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The History Collection

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Aufwärts
Jahrgang 2, Nr. 13 (June 18, 1949)

St., B.
Lehrling von Heute, Meister von Morgen,   p. 12


Page 12


LEHRLING VON HEUTE, MEISTER VON MORGEN
Bert   .  .     Pouer~~~~& Mil
Reges Leben herrscht in der Lehrwerkstatt
der H¸ttenwerke Ruhrort-Meiderich. Hier
wird in einer ger"umigen Halle der Nach-
wuchs f¸r die etwa 80OOk–pflge Belegschaft
des H¸ttenwerkes herangebildet, und, wie
wir uns ¸berzeugen konnten, unter sorg-
samer fachm"nnischer Leitung. An jedem
Arbeitstisch sehen wir die Leistungskurve,
die dem einzelnen Lehrling ein klares Bild
¸ber den Stand seiner Arbeit und F¸hrung
gibt. Das praktische Gegenst¸ck hierzu: die
Ubunqsstiicke, die in den verschiedensten
Schwierigkeitsgraden Arbeitsergebnis und
zugleich Muster f¸r den Anf"nger sind. Die
H¸ttenwerke haben ein Zeugnis eingef¸hrt,
in dem Berufsschule und Werkstatt ihre No-
ten eintragen und durch das auch die Eltern
ein genaues Bild ¸ber den Stand des Jun-
gen erhalten. Die Lehrlinge sind mit Freude
bei der Arbeit, denn sie erkennen, manche
auch erst sp"ter, daþ man sich hier mit Er-
folg bem¸ht, t¸chtige Facharbeiter aus ihnen
zu machen; denn nur wenige erreichen das
Ausbildungsziel nicht.
In sozialer Hinsicht wird viel f¸r die jun-
gen Menschen getan. Sie erhalten groþ-
z¸gige  Erziehungsbeihilfen  und  vielerlei
materielle Hilfe. Man versucht in jeder Hin-
sicht, den jungen Leuten, die ja heute oft
alleinstehen oder gar noch f¸r eine Familie
zu sorgen haben, ein Existenzminimum zu
schaffen. Der Arbeitsdirektor nutzt alle M–g-
lichkeiten, seinen Leuten zu helfen. Bei ihm
findet der Jugendsprecher ein offenes Ohr
und erh"lt manchen Zuschuþ f¸r seine Ar-
beit. Doch ¸ber diese wird er uns selbst
einmal berichten, auch ¸ber die Theaterauf-
f¸hrungen, die er zum Besten der Jugend-
lichen ins Leben gerufen hat. Nur, leider,
leider, warten wir schon sooo laaange auf
den versprochenen Bericht. Aber wir geben
die Hoffnung nicht auf. Vielleicht werden
ihn seine Kollegen jetzt etwas ,treten',
denn Meister von morgen d¸rfen auch vor
Berichten nicht Reiþaus nehmten.   B. St.
Zum Eini"hrigef .zm–cute dic dem ,Aufwarts' tol-
gende Worte mit auf den ferrieren Weg geben:
Wachse, biuhe und gedeihe so weiter, lieber
.Aufw"rts'. Uber das, was Du erfuilen solltest, bist
Du weit hinausgewachsen, die Hoffnungen, die
man an Deiner Wiege hegte, wurden reichiich
erfullt, Aus allem spricht eine klare, verstand-
liche Linie, Du hast niemand entt"uscht. M–gen
diejenigen, denen Du dienen sollst, dies noch
mn-hr erkennen als bisher.
Franz Valentiner, 1. G. Holz
Die Leistungskurve gibt ein klares Bild ¸ber den Stand von Leistung
und Betragen.
Das Gesellenst¸ck zeigt dem Me.ister sowie dem Lehrling die Fr¸chte
ihrer Arbeit.
Er will ganz sicher gehen, und so nimmt er noch einmal genaues MaB am Ubungsst¸ck.
Blick in die Lehrwerkstatt der H¸ttenwerke Ruhrort-Meiderich w"hrend
der Prutung.
~äDem "Aufw"rts" zum 1. Geburtstag 1
rfJ4 Im Juni jahrt sich der Tag, daþ wir den ,Auf-
z w"rts' erstmalig zu sehen bekamen.
Welche Hoffnungen wir jungen Gewerkschafter
dndeeErstausgabe kn¸pften, vermag nur der
f4 zu ermessen, wer sich mit ganzem Herzen der
ä. Jugendarbeit' verschrieben hat
r Der ilutw"rts' hat die ihm egetellte Aufgabe.
uns jungen Menschen Einblick ins gewerkschaft.
lche Leben, neben guter U~nterhaltung, zu ver-
mitteln, zu unserer votlsten Zutriedenheit getost.
Allen G;onnern, Mitarbeitern rind Freunden gilt
an diesem Meilenstein seiner Geschichte unser
aller Dank und unsere A.nerkennung.
M–ge der äAufw"rts' auch weiterhin das sein.
was er uns bisher bedeutete-
Wegweiser und Gef"hrte in ein Leben des Frie-
dens, der Freiheit und der s,,zialenr Ordnung!
.1In diesem  Sinne dem  *Aufw"rrs' leste Wunscie
9 und ein herzliches Gtucliaut     Gunther Kudruþ
12
WAS IST REFA?
Nachstehend bringen wir den Schluþ unseres in Nr. 12
begonnenen Artikels des Kollegen Feier Keller.
Anwendungsm–glichkeiten der
Arbeitsstudie
Aus dem bisher Gesagten kann der Eindrudck
entstehen, als ob die Arbeitsstudie nur f¸.r die
Festsetzung von Akkorden Verwendung f in-
den w¸rde. Dieser Zweck ist zwar der Aus-
gangspunkt f¸r die Entwicklung der Arbeits-
studie gewesen. Es hat sich aber heraus-
gestellt, daþ die Akkordbestimmung nur
eine von vielen Anwendungsm–glichkeiten
ist und durchaus nicht die wichtigste.
Viel wichtiger ist die Untersuchung der Ar-
beit zum Zweck der Arbeitsgestaltung und
zur Auffindung eines m–glichst reibungslosen
Arbeitsablaufes. Auch hierzu ist nat¸rlich
die Zeitmessung erforderlich, um verschie-
dene Arbeitsverfahren miteinander verglei-
chen zu k–nnen und dasZweckm"þigste heraus-
zufinden. Erst im Anschluþ an diese Maþ-
nahmen kann die Anwendung der Arbeits-
studie f¸r die Akkordliestimmung erfolgen.
In diesem kurzen Uberblick ¸ber die Metho-
den des Refa war es nicht m–glich, auf alle
technischen Einzelheiten einzugehen und alle
Probleme zu er–rtern, die bei der Anwen-
dung der Arbeitsstudie auftauchen. Ebenso
ist es unm–glich, die gewerkschaftliche Stel-
lungnahme und die gewerkschaftlichen For-
derungen in bezug auf die Methoden und
die Handhabung der Refa-Methoden zu er-
–rtern. Es sei deshalb nur darauf hingewie-
sen, daþ man die Arbeitsstudie sowohl zur
Ausnutzung der menschlichen Arbeitskraft
als aber auch zur Bestimmung einer dem
arbeitenden Menschen angemessenen Lei-
stungsanforderung verwenden kann. Welche
von diesen beiden M–glichkeiten verwirk-
licht wird, h"ngt davon ab, ob sich die
Arbeiterschaft des Werkzeuges der Arbeits-
studie f¸r ihre Zwecke zu bedienen weiþ
und ob sie stark genug ist, ihre Anspr¸che,
durchzusetzen. In diesem Falle kann die
Arbeitsstudie ein wertvolles Hilfsmittel zur
Erk"mpfung menschenw¸rdiger Arbeitsbe-
dingungen sein                 Peter Keller
elellT.1 1
; Lr.T.


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