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The History Collection

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Aufwärts
Jahrgang 2, Nr. 21 (October 8, 1949)

Film. Film. Film,   p. 14 PDF (756.1 KB)


Page 14


ãFrauenlob-
heiþt dieser neuartige Waschapparat, mit dessen
Hilfe der aufgeweichte Schmutz unter groþem
Wasserdruck aus der W"sche gepreþt wird. Die
Maschine kann ebenfalls zum Auswringen der
nassen W"sche benutzt werden. Das Ganze geht
m¸helos. Es gibt keine aufgeriebenen Finger
mehr, keine nassen F¸þe mit nachfolgenden Krank-
heiten, keine todm¸de Mutter, die abends kaum
noch stehen kann. M–chte man diesen Wasch-
apparat nicht jeder Hausfrau w¸nschen? Vorsich-
tigerweise wurde jedoch kein Preis angegeben,
sonst h"tte man vielleicht dazu sagen m¸ssen,
daþ eine Arbeiter- oder Fl¸chtlingsfrau von einer
solchen wundervollen Hilfe h–chstens - tr"umen
darf.                               Fotos: dpa
Was man nicht alles f¸r die
Sch–nhelt M ...
Klein Gisela w¸rde Angst bekommen, wenn sie
die Mutti mit der neuen elektrisch heizbaren
Gesichtsmaske .Marzella' erblickte, Sie wurde
auf der Frankfurter Herbstmesse. gezeigt und wird
speziell f¸r die Sch–nheitspflege gebraucht. Die
Firma stellt aber auþerdem noch die verschieden-
sten elektrisch heizbaren Bandagen und Kissen
f¸r medizinische und kosmetische Zwecke her.
die durch entsprechende Formgebung praktisch f¸r
alle K–rperteile Verwendung finden konnen.
Kinder de
Es kommt nicht lft vor, daþ die Zuschauer in einer
Kinovorstellung  sich  zu  Beifallskundgebungen  hin-
reiþen lassen und ihre Begeisterung durdh lautes
Handeklatsdhen  kundtun.  [n  diesem  franz–sischen
Film geschieht das mehrere Male. Er ist so spannend
im ganzen Autbau und im Ablauf der Handlung, datþ
die Betrachter, obwohl er fast drei Stunden l"uft,
vom ersten bis zum letzten Bild mitgerissen werden.
Dafiei ist e~r nicht duf Sensationen abgestellt. son-
dern von echtem mensdslicthen Leben getragen, mit
pr"zise gezeidhnelen Charakteren, voller Humiir unid
Scuarm, mit einer groþen Liebe fur das, was man
das *einfache Volk' nennt. Denn .Kinder des Olymp'
sind sowoht die Koimodianten und Gaukeispieler. in
deren buntem Leben sich der Film abspielt, als audi
diejenigen, die oben hiids in den letzten Reiben des
Theaters sitzen und fur die das Theater nicht nui
nette Unterhaltung. sondern echtes, lebendiges Leben
und eine Herzensangelegenheit ist. Sie, nicht die in
den Liigen sitzenden Ehreng"ste, sind Ansporn und
Wertmesser fur den wahren Schauspieler. Darum ent-
wickelt sidh audi die Szene, in der ein Sdsauspieler
ein ausgesprochen langweiliges und schlechtes Drama
mit herrlicher Ironisierung der Herren Autoren und
unter dem rasenden Beifall der Theaterbesuchrer Ibe-
sonders der Inhaber der .Olymp -Pl"tze> zu einer
Tragikom–die von aufierordentlirihem Erfolg macit. zu
einem H–hepunkt des Films.
Die ungemein starke und mit sch–ner Feinheit ge-
staltete Geschichte einer Liebe, die durds die ganze
Handlung geht, kann man fast klassisch nennen in
ihrer r¸hrenden Tragik.
-Alles in allem ein guter Film der internationalen
Filmallianz. Die trage nden Rollen spielen Jean Louis
Barrault und Pierre Brasseur, die weiblidie Haupt-
rolle hat Arletty ¸bernommen.               K. Bo.
Der Dieb von Bagdad
Wenn in einem Kino dieser englische Farbfilm aut
dein Programm steht und man sich nads der Vor-
stellung die Gesichter der Menschen anschaut. so ge-
wahrt man ein gl¸ckliches Leuchten in ihren Augen,
denn der Filmnstreifen vermag es, die Zusdsauer mit
Auge und Ohr in die zauberhafte M"rchenwelt v<rn
Mi"14~" *  5
Die deutschen Gewerkschaften und die internationale
Gewerkscsalfsbewegung. Von Albin Karl, Stellver-
tretendem Vorsitzenden des DGB.
In dieser 28 Seiten starken Schrift wird in knapp-
ster Fassung ein reichhaltiges Material aus Proto-
kollen und authentischen Unterlagen ¸ber die Be-
ziehuingen der deutschen Gewerkschaften nach dem
Kriege zum Weltgewerkschaftsbund zusammengetra-
gen und ¸ibersidiflich dargestellt. Besonderer Wert
ist darauf gelegt, die aus den Kreisen des FDGB
immer wieder erhobenen Vorw¸rfe durch Vorlage
von Dokumenten zu widerlegen, die westdeutschen
Gewerkschaften seien am   Sc heitern der Interzonen-
konferenzen schuld und h"tten dadurch verhindert,
daþ ein gesamtdeutscher Zentralrat der Gewerkschaf-
ten gebildet werden konnte, der wiederum nach den
Prager Beschl¸ssen des WGB unerlaþliche Vorbedin-
gung zur Aufnshme der deutschen Gewerkschaften
in den Weltgewerksdhaftsbund war.
Die Darstellung behandelt weiterhin das Schicksal
des Weltgewerkschaftsbundes und die Grunde seines
Auseinanderbrechens.
Sie schlieþt ab mit der Darstellung der ersten An-
satze zur Schaffung einer neuen internationalen Ge-
werkschaftsorganisation. die die freien und demokra-
tischen Gewerkschaften der westlichen L"nder um-
fassen wird und deren Gr¸ndungskongreþ fur De-
zember 1949 nach London einberufen worden ist.
Erschienen im Bund-Verlag im September 1949, Preis
0.20 DM, Erg"nzt wirl die geschichtliche Darstellung
durch die Anschriftenliste der lnter>sationalen Berufs-
Sekretariate (IBS) nach dem letzten Stand.
Schriftenreihe .Erlesenes f¸r junge Meuschem'. Verlag
.tiffentlidies Leben' GmbH., Hamburg 1, Speersort 1,
Pressehaus.
Drei B¸chslein. die in ihrer sch–nen, munteren Auf-
machung besonders als Lekt¸re f¸r junge Menschen
willkommen sind:
TausenduniteinerNacht zu f¸hren, und manche Er-
innerung an die Zeit, da man die Geshdsidten und
M"irchen aus ilemn Orient mit heiþen Wangen gelesen
hat, wird wadi. Mit auþerordentlidher Spannung rollt
sich das Geschehen um den kleinen Dieb vonBþagdad
ab, einen sympathischen Jungen, dem man den
kleinen Diebstahl gern verzeiht, weil er ein so guter
Freund und Kamerart ist. Es gibt eine wunderschone
Prinzessin in dem Film und einen edlen Prinzen, der
sie unendlich liebt, aber von einem hosen, heimt¸dci-
schen Grofþwesir verhindert wird, zu ihr zu gelangen,
einen Flaschsengeist, der in Wirklichkeit ein Riese ist,
ein fliegendes Pferd und einen fliegenden Teppich.
Und das wundersch–ne ist, daþ zum Schluþ durch die
Klugheit des kleinen Diebes der unheimlich b–se Groþ-
wesir seine Strafe bekommt und der Prinz seine
Prinzessin dodi in ilie Arme sdhlieþen kann, der
kleine Dieb selbst aber auf Belohnung, Ruhm und
Ehren verzichtet und zu neuen Abenteuern in die
weite Welt zieht. F¸r einen Farbfilm   konnte man
sich nichts Sch–neres wunschen als die Darsteilung der
leuchtenden Farbenpracht des Orients. Man wird froh,
wenn man diesen Film sieht.
Er ist eine Alexander-Korda Produktion. Conrad Veidt
spielt den Prinzen, June Duprez die Prinzessin. Als
Darsteller f¸r den kleinen Dieb. der seine Rolle
¸brigens "uþers. wahr und lebendig spielt, ist im
Programm  einfads .Sab)u' angegeben.          Bo.
Freiherr von Min&chatisens wunderbare Abenteuer
undi Kriegsz¸ge. Nach der altenglischen Original.
ausgabe ¸bertragen von Kurt Karl Doberer. 24 Sei-
ten. 0.60 DM.
Als Erg"nzung zu verschiedenen in der letzten Zeit
erschienenen Brosch¸ren sind die Erz"hlungen des
Freiherrn vi>n M¸nchhausen eine aktuelle Lekt¸re ge-
worden, die angenehmerweise nicht nur lehrreich,
sondern auch vergnuglich ist, Das Besondere an dieser
so billigen Ausgabe ist, daþ sie den kompletten Ur-
M¸nchhausen darstellt, aus dem auch þurger erst
seine erweiterte Fassung gesch–pft hat. Diese in
Deutschland ziemlich unbekannte englische Urfassung
erscheint nun in der Ubertragung von Kurt Karl
Doberer, und wer nach dem Satz .K¸rze, W¸rze'
geht, der wird an dem B¸chlein, das ¸brigens audi
einen ausgezeichneten Stich von T. Rowlandson ent-
h"lt, seine ganze Freude haben.
Frithiof Nansen. ei, Held des Friedens. Von Fritz
Wartenweiler. 34 Seiten. 0,75 DM.
Frithjof Nanseis ist das leuchtende Beispiel eines
Wissenschaftlers, der stets das Wohl der Menschheit
vor Augen hatte. Seine wissenschaftiiche Forschungs-
arbeit wie sein groþes soziales Werk dienten ganz
dem Frieden, Mit Spannung folgen wir der in diesem
B¸chlein wiedergegebenen eigenen Darstellung Nan-
sens von seinen Abenteuern im Polareis, und wir
lesen mit tiefem Mitgef¸hl die Schilderungen Friuz
Wartenweilers, in denen er von den groþartigen
Hilfsaktionen Frithjof Nansens berichtet.
Till Eulenspiegels Schelmenstreiche. Wiedererz"hlt yen
Kurt Karl Doberer. 60 Seiten. 0,90 DM.
Eulenspiegel-Ausgaben gibt es viele. Doch in weni-
gen ist es wie in dieser gelungen, die oft ordin"ren
Grobheiten der alten Volksausgaben zu vermeiden
und doch nicht in eine textunwahre Verniedlidhung na
verfallen. Kurt Karl Doberer erzahlt in seiner Aus-
wahl mit der schlichten Geradheit der alten Texte
und bringt wirklich alle die besten Schelmenstreiche
aus den alten Volksb¸chern. Das sind gar nicht ss
viele, wenn man es vermeiden will, etwas unedit
Neues dazuzudichten. Gerade darum wird das B¸ch-
lein so billig.


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