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Jahrgang 8, Nr. 5 (March 3, 1955)

Zille-Markt in Berlin,   p. 5


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Wie t  U Abdie Tmpemte, die Arthur L. zwischen Kleidern, 
Schuhen, Nähmaschinen und 45jährigen Trichtergrammo- 
phonen entdeckte.<Aus der Ju gendzeit« bläst Arthur über
den Zille-Markt. Für Augenblicke stocken die Kaufverhand- 
lungen überall. Eine alte Frau wischt sich ein Tränchen. 
Zu mehr als einer Strophe reicht Arthurs Luft nicht.<Die 
Lunge, wissen 'se», japst er, .ick war mal erster Solo- 
trompeter. Aber seit ick ein Lungenschuß verpaßt gekriegt 
habe, isset aus mit die Musike. Aber ab und zu muß ick 
noch mal eine Strophe . . .» Gekauft hat er nichts. ,Ick 
hab' man nur 'ne kleine Rente, wissen 'see, sagt er . . 
.W FgbzI mI IUker? Und det Gestelle ooch? Na - 
sagen wa fuffzehn Märker für det Janze, denn nehm ick 
et jleich mitt' So feilscht und handelt man auf dem <Zille- 
Markt«, der sich ebenbürtig neben die Klamottenmärkte 
internationaler Berühmtheit stellt', wie den ,Flohmarkt» 
von Paris und den <Caledonan Market* von London. - 
Natürlich gibt's auch Uberraschungen: Ein Landschaftsbild 
ä 6 Mark erwies sich als Werk eines bekannten Malers 
und brachte dem Käufer das Zwanzigfache. Und ein an- 
mutiges Gartentischchen war in Wirklichkeit eine chine- 
sische Stilarbeit aus dem 16. Jahrhundert. Fotos: Bachmann 
.»   se.M Wi] le bt weiter! Was Heinrich Zille, der Zeich- 
ner der armen kleinen Leute, vor einem Vierteljahrhundert 
gezeichnet hat, lebt wieder auf dem Berliner ,Zille-Markt» 
auf. Zilles Sohn Walther (oben) kann e nur bestätigen. 
die ZillMrkt in Berlin 
ar sil 


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