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Jahrgang 5, Nr. 11 (May 29, 1952)

Licht und Schatten,   p. [12]


Page [12]

Unter großem Beifall überreichten die österretdschen Freunde
der Gewerkschaftsjugend eine FahneI 
LICHT UND SCHATTEN 
Einige kritische Bemerkungen zur zweiten Bundesjugendkonferenz 
1. 
Der Vergleich tut sich auf. Hamburg August 1950 
und Stuttgart Mai 1952. Wägen wir kühl und 
sachlich gegeneinander ab, dann Ist deutlich er- 
kennbar, daß Stuttgart ein bedeutsamer Fort- 
schritt war, Geistig und organisatorisch. Die ge- 
werkschaftliche Jugendarbeit hat eine Vertielung 
erahren, obwohl sie innerhalb zweier Jahre 
stark in die Breite gegangen Ist. Stuttgart war, 
wenn auch nur im Ansatz, der Beginn des Rin- 
gens um die geistige Fundierung unserer Arbeit. 
ii. 
Auch das optische Bild der Stuttgarter Konferenz 
ist um vieles besser als das der Hamburger. Die 
Delegierten in Stuttgart waren dliszplinlerter und 
bewußter, obwohl einzelne in der demokratischen 
Grundhaltung noch am Stock gingen. Denn neben 
dem Recht, Meinung frei zu äußern, steht die 
Pflicht, die abweichende Meinung des andern zu 
hören. Ruhig zu hören. Nur so kann man Demo- 
krat in einem demokratischen Forum sein. Und 
noch eines gehört dazu. Des andern Meinung be- 
greifen und verstehen lernen. Deshalb braucht 
man sie nicht zu beahen, 
iil. 
üraten. Sie haben den über- 
Jrten zufriedengestellt, und 
eil noch klarer in der Kon- 
gehalt, eindeutiger In der 
Das Niveau der Konferenz 
1V. 
,Niveau hatten die Delegierten. Das zeigte der 
Andrang zur ,Pideito'-AullChrung und die be- 
geisterte Aufnahme der Musik, die das Stutt- 
garter Orchester zur Erölinung darbrachte, und 
das zeigte der Bunte Abend, von einem Teil der 
schwäbischen Gewerkschaftsjugend gestaltet. Die- 
sei Abend war zu »bunt. Das bedeutet keine 
Kritik der Mitwirkenden, aber dieser Querschnitt 
war ohne Linie, ohne roten Faden. 
v. 
Wenn einer Konferenz über 70 Anträge und Ent- 
schließungen vorliegen, dann sind die Delegier- 
ten zu bedauern, die In die Antragskommission 
delegiert werden. Sie müssen die vorliegende 
Arbeit meist In Nachisitzungen erledigen. Die 
füni Freunde, die in Stuttgart diese Arbeit über- 
nahmen, entledigten sich ihrer Aufgabe mit 
Schneid. Dank ihrer vorzüglichen Vorarbeit nahm 
der Tagesordnungspunkt SAnträge' nicht den 
breiten Raum ein wie sonst auf Konferenzen. Es 
war wahrhaft eine Meisterleistung. 
Vi, 
Eines fiel noch auf. In einigen Gewerkschaften 
hat sich innerhalb des Jugendfunktionöratammes 
eine Verüngung vollzogen. Neue Gesichter und 
neue Kräfte waren dabei. Das Ist außerordentlich 
gut. Die Gewerkschaften und Bezirke, die noch 
nicht in diesem Umwandlungsprozeß sind, sollten 
sich bald hlneinbegeben. Die Jüngeren müssen 
nachgezogen und verantwortlich gemacht werden. 
Hl. T. 


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