 
Befehlshaber, die Bürokraten und Verdienen- 
den haben sich nicht fotografierenelassen. Sie 
bleiben unsichtbar. Das alles und vieles mehr 
muß unsere Phantasie hinzutun. 
den, arischen Rasse keine Erfindungen, son- 
dern Tatsachen seien. 
Hätten die fotograflerenden Verbrecher je- 
doch geahnt, daß selbst durch die bewußte 
Verzeichnung der Opfer noch die' erschüt- 
ternde Wahrheit der Erniedrigten und Getöte- 
ten hindurchschlägt, die nicht an eine Rasse, 
sondern an den einzelnen Menschen gebun- 
den ist, daß im Gegenteil die lIsig zuschauen- 
den Totschläger mit ihrem würdelosen Gehor- 
chen verabscheuungswürdlg dastehen, wären 
diese Fotografien wahrscheinlich nicht ent- 
standen. 
Die Bilddokumentation von 
berner ist noch aus einem 
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d Mit Absicht haben die fotografierenden Hen- 
-    ker ihre Opfer vornehmlich in Situationen auf 
-    den Film gebannt, die abstoßen. Denn die Bil- 
ft   der, die Schoenbemer veröffentlicht, wurden 
r    nachweislich, wenn sie nicht als Erinnerungs- 
n    stücke an heroische Zeiten im Familienalbum 
it   der Mörder ihren Platz fanden, gemacht, um 
-    die Absurdität der Rassentheorle zu ver- 
e-   schleiern, um zu beweisen, daß die Juden eine 
r   erbärmliche, verabscheuungswürdlge, lebens- 
t   unwerte Rasse seien, um die antisemitische 
r   Propaganda zufüttern, hochzupeitschen. Diese 
Fotos sollten den Besucher davon überzeugen, 
daß die abgrundtiefe Minderwertigkeit der so- 
st   genannten, überhaupt nicht existierenden, 
n,   jüdisch-semitischen und die Heldenhaftigkeit 
ig    der sogenannten, ebenfalls nicht existieren- 
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Gründen fr.- 
An ihren Gründen werdet Ihr sie erkennen. 
Paul Schallüick 
Die Judenverfolgung in Europa 1933-1945. 196 
Bilddokumente. Herausgegeben von Gerhard 
Schoenberner. Rütten und Loening Verlag, 
Hamburg 19W0. 224 S., Großformat, 16,80 DM. 
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