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The History Collection

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Jahrgang 8, Nr. 9 (April 28, 1955)

Der letzte Akt,   p. 5


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Vor dm EIm  ehelicht der <geniale' Führer aber noch 
seine jahrelange Geliebte Eva Braun. Um den Standes- 
beamten zu dem zwei Stockwerke in die Erde gewühlten 
Führerbunker zu bringen, wurden mehrere Panzer aus 
dem Kampf gezogen. Die Russen ,knackten» die meisten, 
und ,die Besatzungen fielen. Während Hitler die Trau- 
Urkunde unterschreibt, sprengt ein Kommando auf seinen 
Befehl die U-Bahn. In den Schächten stehen Züge mit 
Verwundeten, und auf den Bahnsteigen und Treppen 
suchen Frauen und Kinder der Stadt ein bißchen Schutz. 
Die Wasser der Spree schießen sturzflutartig in die Massen. 
i diesen Tagen läuft in Westdeutschland ein Hitler-Film an 
lbin Skoda spielt den <Führer» (Bild oben) 
otos: Cosmopol-Film (2), Meroth-Magnum (5) 
Einen moh«nlgen T0tORtuz führt die Besatzung des Führer-
bunkers am Ende auf. Durch Beschuß der russischen 
Artillerie ist der Strom ausgefallen. Kerzen, In Kognak- 
flaschen gesteckt, aus denen sich die Soldaten vorher 
betranken, erhellen die Gesichter. Besoffen und .... heute 
gehört uns Deutschland und morgen die ganze Welt... 
singend, marschieren sie in letzter Verzweiflung 'durch 
die hallenden Räume des Betonklotzes (rechts). Der 
Maskenbildner des Films verwandelt das Gesicht des 
Schauspielers Albin Skoda in das Gesicht Hitlers (oben). 
Eine Aufnahme des Leibfotografen dient dabei als Vorlage. 
N 
1U 19 bK1 Millionen befahl er zu kämpfen und zu 
sterben. Er selbst kämpfte nicht. Er erschoß sich feige 
hinter acht Meter dicken Betonmauern. Bormann, der Chef 
der Kanzlei der NSDAP (Bild oben, Vordergrund), trug 
den Leichnam in eine Grube im Garten der Reichskanzlei. 
Aber da schossen die Russen mit ihrer Artillerie, und 
die .Paladine' sprangen schleunigst zurück in den Bunker. 
Nur die Soldaten führten auch hier wieder stur den 
Befehl aus. Sie begossen Hitlers und Eva Brauns Uber- 
reste mit Benzin. Nichts, noch nicht einmal Asche sollte 
bleiben, hatte <der Führer» gesagt. Und so geschah es. 
Ee Faume emhel gern ihmel (Bild rechts). Ein SS-Offizier 
warf aus dem sicheren Eingang des Bunkers den zün- 
denden Funken auf das benzingetränkte, wolldeden- 
umhüllte Bündel im Erdloch des Gartens. Und der Führer 
des Großdeutschen Reichs war nicht mehr. Das <Spiel« 
war aus und passö. Der Vorhang schloß sich nach dem 
letzten Akt. Vor dem Vorhang allerdings ging das Spiel 
weiter. Aber nicht mehr für Hitler und seine Clique, son- 
dern für uns. Not, Tod, Krankheit, Flüchtlingselend 
hörten jahrelang nicht auf. Erst viel später konnten wir 
allmählich den <Karren' wieder aus dem Dreck ziehen. 
kl    Inwohunrugem Ioumu=IM  entwickelt der <größte 
Feldherr aller Zeiten* vor den Generälen Krebs und Jodl 
seine lächerlichen Pläne zur Vernichtung der russischen 
Heeresmächt vor den Toren Berlins (oben). Benommen 
starren die Herren Generäle auf die, Karte. Sie wissen, 
daß die deutschen Armeen, die Hitler als bunte Klötzchen 
auf der Karte hin und her schiebt, schon längst nicht mehr 
existieren. Trotzdem sagen sie <Jawoll" und geben des 
Wahnsinnigen wahnwitzige Befehle weiter.., nutzlosen, 
sinnlosen Tod. Und Hitler wagt am Ende zu sagen: 
.Das deutsche Volk ist meiner nicht würdig» (Bild links). 
letzte Akt 


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