University of Wisconsin Digital Collections
Link to University of Wisconsin Digital Collections
Link to University of Wisconsin Digital Collections
The History Collection

Page View

Aufwärts
Jahrgang 2, Nr. 13 (June 18, 1949)

Aus unserer Jugendarbeit,   p. 13 PDF (885.6 KB)


Page 13


Z- -~~~~~~~~~~
-Gewerkschaftsjugend Peine
Etwa 3000 organisierte Jugendliche z"hlt
der Kreis Peine innerhalb der gesamten In-
dustriegewerkschaften. Das leitende Organ
ist der Kreisjugendausschuþ, der sich, wie
wohl ¸berall, alis den einzelnen IG-Funk-
tion"ren zusammensetzt. Im Dezember vori-
gen Jahres wurde ein neuer Jugendaus-
schuþ gew"hlt. Obwohl sich schon nach den
ersten Sitzungen eine Ÿ~nderung bemerkbar
machte, besonders durch die tatkr"ftige Mit-
arbeit des Kreissekret"rs Koll. Engels, ist
der Anfang doch schwer, und der einzelne
maþ sich erst langsam in sein Aufgaben-
gebiet hineinarbeiten. Das Wichtigste ist
wohl, die Jugend zu ¸berzeugen und sie
nach und nach zu guten Gewerkschaftern
zu machen.
Wie kommen wir nun an unsere Jugend
heran, ist die Frage, die immer wieder auf
der Tagesordnung erscheint. Es geht wohl
nicht, wenn man bei der Jugend systema-
tisch Gewerkschaftslehre pauken w¸rde,
nein, wir sind anderer Meinung, man darf
die Jugend nicht allzusehr aus ihrem Spiel
reiþen, sondern muþ versuchen, sie durch
ihr Spiel in die Reihen der Aktiven einzu-
,gliedern. So gr¸ndeten wir eine Laienspiel-
~gruppe, die in jedem Ort des Kreises ein
,Gastspiel geben wird, um den Jugendlichen
zu zeigen, wie interessant es bei der Ge-
werkschaftsjugend ist. Ferner sorgen Sing-,
Tischtennis- und Kulturabende f¸r eine an-
genehme Unterhaltung. Das alles gen¸gt uns
aber nicht, denn wir m¸ssen immer wieder
feststellen, daþ diejenigen, die sich beteili-
gen, immer dieselben sind und noch viele
abseits stehen.
Unsere ganze Arbeit wollen wir ausrichten,
auch die anderen zu gewinnen. Wer tauscht
seine Erfahrungen mit uns aus?
Der Arbeitsaussduþ der Gewerksdhaftsjugend
im, Kreise Peine
GewerkschufNsugend Dortmund
Auch die Jahres-Delegiertenkonferenz der
Dortmunder Gewerkschaftsjugend offenbarte
die Fortschritte gewerkschaftlicher Jugend-
arbeit. Rudi Rose konnte in seinem umfas~
senden Jahresbericht eine erfreuliche Bilanz
ziehen. Im Zusammenhang streifte er alle
unsere JugeŸadarbeit ber¸hr,énden Probleme
und die sich daraus ergebenden Aufgaben
f¸r die Zukunft..Die dem Jahresbericht fol-
gende Diskussion zeigte den Erfolg der in
Dortmund durchgef¸hrten Rednerschulung
Alle Redner sprachen klar, sachlich, sich
auf das Wesentliche beschr"nkend und vor
allem in vorbildlicher K¸rze. Die anwesen-
den "lteren Kollegen waren von dieser vor-
bildlich durchgef¸hrten Diskussion stark be-
eindruckt und konnten sich nicht enthalten,
den jungen Kollegen Lob und Dank auszu-
sprechen.
F¸r die k¸nftige Arbeit des neuen Jugend-
ausschusses wurden entscheidende Richt
linien festgelegt. Ein Antrag des Jugend-
sekretariats forderte als Hauptaufgaben-
gebiet des neuen Jugendausschusses die
Intensivierung der Jugendgruppenarbeit. Da-
mit wurde die Diskussion, ob Gruppenarbeit
dur'chgef¸hrt wird, beendet, und die Frage
lautet jetzt, wie soll die Gruppenarbeit
durchgef¸hrt werden. Dieser Antrag wurde
einstimmig angenommen. Gleichzeitig wur-
den Leits"tze f¸r die Arbeitsweise des Orts-
jugendausschusses des DGB in Dortmuni
festgelegt, damit die k¸nftige Arbeit eine
fundierte Grundlage erh"lt. Eine lebhafte
Diskussion entspann sich ¸ber den Antrag
des Kollegen Rose, der verlangte, daþ im
neuen Ortsjugendausschuþ nicht mehr der
Jugendsekret"r, sondern ein ehrenamt lich
t"tiger Jugendkollege den Vorsitz f¸hre, um
so eine gesunde Aufteilung zwischen den
Aufgaben und dem Verantwortungsbereich
des Jugendausschusses und des Jugend-
sekretariats zu schaffen. Der Vorschlag, der
vom Jugendsekret"r selbst kam, erhielt die
starke Mehrheit bei der Abstimmung. Auf
dieser neugeschaffenen breiten Grundlagic
der Verantwortung wird der neugew"hlte
Ortsjugendausschuþ die von der Jahres-
Delegiertenkonferenz- festgelegten Aufgatben
l–sen k–nnen.                      H. r.
Z,
Warum Impfen? Ich bin gesund!'
Fein, daþ du gesund bist' Gut , daþ der eng-
lische Arzt Jenner 1796 die Schutzimpfung
,gegen Pocken erfand. Daþ du gesund bist,
verdankst du mit denen, die um dich herum
-geimpft sind.
Wenn wir heute von den Seu~henz¸gen der
vergangenen Zeit h–ren, so klingt das oft
nach Gespenstergeschichten. 1716 starben so
in Paris 14 000 Menschen an den Pocken -
etwa die H"lfte der damaligen Bev–lkerung.
In Deutschland betrug die Kindersterblich-
keit jener Zeit 30 bis 50 v. H., d. h. von
100 Kindern starben 30-50 bis zur Er-
reicdung des 14. Lebensjahres - den Haupt-
anteil der Todesrechnung hatten wiederum
die Pocken, von denen fast kein Kind ganz
verschont wurde. Die Pocken sind eben so
ansteckend wie die Masern. Und heute?
Seit Jahrzehnten ist in Deutschland schon
kein Kind mehr an Pocken gestorben:
v~siele der ,abgewandten' Forscierarbeit
vilrProfessoren zu verdanken -. Robert
Koch entdeckte verschiedene Seuchenkeime,
so den Typhusbazillus und den Tuberkel-
bazillus, erst 1905 wurde der Erreger der
Syphilis entdeckt von Schaudinn und Hoff-
mann --, daþ mit den Ursachen der anstek-
kenden Krankheiten auch Abwehrmaþnah-
men gefunden wurden. In welcher Gefahr
schwebten heute sonst die Menschenmassen
der Groþst"dte?
Was aber ist durch die Impfung gewonnen?
Impfen heiþt doch: eine Krankheit absicht-
lich ¸bertragen! Kann man das verantwor-
ten? Jenner entdeckte, daþ Menschen, die
durch Kuhpocken angesteckt w.erden leicht
damit fertig werden, viel leichter als mit
den Pocken, die von Mensch zu Mensch
¸bertragen werden. Aber wenn sie einmal
Kuhpocken durchgemacht haben, sind sie
"gefeit', dann k–nnen ihnen auch die anderen
Pocken nichts mehr anhaben. Dann haben
sie Schuitzstoffe gebildet, die zur Abwehr
im K–rper -bereit liegen. Dieser Entdeckung
folgten weitere, so daþ wir heute eine Imp-
fung gegen mehrere Krankheiten kennen.
Aber viele Menschen wissen heute noch
nicht, was sie der Impfung verdanken. Wie
viele Eltern gibt es, die immer -noch .nicht
die M–glichkeit ausnutzen, ihre Kinder
gegen Diphtherie und Scharlach impfen zu
lassen. Diese Impfung verh¸tet nicht unbe-
dingt das Krankwerdenn, aber sie hebt die
-Todesgefahr  besonders  der gef¸rchteten
Diphtherie fast ganz auf.
In Deutschland redet man jetzt ¸berall von
der Tuberkuloseimpfung nach C"lmette.
Jetzt erst! In Schweden wird sie bereits seit
23 Jahren angewTandt. Kein Geringerer als
Prof. Kleinschmidt selbst, der in der Welt
bekannte Kinderarzt aus G–ttingen, fuhr
nach Schweden, um die dortigen Erfahrun-
gen zu studieren. Nun k"mpft er gegen alte
Vorurteile in Deutschland. Kleinschmidt for-
dert die Impfung f¸r alle Neugeborenen,
f¸r beruflich besonders gef"hrdete Erwach-
sene wie Schwestern, Pfleger, Ÿrzte und
f¸r die jungen Erwachsenen, die auf engem
Raum    zusammengedr"ngt   untergebracht
werden. Voraussetzung der Impfung ist der
peinlich genaue Nachweis, daþ der betref-
fende Mensch noch keine Tuberkulose im
K–rper hat.
Washabenwirzufor-             >
dern?Wirfordern di'e
ruberkulose-Schutz-
impfung   f¸r  'die.P
werkt"tige Jugend.
Sie hat vielerorts
unter Bedingungen
zu arbeiten, wo manj
die Tuberkulosege-
fahr mit H"nden grei-           p! -
fen kann.       .H     -
ã100 Minuten froh und heiter" hatten die
jungen Gewerkschafter von Euskirchen den
Besuchern versprochen, und es wurden tat-
s"chlich zwei Stunden guter Unterhaltung.
Ohne Zweideutigkeit, humorvoll, spritzig
rollte das Programm in ununterbrochener
Reihenfolge ab. die kleinen Pausen durch hei-
tere Ansage ausgef¸llt. Schon mit dem ersten
Lied, ",Bei uns ist Frohsinn immer Trumpf",
hatten die Spieler die Herzen der Besucher
erobert. Der Gewerkschafts-Fernsehsender
f¸hrte nach Hawai mit einem wilden Neger-
tanz. In Mexiko erlebte man eine tolle Schie-
þerei - einfach, k–stlich verstanden es die
Jungten, die ¸bertriebene Abenteuerlust
mancher Zeitgenossen zu ironisieren. In
Deutschland kam es zu einem nachdenklichen
Gespr"ch am Runden Tisch ¸ber Politik und
Parteigez"nk, ¸ber Wiederaufbau und ¸ber
Sinn und Zweck der Gewerkschaften. Im
Lied der russischen Kriegsgefangenen lag
ihre ganze Sehnsucht nach Heimat und Frei-
heit. Anmutig, nat¸rlich und durchaus jugend-
gem"þ wirkte der Puppentanz. der jungen
Kolleginnen. Die Jungen und M"dchen spie-
ten sich selbst.
Der Leiter des gesamten Abends, Kollege
Heinrich Kost, hat d-ie Revue textlich wie
musikalisch ausgearbeitet und einstudiert.
Eine Leistung, der durch einen noch so gro-
þlen Beifall nur zu einem kleinen Teil Dank
gesagt werden kann.
Es w"re gut und w¸nschenswert, wenn die
Gewerkschaftsjugend von Euskirchen ihre
Revue auch anderen Jugendgruppen einmal
zeigen k–nnte, denn Arbeit und Leistung
sind es wert. Zwei Vorf¸hrungen waren
ein voller Erfolg und ein Ansporn und Auf-
trieb f¸r k¸nftige Arbeit.        K. Bo.
------


Go up to Top of Page