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The History Collection

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Aufwärts
Jahrgang 2, Nr. 13 (June 18, 1949)

Reuter, Georg
Die Reichsbahn könnte helfen,   p. 2


Page 2


EIN JAHR
Ein Jahr  ist nun der _Aufw"rts"- die Jugend-
zeitung des Deutschen Gewerkschaftsbundes. tu
unserer Jugend gekommen. Ich hoffte, daþ die
Jugend mit mir der Ðberzeugung ist, daþ der
"Aufw"rts" das gehalten hat, was er seinem Namen
nach versprach. Aufw"rts aus dem Zusammenbruchr
unserer Heimat, in den die Jugend ganz besonders
hineingerissen worden Ist, autw"rts aus der see-
lischen und geistigen Not. aufw"rts aus der sozi-
alen Not und aufw"rts aus der wirtschaftlichen
Notl Ich weiþ, der Weg aufw"rts Ist lang und
schwer. Ich w¸nsche dem     .Aufw"rts" und der
Gewerkschaftsjugend von Herzen. daþ sie aus der
yr,,AO u_  , Z u   f  Asrei  l vi.   .. izu  tr at"  {nur  uj An
9eeisae      ArD-     Mut un. Irrat rar .me-
Weg þnden
Haens R–cklr
In gemeinsamen Dem¸whungen haben alte und junge
Gewerkschafter den "Aufw"rts" geschaffen und
ausgestaltet. Er hat gehalten, was er versprochen
und sich in seinem ersten Erscheinungsjahi als ein
wirklicher Freund und Wegbereiter der schaffen-
den Jugend in ihrem Streben um eine bessere
Zukunft gezeigt.
Der "Aufw"rts" Ist d i e Zeitschrift f¸r die schat-
iende Juqend geworden, die sich allein und voll
der wirtschaftlichen und sozialen Interessen der
schaffenden Jugend annimmt. Ihren Blick f¸r Ihre
eigenen Interessen und ihre Umwelt sch"rft. Ich
tin ¸berzeugt, daþ der "Aufw"rts" auch in Zu-
kunft dieser Aufgabe weiter voll gerecht wird.
Ich hoffe, daþ noch viel mehr junge Kolleginnen
und Kollegen als bisher zu st"ndigen Lesern wer-
den und der "Aufw"rts-- auch bald oltiziell iber
sein jetziges zonales Verbreitungsgebiet hinaus
zum Organ f¸r die gesamte schaffende Jugend der
Bundesrepublik Deutschland wird. Also weilter:
"Aufw"rtsf
Albin Karl
Ein Jahr kommst Du nun regelm¸þig in die Be-
triebe und bist dadurch die lebendige Verbindung
zwischen den Bundesorganen und den Mitgliedern,
aber auch zwischen den Mitgliedern in Ost und
West, Nord und S¸d untereinander geworden.
Sagen wir ruhig, wir wollen Dich nidit mehr
missen.
Ein Geburtstag soll kein Tag der Kritik sein,
sondern gute W¸nsche m–gen das Geburtstags-
kind ins neue Lebensjahr begleiten.
Mein Hauptwunsch f¸r Dich, den ich heute als
mein dringlichstes Anliegen auch an die Leser-
gemeinde richte, Ist, daþ Dein Leserkreis sich in
diesem Jahr verdoppeln m–ge, damit unser ge-
werksdhaftlidies Gedankengut ¸beralt bei den jun-
gen Mitgliedern bekannt werde.
Darum   Gl¸lkauf ins zweite Lebensjahrl'
Mlenhias Fider
Es war wirklich ein Ereignis, als wir vor einem
Jahr, kurz vor der W"hrungsreform, die erste
Nummer    unseres   "Aufw"rts'   herausbringen
konnten.
Neben dem Gl¸ckwunsch zum Geburtstag und
allen guten W¸nschen f¸r die weitere Entwick-
lung ist aber auch die Frage berechtigt: Hat die
Zeitschrift in Ihrem Inhalt und Ihrer Gestaltung
erf¸llt, was die Jugendlichen von ihr erwarten
durften ?
Ich glaube, diese Frage Ist nicht schwer zu be-
antworten, denn mit jeder neu herausgegebenen
Nummer w"chst die Freude und das Interesse
an dieser Zeitschrift, die in ihrem textlichen Inhalt
und der bildnerischen Gestaltung all die Gebiete
behandelt, die f¸r die Jugend von besonderem
Werte sind. Trotz der F¸lle und der Vielheit des
Stoffes hat sie den Grundsatz unserer Gewerk-
schaftsbewegung - die parteipolltische und reli-
gi–se Neutralit"t - mit feinem Get¸hl zu wahren
gewuþt.
Mit Ihren Beitr"gen ¸ber die Pioniere der Ar-
beiterbewegung vermittelt sie der Jugend einen
Einblick In das Werden und Wachsen unserer
Bewegung und ebnet damit gleichzeitig den Weg,
um die Erfahrung der Alteren  mit der Schwung-
kiaft der Jugend zu einer gl¸cklichen Synthese
zu vereinigen, damit unser Streben nach Freiheit.
Frieden und Menschenw¸rde dem Ziele zugef¸hrt
wird. Der erfreulicherweise Immer st"rker wer-
dende Lebenswille und Gestaltungsdrang unserer
Jugend m–ge trotz aller wirtschaftlichen und
sozialen Schwierigkeiten im beginnenden zweiten
Jahr in dieser Zeitschrift noch nachhaltiger zum
Ausdruck kommen.
In diesem Sinne herzlichen Gl¸ckwunsch und
weiterhin ãAufw"rts"i
Hans vom Hoff
Idyllischer Winkel in den Bergen - unerreichbar f¸r die Werkt"tigen.
Sie m¸ssen verzichten,
denn sie k–nnen die hohen Fahrtkosten nicht erschwingen. Andere L"nder
geben uns das Bei-
spiel: Verbilligte Ferienfahrten f¸r einzelne erholungsuchende Werkt"tige
und ihre Familien
- - U R L A U B S F A H R T E N F Ð R W E R K T Ÿ T I G E - -
Durch das Wirken der Gewerkschaften ist
f¸r alle Gewerkschaftsmitglieder durch Tarif-
vertr"ge oder Gesetze ein j"hrlicher Er-
holungsurlaub geschaffen und st"ndig ver-
bessert worden.
Der Erholungsurlaub f¸r den arbeitenden
Menschen soll dazu dienen, seine Arbeits-
kraft zu erhalten, sie wiederherzustellen
oder neu zu st"rken.
Soll der Erholungsurlaub seinen Zweck er-
f¸llen, so gen¸gt es nicht, daþ der Arbeit-
nehmer f¸r eine gewisse Zeit des Jahres
lediglich von seiner ¸blichen Arbeit unter
Fortzahlung des Lohnes freigestellt wird.
WesentlicheVoraussetzungen f¸r eine zweck-
entsprechende Nutzung und Gestaltung des
Erholungsurlaubes sind u. a.:
1. Luftver"nderung w"hrend des Urlaubs,
2. ein geeignetes Erholungsheim
Der groþen Mehrzahl unserer Gewerkschafts-
mitglieder ist es wegen des geringen Ein-
kommens und der H–he der Eisenbahn-
fahrpreise  nicht  m–glich,  Urlaubsreisen
durchzuf¸hren.
Im Interesse der Menschen und ihrer Ar-
beitskraft sollte schnellstens ein Weg ge-
sucht und gefunden werden, ihnen Urlaubs-
reisen zu erm–glichen.
Dem Gedanken einer zweckentsprechenden
Urlaubsgestaltung k–nnte ein guter Dienst
geleistet werden, wenn sidc die Reichsbahn
entschlieþen k–nnte, f¸r Gewerkschaftsmit-
Im Juni jihrt dich der tag, an dem unsere Ju-
gendzeiUsdsrift Aufw"rts' zum erstenmal ers"hlen.
Nun ist ein Jahr ihrer gewerkschaftlichen Arbeit
abgeschlossen. Die Jugendzeitung der Gewerk-
sdcaften wurde In einer zeit geschaffen, in der
die brennendsten Probleme der Gewerkschaftsarbeit
zu l–sen waren, Zu ihnen geh–rt das Jugendpro-
blem, das eine der wichtigsten Aufgaben ist, die
uns das 3. Reich hinterlieþ. Unser Jugendorgan
sollte der Gewerkschaftsjugend Helfer und Streiter
sein, um alle die Sch"den zu ¸berwinden, die
unsere Jugend in seelischer und geistiger Hin-
sicht erlitten hat. Die Jugend Ist wie kein an-
derer Teil unseres Volkes das Opfer der Propa-
gandawalze des Leierkastenmannes im 3. Reiche
geworden. Es Ist Aufgabe des Aufw"rts, der Ju-
gend zu helfen, sie an die Gewerkscdaftsarbeit
heranzuf¸hren und sie mit der Arbeit der Ge-
werksdaften zur Neuordnung von Wirtschaft und
Staat vertrautzumachen.
Der Aufw"rts, zun"chst als Sorgenkind geboren,
hat sich zu einem pr"chtigen Burschen entwidkelt,
der nicht nur das Strampeln versteht, sondern
auch stehen und gehen gelernt hat. Mit dem Gehen
und Stehen kommt das Laufen und mit dem Lau-
fen das Raufen, und damit d¸rfen wir von un-
glieder verbilligte Urlaubsreisen dian zu
genehmigen, wenn der Arbeitgeber und die
zust"ndige  Gewerkschaft best"tigen  daþ
das Gewerkschaftsmitglied eine Reise zu
Urlaubszwedcen unternehmen will.
Unsere Reichsbahn ist mit Ausnahme des
Berufsverkehrs nicht ¸berlastet, sondern ein
Teil der Z¸ge ist nur gering besetzt. Die
verbilligten  Urlaubsreisen  k–nnten  der
Reichsbahn zugleich eine zus"tzliche Ein-
nahme zuf¸hren. Geringf¸gige Erm"þigungen
werden aber zu keinem Erfolg f¸hren. Er-
w"genswert w"re, die Erm"þigungen nach
der H–he der Einkommen zu staffeln und
sie eventuell auf unmittelbare Familienmit-
glieder auszudehnen.
Die Regelung m¸þte einfach und klar sein,
schnell eingef¸hrt und m–glichst unb¸ro-
kratisch gehandhabt werden.
Die Reichsbahn m–ge bedenken, die Ge-
werkschaften in den Westzonen haben rund
f¸nf Millionen Mitglieder, welche alle einen
Urlaubsanspruch besitzen. Nur ein ver-
schwindend geringerPiozentsatz davonkann
unter den jetzigen Verh"ltnissen in Urlaub
fahren.
Ein tlbereinkommen zwischen Reichsbahn
und Gewerkschaftsrat- welches zu einem
entsprechenden Erlaþ f¸hrt, k–nnte der
Reichsbahn zugleich einen wirtschaftlichen
Auftrieb geben. Ein Schritt der Reichsbahn
in dieser Richtung w"re eine soziale Tat.
Georg Reuter
serem  Aufw"rts die beste Entwicklung erwarten.
Sicher hat auch unser Aufw"rts das erste Jahr
nicht kritik- und fehlerfrei ¸berstanden. Aber
alles ist steigerungsf"hig, auch das Gute, ja S0-
gar das Beste.
Wenn wir als Bundesvorstand an diesem Jahres-
tag an die Aufw"rts-Redaktion und die Verlags-
leitung einige Worte der Anerkennung rihilen. so
verbinden  wir damit gleidizeitig  den  Wunsch,
noch einiges anders und besser zu machen. Unser
Wunsch an die Jugend geht dahin, mehr als bis-
her an der Ausgestaltung des Aufw"rts initzuar-
belten und sich dar¸ber hinaus noch aktiver f¸r
die Verbreitung unserer Zeitschrift einzusetzen.
Unser Aufw"rts hat sih In dem ersten Jahr seines
Erscheinens in der britiedhen Zone wie audh In
allen anderen wesilichen Besatzungszoene einen
dankbaren Kreis von Lesern geschaffen. Die Ju-
gend kann und soll die k¸nftige Entwicklung des
Aufw"rts maþlgebidch beeinflussen. Bei dieser Ar-
beit wird sie sich immer auf die Unterst¸tzung
des Bundesvorstandes verlassen k–nnen. Ein neues
Jahr gewerkschaftlidier Arbeit liegt vor uns.
M–ge unser Weg weiter aufw"rtsgehen.
Horns B–hm
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