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The History Collection

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Aufwärts
Jahrgang 4, Nr. 8 (April 21, 1951)

Gleicht dem Geist, den er begreift,   p. 14 PDF (730.6 KB)


Page 14


.Arbeiter, Angestelite, Beamte der Deutsch en Bund es -
post geh–ren in die Deutsche Postgewerkschaft".
DER  REDAKTEU   DER  DEUTSCHEN   POSYZEITUNG'
GLEICHT DEM GEIST,
DEN ER BEGREIFT
Von Kurt Tucholsky, dem schlagfertigen
und humorvollen Kritiker seiner Zell, bis zu
dem Redakteur des Organs des Deutschen
Postverbandes im Deutschen Beamtenbund
ist ein weiter Weg. Als der AŸufw"rts" An-
fang dieses Jahres des 60. Geburtstages
Tucholskys gedachte, der allzufr¸h in der
Emigration starb, und zwei Texte aus seiner
Feder abdruckte, ging es ihm darum, seinen
itingen Lesern zu zeigen, wie meisterhaft
der Dichter schreiben konnte. Zu einem Bild
ausrangierter h"þlicher Postk"sten verfaþte
Tucholsky eine Glosse, die den Ausw¸chsen
des Amtsschimmels zu Leibe r¸cken sollte.
Dabei appellierte er mehr an das Sch–n-
heitsgef¸hl der amtlich  bestallten  Post-
kastenkonstrukteure als an die Berufsehre
des Postbeamten schlechthin. Tucholsky war
damals nicht der einzige, der mit dem Fin-
ger und seiner heiþenden Ironie auf die erst
gelben, dann blauen, sp"ter roten (und heute
wieder gelben) K"sten der alten Reichspost
wies. Doch, wie gesagt, er sprach von da-
mals. Wer heute einen Brief mit der Post
bef–rdern will und ihn im Schlitz der neuen
K"sten verschwinden l"þt, wird feststellen
k–nnen, daþ die Angriffe gegen ãdas dumme
Dach, die holprige Fraktur" doch zu irgend
etwas nutze waren und man des Kritikers
Vorstellung von einem ãglatten, sch–nen
Ding, dessen Dimensionen recht in Beziehung
gesetzt sind', inzwischen in die 1Tat um-
gesetzt hat.
Der Redakteur der ãDeutschen Postzeitung'
koppelte mit Tucholskys Glosse im ãAuf-
w"rts' eine Werbeaktion f¸r seine Organi-
sation unter dem Motto: ãWer seinen Beruf
bei der Deutschen Bundespost lieb hat, ihn
erhalten und verteidigen will, wird Mitglied
des Deutschen Postverbandes.' Dem Dichter
zugewandt, antwortete er mit dem Spric¸-
wort: ãDu gleichst dem Geist, den du be-
greifst.' Daþ die Schriftleitung des DBB-Or-
gans nicht begreifen konnte, was in Wirk-
lichkeit gemeint war, nimmt ihr niemand
¸bel. Tucholsky war schon zu Lebzeiten nie-
mals nachtragend.
Sinnlos sind aber die Angriffe gegen den
Deutschen Gewerkschaftsbund und seine
Presse, die in diesem Zusammenhang vom
Stapel gingen. Solche Verallgemeinerungen
zeigen deutlich, worum es geht: Tod der
l"stigen Konkurrenz, hoch der DPV, Tu-
cholsky kommt uns gerade recht! Nun wird
auch nicht der Deutsche Postverband in Ab-
rede stellen k–nnen, daþ der Deutsche Ge-
werkschaftsbund sich gerade in den letzten
Monaten immer wieder daf¸r eingesetzt hat,
dem deutschen Beamten die Stellung zu er-
k"mpfen, die er äverdient. Seine Leistungen,
besonders in den harten Jahren bis zur
W"hrungsreform, gehen ihm ein Recht dar-
auf. Auf der Grundlage des Berufsbeamrten-
tums, zu dem sich der DGB bekennt, wer-
den die Hunderttausende in ihm organisier-
ten Beamten und besonders die j¸ngeren
Beamten dieses Ziel verfolgen. Die wich-
tigste Voraussetzung daf¸r wird eine um-
lassende und endg¸ltige Regelung der Be-
amtengesetzgebung sein. Gerade in diesen
Wochen besch"ftigt sich der Deutsche Bun-
destag mit einem endg¸ltigen Beamnten-
gesetz, zu dem die Forderungen des DGB
seit langerer Zeit vorliegen. Der in unseren
Gewerkschaften organisierte Beamte weiþ,
warum er sich zusammen mit den Arbeitern
und Angestellten in der groþen 5,5-Mil-
lionen-Organisation sammelte. Ihn heute
wieder in das konservative Lager zur¸ck-
reiþen zu wollen, wird am wenigsten der
Schriftleitung der Deutschen Postzeitung ge-
lingeni.
Aus Los Angeles
J. L. Hebarres Artikel ãFerngesehen' enthalt ein
paar Ungenauigkeiten in bezug aut die gegen-
w"rtigen Fernsehsendungen in den Verei nigten
Staaten.
Es heiþt in dem Artikel, daþ man ãtelevision'
gew–hnlich ävideo" nennt. Der letztere Ausdruck
ist in Wirklichkeit sehr selten gebraucht. Das
Wort ãtelevision' und die davon abgeleitete Ab-
k¸rzung ãTV" sind viel haufiger zu sehen.
,Die 107 Fernsehsender ... strahlen ¸berwiegend
reine Reklamesendunigen aus . . ã' Es ist richtig,
daþ alle Fernsehprogramme Reklame f¸r die
Firma bringen, die die Programme bezahlt. Diese
Reklame ist jedoch auf zwei bis drei Minuten
am Anfang oder Ende der Sendung beschr"nkt.
Man kann kaum von reinen' Reklamesendungen
sprechen, da die Sendungen selbst keinerlei
Werbematenial enthalten.
.Damenringk"mpfe. Sch–nheitswettbewerbe, Gru-
selgeschichien mit Mord und Totschlag" sind bei
weitem nicht ãt"gliches Brot auf dem Bildschirm
des Fernsehger"ts  der USA.'    Hier in   Los
Angeles zum Beispiel werden keine Damenring-
k"nipfe gezeigt, uind Schonheitswettbewerbe sind
eine Seltenheit - und Los Angeles hat noch nicht
einmal das Niveau der Programme in Neuyork
oder Chikago.
Kurze Filme und B¸hnenst¸cke, Quiz shows,
Varietevorstellungen, Sportwettk"mpfe, Wochen-
schauen und belehrende Vortrage und Vorf¸h-
rungen sind die ublichen und vorwiegenden Pro-
gramme der Fernsehsender.
Noch sind die Programme nicht das, was man
sich w¸nscht, und vietes konnte besser sein. Und
die Sendungen werden tats"chlich besser, wenn
auch nicht schnell genug f¸r den anspruchsvollen
.Seher". Vergessen wir nicht, daþ der Film ja
auch die äKintop-Ara" ¸berwinden muþte. ehe er
Reife und hohe Qualit"t erreichte.
Mit herzlichen Gr¸þen
lohn Lane, 681ll/2 Levering Avenue
Los Angeles 24, Californi a
Aus Hongkong
ihre sertvolie unif sortreffliche Zeitsdirift, die fur
uiis in der fieien Gewerkschaftsbewegung einen
sci–neii Beiirag darsteltil haben wir bisher immer
regelniaþig erhalten.
Wir iess indern das geisiige Ringen uni eine Hebung
des Arbeirerniveaus und den Kampf gegen totalit"re
Gewsalthiirschaft. Ihre tapferen Aktionen haben sidi
bei unserer freien Arbiieterschaft Sympathien erworben.
Mit besien Wunscheni und gewerkschaftichen Gr¸þen
Funr; Hoi Chiu. Generalsekretir.
r
Kreuzwortsilbenr"tsei
Wa a ge ir e cliit: 1. Elekt. magn. Wellen, 4. Gr–þte
der franz. Gesellschaftsinseln, 9. Empfangsvorrichtung
f¸r elektr. Wellen, 7. Zeiteinteilung, 9. Raubtierfamilie.
10. Abtrunniger, 12. Losung siiiitiel  t¸r  Harze. Ole
USWs..  14  Pferriezaui,  16.  Siimnilaye.  18.  Antrieb-
maschine. 19. Alironi Obergewanil, 20. Deutscher Fluþ,
21. Stroii in Sibirien, 22. Ein Kaffernstamm, 23. Mehr.
zahl so,'232 senkredit, 25. Tieu( Bewsuþtlosigkeit, 27.
Sieuer, Beitrag, 281. Schdhtt 2.1.Gr–þter See Europas,
31. M"adchenname, 33. Liiiker Nebenfluþ der Eibe, 34.
Kirnelart, 36. Uhersichtlirb georttnetes Veizeiciiis,
38, Ital Reisgeriicht, 39. Das Leben der Pflanzenwselt.
S en k re chi.    1. Leizter Tag eines  M4onats; 2.
St–rung  elektr. Leitungen, 3. Geliebter  iier  Hern
1griech. Sage), 4, Weinsdhenke. 6. Ein Staat der USA,
b. Schlange. 9. Mannl. Vorname, 113. Speisesaal im
Kloster, 1i, Ehepartner, 13. Schwingender K–rper, 14.
Leiter der Kirchenmusik, 15. -Umsturz, 17. Nordisches
Land, 18. Furstentuim am Miitelmeer, 23. Ubhertiefe-
rung der Vorzeit, 24, Gesiade tital.). 261. Bezeichnuing
tor Mutter, 28. Bedeutende  Groþstadt Argentiniens.
29. Vo~rratsraximi, 30. Festgewsand, 32. Ber¸hmte Brucke
Veneiligs, 33. Sc:hulei, Lehrling, 35. Wie 31. wsaage-
recht. 37. Radioaktive Strahlenirt.
Streich ab - Leg zu
.Atem  -  Dote    L.and  - Argon   - Este .- Dame
.Ate    Eiche- Berg -    Asta
Von  ldodeenärri .,istehendeni W–rter ist der letzte
Budicstaoje zu streichen und riem Wortrest ein neuer
Budistabe vorzusetzen, so daþ W–rter anderer Be-
rdeutung entsteh!n, Die Anfangsbuchstaben der ge-
fundenen W–rter nennen, aneinandergereiht, ein goti-
sches Bauwerk.
5 Fragen zum 1. Mai
1. Wann und wo wurde beschlossen, den
1. Mai als groþe internationale Wil-
lenskundgebung      der   Arbeiter   zu
begehen?
1880 in Berlin
1889 in Paris
1899 in Br¸ssel
2. Welches grausige Ereignis beeinfluþte
die Festlegung des Datums?
Der Arbeiterniord in Chikago 1888
Der Weberaufstarid in Scilesien
Die Franz–sische Revolution
3. In welchem Jahr wurde der 1. Mai
erstmals international durchgef¸hrt?
1881         1890         19013
4. Welches war die Hauptforderung der
Arbeiterschaft am 1. Mai bis zum
ersten Weltkrieg?
Hohere Lohne
Der Aditstundentag
Das Mitbestimmungsrecit
5. In welchem Jahr wurde der 1. Mai in
Deutschland gesetzlicher Feiertag?
1918         1919         1945
aus
-ave-:


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