University of Wisconsin Digital Collections
Link to University of Wisconsin Digital Collections
Link to University of Wisconsin Digital Collections
The History Collection

Page View

Aufwärts
Jahrgang 4, Nr. 22 (November 1, 1951)

Schiffbau in der Dunkelkammer,   pp. 4-5 PDF (1.2 MB)


Page 4


--x
r   1 -
4~~~~~AA
SIE HATTEN GERADE FRÐ~HSTÐCKSPAUSE
als der alte Hein Jan und Martin auf dem
modernen ,Schn¸rboden' besuchte. Ver-
dutzt rieb er sich die Augen, denn Jan und
Mdrtin waren ¸ber und ¸ber mit geheimnis-
vollen Zahlen, Zeichen und Strichen bedeckt,
Haare und Butterbrote nicht ausgenommen.
Jan kam lachend auf ihn zu. Der Spuk war
verschwunden und entpuppte sich als foto-
grafierte Zeichnung, die aus 15 Meter Hohe
auf den nur acht Meter langen Tisch proji-
ziert wurde, auf dem die beiden eben ge-
sessen hatten. Jan und Martin arbeiten nach
dem ~Optischen Anreiþverfahren', das f¸r
den Schiffbau eine ungcheure Zeitersparnis
bedeutet. Fr¸her muþten nach den Zeich-
nungen auf dem riesigen ãSchn¸rboden'
durch  viele  Spezialisten  erst maþstab-
gerechte Holzschablonen angefertigt werden,
um in einer Schicht f¸nf Platten anzureiflen.
Nach dem neuen Verfahren liefern drei
Mann in einer Schicht 35 Platten. Die Zeich-
nungen werden fotografiert, nach einem Ne-
gativ wird ein Diapositiv angefertigt, das
durch das ,Optische -,nreiþiger"t' auf den
15 Meter darunterstehenden ,,Anreiþtisch'
geworfen wird. Die Lichtlinien werden in
der Dunkelkammer mittels H"mmerung auf
die Eisenplatte ¸bertrag4n und dann mit
weiþer Farbe angezeichnet. Die so mit ab-
soluter Genauigkeit zubereiteten Platten
werden mit einem Handkran vom Tisch ge-
hoben und kommen in die weitere Ferti-
gung der Werften, auf denen seit der Auf-
hebung der Schiffbaubeschr"nkung wieder
reges Leben herrscht. Schneller und mehr
bauen bei gleicher Qualit"t, das ist die
Parole,
Die deutschen H"fen haben trotz groþer An-
strengungen und der bisher gemachten Fort-
schritte ihre Vorkriegskapazit"t noch nicht
erreicht. Hamburg z. B., das seit 1948 einen
bewunderungsw¸rdigen   Aufschwumg    r.e-
nommen hat, kann erst 60 v. H. seiner Vor-
kriegsgesch"fte t"tigen. Kein Wunder, daþ
Hamburg, dessen Lebensquell der Hafen ist,
noch viele Arbeitslose hat. Eine schnelle und
billige Schiffbauproduktion ist notwendig.
Sie erweitert die Gesch"fte der deutschen
H"fen und gestaltet sie rentabler. Die logi-
sche Folge ist das Absinken der Arbeits-
losenzahl  und  eine  Verbesserung  des
Lebenstandards.
OV5
So sieht der alte Schntlrboden aus. i-
Die Bauweise eriordert viel Zeit  i
und Raum. Die Spanten, das Ge-    1-
rippe des Schiffes, werden hier noci
in net¸irilicer Gr–þe aufgezeichnet
und   Holzschabionens  angefertigt. i
-I .
9.7
Z,
J
;et
w-."z, 
"ii, -
We


Go up to Top of Page