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The History Collection

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Aufwärts
Jahrgang 4, Nr. 5 (March 10, 1951)

Aus unseren Gruppen,   p. 13 PDF (827.1 KB)


Page 13


Im Nest daneben sitzt das Weibchen auf
den Steinen und schaut gelangweilt seinem
M"nnchen zu, das sich unentwegt vor ihm
verneigt. In einem anderen Nest stehen zwei
und schwingen mit ihren K–pfen hin und
her. Dort sind zwei ganz Verliebte, schwei-
gend halten sie ihre Schn"bel gekreuzt. Hier
und da reckt schon ein verz¸ckter Pinguin
seinen Kopf steil in die H–he. Seine Flossen-
fl¸gel schlagen im Takt, und er kr"ht, er
schmettert und trompetet immer lauter seine
Gl¸cksgef¸hle in die Welt hinaus. Das ist
die Ekstase, derH–t ei unkt derLiebesspiele.
Nach ein paar Tage R liegen dann zwei Eier
im Nest. Nun heiþt es wieder scharf auf-
gepaþt, denn neben der Kolonie wohnen die
Raubm–wen, und diese nimmersatten, schnel-
len Flieger leben jetzt fast ausschlieþlich
von Pinguineiern, und sp"ter von den Jungen.
Das Brutgesch"ft wird so ernst genommen,
daþ keiner ans Fressen denkt, nur mit
Schneewasser stillen sie ihren Durst. Wenn
die Jungen ausgekrochen sind, k–nnen die
Eltern auch wieder an sich denken. Aber
wegen der vielen Raubm–ven kann immer
nur ein Vogel fischen gehen.
Der Kindergarten
Sind die Jungen erst einmal vierzehn Tage
alt, so kann ein einziger Vogel sie nicht
mehr satt machen. Darum schickt man sie
jetzt in den Kindergarten. Ungef"hr 20 "ltere
V–gel betreuen hier die Jungen von rund
120 Pinguineltern. Dadurch sind beide Eltern
frei f¸r die Nahrungssuche und k–nnen so
f¸r die Gemeinschaftsverpflegung sorgen.
Verwilderte M"nnchen,
R"uberbanden, Schwimmunterricht
Wenn die Pinguinm"nnchen kein Weibchen
gefunden haben, kann es vorkommen, daþ
sie liederlich werden. Dann bilden sie oft
richtige R"uberbanden, denen sich auch
mancher Witwer anschlieþt, und begehen
viele Untaten. Wehe dem Jungvogel, der
ihnen in die H"nde f"llt.
Inzwischen ist den Jungen aus ihrem Flaum
ein richtiges Federkleid gewachsen. Nun
m¸ssen sie schwimmen lernen. Ein oder zwei
Altv–gel nehmen eine kleine Schar Junger
mit ans Wasser und unterweisen sie in ihren
Schwimmk¸nsten. Erst machen sie es ihnen
ein paarmal vor, und dann versuchen es die
Kleinen selber. -Erstaunlich ist das soziale
Verhalten dieser V–gel ...
Bis zum M"rz haben die Jungen alles ge-
lernt: Schwimmen, Tauchen, Fischen, Mar-
schieren. Bald ist der S¸dpolsommer vorbei,
und wieder wird es ein halbes Jahr lang
Nacht. Der Geschlechtstrieb der Tiere er-
lischt. Nun wird es Zeit, daþ sie nordw"rts
ziehen ans offene Meer, wo sie dem harten
Polarwinter entgehen k–nnen. - Und dort,
wo einen Sommer ¸ber reges Leben und
Treiben war, bleibt der Strand f¸r ein halbes
Jahr lang still und einsam in der eisigen
antarktischen Nacht zur¸ck.     Karl Freischmidt
Seltsame, aber wahre Begebenheit
Bei einem Spaziergang fanden wir zwei noch eben
lebende, von der Hasenmama verlassene, fast noch
kahle Kaninchens"uglinge. Behutsam nahmen wir sie
mit nach Hause. Es war ein Meisterst¸ck liebevoller
Geduld. diesen seltsamen Sauglingen das Trinken von
Trockenmilch mit dem L–ffelchen beizubringen. Als sie
es aber begnffen und gesdcmedct hatten, machten sie
von allein ihr Schn"uzchen auf und f¸hlten sich recht
wohl und geborgen auf dem Schoa ihrer Vizemama.
Kollege Wilhelm Link, Ahlen . Westf.
Kein demokratischer Staat
Demonstrationen sind seit jeher ein Willensausdruck
des Volkes. Solange sie ruhig und ohne Zwischenfall
verlaufen, ist f¸r die Polizei kein Grund vorhanden,
einzugreifen.
Sobald eine Regierung sich dazu erm"chtigt, mit Hilfe
ihrer Polizei den Willen des Volkes zu beherrschen.
ist ihr Staat kein demokratischer, sondern ein dikta-
torisdces. - Nicht der Polizeikn¸ppel. sondern unerm¸d-
liche Aufkl"rungsarbeit ist notwendig, um die Gefahr
dler kommunistischen Propaganda zu beseitigen.
Gerd Eckart, Berlin-Gr¸nau.
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AU5 UNSEREN *KUPIPREN
alle gruppen die berichte an den aufw"rts schicken werden gebe-
ten sich mit dreiþig schreibmaschinenzeilen zu begnuegen stop
alle gruppen die berichte an den aufw"rts schicken werden gebe-
BRENNHOLZ
Da ordnungsgem"þ sich einige verschlafen
hatten, muþten wir, obwohl wir anderen fr¸h
genug zur Stelle waren, im Laufschritt zum
Bahnhof rasen, Nach kurzer Bahnfahrt ein
m¸hevoller Aufstieg durch tiefverschneiten
Fichtenwald. Kastulusberg (genau 495 Meter
¸. M.). Dort schlugen wir unser Lager auf.
Die ersten beiden Schlitten starteten zur
Probefahrt. Die 300 Meter lange Strecke mit
ihren Bodenwellen und Kurven war gar
nicht so einfach zu befahren. Trotzdem:
Bahn frei! Nach der ersten Fahrt muþte der
Schlitten Ingolstadt 3", der an und f¸r sich
schon museumsreif war, wegen Defekt ab-
stoppen. iDa werd sich Muata gfrein, wann's
a Brennholz kriagt." Wahrscheinlich, um f¸r
seinen Schlitten Schutz zu erflehen, fuhr
Bene schnurstracks zur offenen Kircht¸r hin-
ein, bevorzugte dann aber doch den Seiten-
ausgang, um weiter seinem Vergn¸gen nach-
zugehen.
Die Jugendkollegen der Gewerkschaft der
Eisenbahner, Ortsverwaltung Ingolstadt
HINEINHUSCHEN
An einem Sonntagmorgen fuhren wir, ein
sangesfreudiger Haufe der Gewerkschafts-
jugendgruppe Alfeld, der singenden' Volks-
hochschule H¸stedt entgegen. Und dann
standen wir auf einem kleinen entlegenen
Bahnhof mitten in der Heide. Zwei Tage
lang sangen wir froh und ungezwungen.
Wer nie geglaubt, eine Stimme zum Singen
zu besitzen, sang wie verzaubert mit. Diesen
Zauber haben wir alle mitgenommen. Unserer
Singearbeit in den Jugendgruppen steht das
Motto voran: Singen und Lachen und L"cheln
sind Tor und Pforte, durch die viel Gutes in
den Menschen hineinhuschen kann.'
Gewerkschaftsjugend Alfeld
MEISTERSCHAFTEN
Morgens 8 Uhr versammelten sich 38 junge
Metallarbeiter vor dem Gewerkschaftshaus.
Der schnittige Bus, der uns nach Hahnen-
klee bringen sollte, stand schon bereit. Nun
ging die Fahrt los. Durch die Zeitung hatten
wir erfahren, daþ im Harz die Viererbob-
meisterschaften ausgetragen werden sollten.
Dichter Nebel und tiefh"ngende Wolken ver-
wehrten uns einen Ausblick auf die herr-
liche Harzlandschaft. Auþerdem war die
Schneelage so schlecht, daþ auch die Meister-
schaften der Viererbobs nicht ausgetragen
werden sollten. Ein Lautsprecher verk¸ndete
aber, daþ statt dessen die Meisterschaften im
Zweierbob ausgefahren w¸rden. Das ver-
s–hnte uns. Es wurden Geschwindigkeiten
bis zu 100 Kilometer je Stunde erreicht.
Die Jugendgruppe der Industrie-
gewerkschaft Metall, Braunschweig
DISKUSSION
Auf dem Wachtberg, inmitten des Braun-
kohlengebietes, empfing man die jungen
Delegierten der Gewerkschaft Offentliche
Dienste, Verkehr und Verwaltung. Im Kasino
hatte man alles festlich vorbereitet. Kollege
Braun stellte sein Referat Mitbestimmung'
in den Mittelpunkt der Tagung. Er sagte,
daþ schon in den neunziger Jahren unter
Karl Legien die Masse des Volkes aufgerufen
wurde, um durch die Demokratisierung der
Wirtschaft die Gleichberechtigung der arbei-
tenden Menschen zu erk"mpfen. Heute sei
in der Theorie vorerst wenigstens die pari-
t"tische Zusammensetzung der Aufsichtsr"te
garantiert, und es m¸sse in der Praxis be-
wiesen werden, ob eine wirklich aufbauende
Arbeit geleistet werden kann. Der Jahres-
bericht, gegeben durch den Jugendleiter
Heinz Wolf, entfesselte eine lebhafte Dis-
kussion.
Jugendausschuþ der Ortsverwaltung
der Gewerkschaften OTV, K–ln
PROGRAMM
Herrlicher Wintertag. Hauptbahnhof Lindau.
H"ndesch¸tteln. Umarmungen, K¸sse (nur
unter den Kolleginnen). Aber wohin jetzt?
Bahnsteig 6, Richtung Kempten-M¸nchen.
Oberstaufen soll alles aussteigen. Aufstieg
zur H¸tte, die tief verschneit unter dem
"Seelenkopf' westlich des Hochgrates liegt
und uns schon von weitem mit der Rauch-
fahne gr¸þt. Ein kr"ftiges Essen, der ver-
antwortliche Leiter hielt die Er–ffnungsrede.
Ein sinnvolles Programm wurde aufgestellt.
Nicht nur Wintersport sollte betrieben wer-
den, auch f¸r gewerkschaftliche Themen
blieb noch viel Zeit: Mitbestimmungsrecht,
Europa, Remilitarisierung . . .
Gewerkschaftsjugend W¸rttemberg-
Hohenzollern


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