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The History Collection

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Aufwärts
Jahrgang 3, Nr. 8 (April 22, 1950)

Fe
Frühlingserwachen,   p. 15 PDF (742.9 KB)


Page 15


.Jrulhliixgserwach ei
Es war Mai, und ich war 13 (in Worten:
dreizehn) Jahre alt. Da sagte mein Freund
August zu mir: ãDu muþt schw–ren.' Darauf
sollte es mir nicht ankommen; der August, das
war immer schon so eine Marke f¸r sich.
Ich hob meine rechte Hand und sagte: ,Ich
schw–re!' - ãBei allem, was dir heilig ist',
erg"nzte August finster. Bei allem, was
dir heilig ist', sprach ich wortgetreu nach.
ãDu Bl–dmann, du muþt doch sagen, was
m i r heilig ist', schimpfte August. Ich ant-
wortete, das h"tte ich doch auch gesagt.
Aber er brachte mich doch noch so weit,
daþ ich meinen Schwur wiederholte: ãBei
allem, was mir heilig ist.' Dann gingen
wir lange schweigend nebeneinander her.
Schlieþlich sagte August leise: ãIch habe
eine Braut.'   Da war mir klar, daþ ich
auch eine haben muþte.
Es war Mai, und ich war 13 'in Worten: drei-
zehn) Jahre alt und hatte eine Braut. Au-
gust hatte sie besorgt. Sie war die Freun-
din seiner Liebsten und hieþ Sabinchen.
War 14 Jahre alt und hatte Augen wie Sei-
fenblasen. Auþerdem war sie einmal sitzen-
geblieben. Als wir das erstemal spazieren-
gingen, hat sie mich mit Sie angeredet.
Beim zweitenmal wollte sie den Arm in den
meinen legen. Auf was f¸r bl–de Ideen so
M"dchen manchmal kommen, dachte ich. Beim
drittenmal waren wir abends lange zusam-
men. Ich w"re l"ngst nach Hause gegangen,
denn es wurde schon dunkel, und ich wuþte,
daþ meine Mutter mir kein Abendessen
mehr geben w¸rde. Aber Sabinchen wollte
unbedingt, daþ ich ihr noch ãdrei Worte'
sagen sollte. Was mochte das nun wieder
f¸r ein Weiberquatsch sein, dachte ich. Ich
nahm mir fest vor, beim n"chsten Mal nicht
mehr zu kommen. Schlieþlich sagte ich: Ich
weiþ keine drei Worte.' Sabinchen sah mich
fragend an. ãDiese drei Worte weiþ doch
jeder Junge.' - Zehn Minuten standen wir
uns schweigend gegen¸ber. Ich dachte an
mein Abendessen und an den Spazierstock
von meinem Vater. Dann schien sie meine
Unwissenheit zu glauben und meinte m¸t-
terlich: "Das erste Wort f"ngt mit 1 an, das
zweite mit L und das dritte mit D.' -
ãDiese R"tsel spielen wir bei uns zu Hause
nie', sagte ich. Darauf Sabinchen sehr trau-
rig: ãDas ist doch kein R"tsel, das ist sehr
ernst.' Da muþte ich aber doch lachen, und
Sabinchen sagte: ãLach' nicht so d"mlich!'
- Ich stutzte und horchte auf: I-L-D!
- Jetzt kam mir das Ganze nicht mehr so
d"mlich vor. ãSabinchen, ich habe es!' Sie
sah mich erwartungsvoll an und tat sehr
versch"mt. Paþ auf' sagte ich, "Ich lache
d"mlich!' F¸r einen Augenblick stand ihr
Mund offen, und dann sagte sie: Ihr lang-
weiligen D"melacke' und lieþ mich stehen.
Fe
Ein Bonze hat 7 Vorzimmer
Im obigen Artikel, in Nr. 7 des Aufwarts, blieb ein
Fehler stehen, den Mir herausgestrichen hatten. Da-
durch haben wir dem Kollegen F–cher zuviel Arbeit
aufgeb¸rdet. Die Referate äFrauen' und Jugend'
geh–ren nicht in seinen Arbeitsbereich, sondern sind
zwei selbstandige Abteilungen. F¸r die Hauptabtei-
lung  Frauen' zeichnet die Kollegin Thea Harmuth
verantwortlich  und f¸r die Hauptabteilung  Jugend'
der Kollege Willi Ginhold.
Gleichzeitig wollen wir noch erws"hnen. daþ der DGB
zwei stellvertretende Vorsitzende hat, die Kollegen
Matthias Focher und Georg Reuter. Der Kollege
Matthias Focher leitet die Hauptabteilung  Bildung
und Schulung' und Georg Reuter die Hauptabteilung
Presse, Funk, Werbung'.
Den Artikel ãGe"serkschaftstugend - Jugendbewegung
oder Interessenvertretung' in der gleichen Nummer
schrieb der Kollege Karl Hauenschild.
Kreuzwortr"tsel
W a a g e r e c h t: 1. Rhythmische K–rperbewegungen,
4. Griechische Naturgottheit, 7. Pl–tzlicher Umschwung
der Krankheit, 10. Landwirtschaftl. Begriff, 12. Ein-
fahrt, 14. Beh"lter, 16. K–rperteil, 17. Nebenfluþ der
Donau, 18. Weiblicher Vorname, 19. Unbest. F¸rwort,
20. Verfall. Untergang, 24. Unterhaltungsst"tte, 26.
Papstname, 27. Farbstoff, 28. Aggregatzustand,  29.
Grammatikal. Begriff.
S e n k r e c h t: 2. Teil des Dramas, 3. Gew¸rz, 4.
Griechischer Buchstabe, 5. Teil des Baumes, 6. Abk¸r-
zung f¸r einen Begriff, den jeder Gewerkschafter
kennt, 8. Haustier, 9. Farbe, 11. Muse, 13. Farbe,
14. Arabischer Titel, 15. R–mische Kalendertage, 18.
Figur aus Goethes "Eqgmont', 21. Bindewort, 22. Agyp-
tische G–ttin, 23. Europ"ische Hauptstadt, 25. Weiblicher
Vorname, 26. Meþgerat.
Silbenversteds
Egoismus, Thalia, Ebene, Urwald, Algerien, Malaga,
Ewigkeit, Wamme. Allotria, Hornisse, Feile. Renegat.
Hederich, Monument, Krawatte, Tiepolo.
Man streiche aus jedem Wort eine Silbe, dzþ der
Reihe nach W–rter folgender Bedeutung entstehen:
1. Stadt in Th¸ringen, 2. M"nnername, 3. Stadt in
Lettland, 4. Indianerzelt, 5. Kuchengewurz, 6. Ver-
machtnis, 7. Volksherrschaft.
Die ersten und letzten Buchstaben der W–rter, die
letzten Buchstaben zuerst gelesen. ergeben den Namen
eines Gehserkschaftspioniers.
Denksportaufgabe
Am Morgen hat mir meine Mutter 6 Paar schwarze
und 6 Paar braune Str¸mpfe gewaschen. Sie h"ngen
auf dem Speicher zum Trocknen. Abends komme ich
nach Hause und brauche ein Paar frische Str¸mpfe,
da meine in der Straþenbahn im Gedr"nge durch ein
Loch verschont worden sind. 0 weh, Mutter ist nicht
zu Hause, und der Trockenraum ist dunkel, und alle
24 Str¸mpfe, schwarze und braune, h"ngen kreuz und
quer durcheinander. Was mache ich nur?, ich brauche
doch nur ein Paar! Wie viele Str¸mpfe muþ ich wenig-
stens mitnehmen, um ein vollst"ndiges Paar zu haben?
Wir binden einen Maistrauþ
a - be - bei - ben - bu - che - chen - de
-  do -  dorn -   en - frau -   giþ -  klee -  kna -
kraut -  kraut -  l"u -  mein -   nes -  nicht -  nis
-  ro -   ro -  ros -  rot -  sal -  schuh -   se -
see -  sel - sen -  su - strauch -   taub - te-ten
- ver - weiþ - weiþ.
Aus den obigen Silben sind 12 W–rter zu bilden,
deren dritter Buchstabe, von oben nach unten gelesen,
ein Wort ergibt, das sich bei den in der ganzen Welt
stattfindenden  Maifeiern  bewahrheitet.  Die  zw–lf
W–rter nennen Baume, Str"ucher und Blumen, die im
Mai bl¸hen, " -a aeJ
Wie heiþt die Hauptstadt ...
Nordamerikas:
Neuyork
Chikago
San Franzisko
Washington
Brasiliens:
Para
Pernambuko
Rio de Janeiro
Campos
Hollands:
Amsterdam
Hilversum
Den Haag
Rotterdam
Australiens:
Sydnev
Perth
Canberra
Melbourne
Norwegens:
Stavanger
Narvik
Oslo
Christiania
Ÿgyptens:
Suez
Alexandria
Port Said
Kairo.
Welchen Beruf haben u e se hs Bewohner dieses Hauses?
Was ist das?
Modellpuppe, Wasserleiche, lebender Schwimmer?
Es ist tats"chlich ein lebender Schwimmer. Versucht
einmal, ob ihr es auch zu dieser Haltung bringt. Es
ist gar nicht so einfach. Und vor allem - nicht jeder
hat eine solche Glatze.
Aufl–sungen aus Nr. 7
Kreuzwortr"tsel. W a a g e r e c h t: 2. Job, 4. Fan,
7. Gnu, 8. Uri, 9. Elf, 10. Non, 12. Uhr, 14. Erika,
16. Saone, 18. Orkan, 21. Elite, 24. Eva. 25. SOS,
26. Ton, 27. Hut, 28. Ill, 29. tot, 30. Eos.
S e n k r e c h t: 1. Egge, 2. Juni, 3. Buna, 4. Pius,
5. Nero, 6. Affe, 11. Oktav, 13. Hallo, 15. rar, 17.
Not. 18. Otto, 19. Kent, 20. Naht, 21. Este, 22. Isis,
23. Elle.
Sch¸ttle die W–rterl Eisleben, Iserlohn, Lausanne,
Eisenach, Meridian, Ilmenau, Teheran, Wetzlar, Ein-
mental, Indiana. Lissabon, Erdteil = Eile mit Weile.
Wer komponierte die Oper? 1. Bizet, 2. Verdi, 3.
Wagner, 4. Flotow, 5. Puccini.
Welchen Beruf haben die sechs Bewohner dieses
Hauses? Maurer, Artist, Schneider, Schreiner, Friseur,
Zimmermann.
Herausgeber: Deutscher Gewerkschafts-Bund. Verlag:
Bund-Verlag GmbH., K–ln, Breite Straþe 70, Telefon
7 91 88, 7 92 88. Sdiriftleitung: Hans Treppte, K–ln,
Pressehaus. Ruf 7 9t 88, 7 92 88. Fernsdcrelber: 038 562.
Verlagsleitung: Heinz Decker, Georg Reuter. Erscheint
alle 14 Tage. Bezugspreis viertelj"hrlich 85 Pfg. zu-
zuglich 18 Pfg. Zustellgeb¸hr. Bestellung bei allen
Post"mtern und Jugendfunktion"ren. Unverlangt ein-
gesandten Manuskripten muþ R¸ckporto beigef¸gt
werden. Druck: K–lner Pressedruck GmbH., K–ln,
Pressehaus, Breite Straþe 70.
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