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The History Collection

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Aufwärts
Jahrgang 2, Nr. 1 (January 1, 1949)

Frauen im öffentlichen Leben,   p. 7 PDF (772.4 KB)


Page 7


Gewerkschafts- und Arbeiterrates. Ihre be-
sonderen Bem¸hungen galten dem Ziel, die
Frauen f¸r die Gewerkschaften zu gewinnen,
und ihr Enthusiasmus hat viele mitgerissen.
Mit der Zeit sammelte sie manche Streik-
erfahrung, leitete eine Reihe von Streiks, die
nicht inuner leicht waren.
Nach der Vereinigung der Gewerkschaften
mit dem Transport- und Allgemeinen Arbei-
terverband ging sie als Kreisleiterin nach
Wiltshire und sp"ter nach Gloucestershire.
Endlich 1942 wurde sie als Landesleiterin
ihrer  Gewerkschaft  nach  London  ins
Transport House berufen.
Heute wie vor dem ersten Weltkrieg setzt
sie sich f¸r die Rechte der arbeitenden Frau
ein. Sie geh–rt dem beratenden Ausschuþ
des Verbandes der Hausangestellten an, an
dessen Einrichtung sie nicht ganz unbetei-
ligt ist. Im Krieg ging ein Bericht an die
Regierung, der die Organisierung der pri-
vaten Hausangestellten vorschlug. Sie war
einer der Unterzeichner dieses Berichtes.
Seit der Gr¸ndung geh–rt sie der Landes-
gewerkschaft der Hausangestellten an. Bei
den Sitzungen der Lohnaussch¸sse kann sie
als Vertreterin der Hausangestellten aus
eigener Erfahrung sch–pfen, und beim
Industrierat der Handschuhfabriken wiederum
kommt ihr ihre T"tigkeit im Westen zugute.
Die 15j"hrigen Schulentlassenen von heute
verdanken der Frau, die mit zw–lf Jahren
die Schule verlieþ, eine ganze Menge. Der
Aufbau des Jugend-Besch"ftigungsdienstes
ist zu einem groþen Teil ihr Verdienst. Sie
ist Mitglied des Beratungsausschusses des
Jugend-Besch"f tigungsamtes.
Auf der letzten Konferenz des Internationalen
Arbeitsamtes setzte sie sich f¸r Welt-
mindestl–hne der Jungarbeiter ein. Es war
die achte Konferenz, an der sie als Ratgeberin
des Abgeordneten der britischen Arbeiter-
schaft teilnahm.
Diese knappen Angaben entwerfen das Bild
einer Frau, die un-
beirrbar, mit selte-
ner Kraft ihrenWeg
gegangen ist und
Herz, Verstand und
ihre ganze Energie
einsetzte im Kampf
um die Rechte der
Arbeiterschaft im
allgemeinen   und
der  berufst"tigen
Frau und arbeiten-
den Jugend im be-
sonderen.
Foto: Archiv B. St.
Florence r-iancock
FRAUEN IM OFFENTLICHEN LEBEN
Mit den gesundheitssch"dlichen Folgen der
Schichtarbeit wird sich das Textilarbeiter-
komitee des Internationalen Arbeitsamtes in
Genf in seiner n"chsten Sitzung besch"fti-
gen. Ein dem Komitee vorliegender Bericht
stellt fest, daþ viele der nerv–sen St–rungen
und Verdauungsbeschwerden, unter denen
gerade die Arbeiterinnen in groþem Maþe
zu leiden haben, Folgeerscheinungen des zu
h"ufigen Wechsels von Mahlzeiten und Ruhe-
perioden sind. Das Komitee schl"gt vor, die
Arbeitskr"fte m–glichst f¸r l"ngere Perioden
in einer Schicht zu besch"ftigen.
In Amerika gibt es eine Frauenorganisation,
die sich "Partei Frau Pr"sidentin-- nennt.
Ihr Ziel ist, bei einer Pr"sidentschaftswahl
f¸nfzig Millionen Stimmen f¸r Frau Eleanor
Roosevelt oder die Herzogin von Windsor
aufzubringen.  Ihre  Parole lautet:  Die
Frauen sind auf dem Marsch f¸r eine
bessere Welt.
"Die Medizin wird ein Frauenberuf. In
naher Zukunft wird es mehr Ÿrztinnen als
1                                      2
3
4
A}och
1"
verr¸chler
geht es fidhl
LUIusere Alodevorschl"ge
7
1. Das Kleid der Vereinten Nationen schuf eine Pariser Modek¸nstlerin
und ¸berraschte die Besucher
einer Modenschau mit ihren, Modell "UNOO". Fahnen von 58 Nationen
sind auf dem Rock dieser
Sch–pfung vertreten.
2. Wer lanciert im Jahre 1949 einmal das Modell "Weltfriede" und
das Modell "Berlin"? Der hoch-
aktuelle Stoff liegt seit langem bereit und wird die M¸he der Verarbeitung
bestimmt lohnen, auch
wenn kein Kleid dabei herauskommt.
3. Ein wenig Groþmama und etwas Heute mischte ein englischer Modesch–pfer
zu einem Sommer-
kleid, das in London gezeigt wurde. zwar lieb"ugelt er bei diesem Modell
heftig mit dem Schleier.
h¸tchen, dem Dutt und der Queue, geht aber durchaus nicht aufs ganze.
4. Darum im Modejahr 1949 einmal richtig wie die Oma, mit Sonnenschirm und
Schoþhund und viel
hinten und vorn. Wenn sich dann 1950 dieser Modekarneval ausgetrudelt hat,
besinnt man sich
vielleicht einmal auf ein "Modell f¸r Jedermann".
5. Hinten zugekn–pft ist zwar unpraktisch, aber daf¸r neu, und
obschon man nur mit "Hilfestellung"
in diesen Mantel schl¸pfen kann, hat das "originelle und aparte
Modell aus grauem Wollstoff, aus
den USA stammend, viel Aufsehen in London erregt.
6. Da es scheinbar darauf ankommt, m–glichst viel Stoff zu verbrauchen
und dazu etwas noch nie
Dagewesenes zu bieten, sind die beiden Entw¸rfe auf der Zeichnung zwar
nichts f¸r Jedermann, daf¸r
aber vielleicht eine Modesensation im Jahre 1949.
7. In diesem äKnickerbocker-Kleid' flog eine bekannte amerikanische
Modek¸nstlerin von Beverly
Hill nach Neuyork, wo man sich in Modekreisen ¸ber diese Extravaganz
m"chtig aufregte.
8. Vielleicht versucht man es 1949 einmal mit Max-und-Moritz-Spielanz¸gen
f¸r junge Damen, die
noch gern im Sandkasten spielen, und die, anstatt zu fliegen, mit der Puff-Puff-Kindereisenbahn
fahren. So viel brave Artigkeit m¸þte sogar die erregten Modegem¸ter
in Neuyork wieder ins
Gleichgewicht bringen.                        Fotos: dpd. Text und Zeichnungen:
Anny Ruffing
Ÿrzte geben. Heute schon sind 25 v. H.
der Ÿrzte weiblichen Geschlechts." Dies
erkl"rte k¸rzlich das Mitglied des britischen
Unterhauses, Frau Dr. Edith Summerskill.
In Berlin gibt es rund 850 000 berufst"tige
Frauen, das sind gut 47 v. H. aller Be-
rufst"tigen. Etwa 600( sind als Technike-
rinnen besch"ftigt, ihrer 48 000 als Klemp-
ner, Rohrleger, Monteure, Feinmechaniker
und Schlosser. Ein Beweis, daþ die Ber-
linerinnen sich vor keiner Arbeit scheuen,
daþ ihnen aber andererseits auch der Weg
zu jeder Arbeit freigegeben wird.
In Osterreich sind 45 v. H. aller Arbeiter
und  Angestellten  Frauen.  Fast 250 000
Frauen mehr als vor dem Kriege stehen in
Berufsarbeit.
Auch die japanischen Frauen werden aktiv.
Aus Anlaþ des Internationalen Frauentages
zogen am Kaiserpalast in Tokio ¸ber 2000
Japanerinnen vorbei, die eine gr–þere Zu-
teilung von Reis und Getreide forderten.
hir 19149


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